Fahrzeugbeschriftungen mit Folien – Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Selbermachen

09.04.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Fahrzeugbeschriftungen mit Folien – Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Selbermachen
Jetzt bewerten!

Neue Gestaltungsmöglichkeiten bereichern das Erscheinungsbild der Fahrzeuge auf den Strassen der Schweiz. Leistungsfähige Schneidplotter und alterungsbeständige Folien in allen erdenklichen Farben gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten. Sie ermöglichen eine individuelle Fahrzeugbeschriftung ohne grossen Kostenaufwand und gestatten auch kleinste Auflagen von Werbeaufklebern.

Die flexiblen Kunststoff-Folien beschädigen das Fahrzeug nicht und können bei Bedarf rückstandsfrei entfernt oder ausgetauscht werden. Die Verwendungsoptionen sind nahezu unbegrenzt. Nur wenige Fahrzeugteile dürfen nicht beklebt werden. Dazu gehören natürlich die Sichtfenster und die Beleuchtungseinrichtungen der Fahrzeuge.

Auto mit Verschönerungsaufkleber (Bild: Ragne Kabanova / Shutterstock.com)

Auto mit Verschönerungsaufkleber (Bild: Ragne Kabanova / Shutterstock.com)

Ob PKWs, Lieferfahrzeuge, Lastkraftwagen oder Einsatzfahrzeuge – genug Fläche steht fast immer zur Verfügung. Auch Motorräder, Boote und andere Fahrzeuge bieten dekorierbare Flächen. Die Montage erledigen Servicebetriebe – ebenso ist eine Do-it-yourself-Montage ohne grosse Vorkenntnisse mit ein bisschen handwerklichem Geschick realisierbar. Die Folierung ist nach Durchtrocknung wetterfest und das Fahrzeug bleibt auch in handelsüblichen Waschstrassen waschbar.




Wie plane ich die Beschriftung? Was kann ich bekleben?

Natürlich sollte die Beschriftung zum Fahrzeug, zur Fahrzeuggrösse und zu Ihrem werblichen Vorhaben möglichst optimal passen. Eine Beschriftung der Seitenfläche wird gut gesehen und ist daher auch werbewirksam. Möglich ist die Beschriftung einer Seitentür oder einer ganzen Seitenfläche. Als Faustregel gilt: Alle lackierten Flächen am Fahrzeug sind beklebbar.

Beratung bei der geplanten Autobeschriftung (Bild: Ikonoklast Fotografie / Shutterstock.com)

Beratung bei der geplanten Autobeschriftung (Bild: Ikonoklast Fotografie / Shutterstock.com)

Die Seitenscheiben ab der sogenannten B-Säule nach hinten stehen zur Dekoration frei; die Heckklappe oder Heckscheibe stünde ebenfalls zur Verfügung. Unbedingt frei bleiben müssen die vorderen Seitenscheiben und die Winschutzscheibe – wegen der ungehinderten Sicht im Fahrbetrieb. Modern ausgerüstete Betriebe für Fahrzeugbeschriftungen können Ihnen auch mehrzeilige Schriftzüge in verschiedenen Schriftfarben anbieten.

Als Planungshilfe gibt es bei den versierten Anbietern Zeichnungen der gängigsten Fahrzeugsilhouetten im A4-Format (teils mit Massangaben) als PDF zum Ausdrucken. Die Entwürfe sind nicht immer kostenfrei, aber wer wenig Zeit hat, kann sich auf kompetente Hilfestellung verlassen.




Schrifttypen und Schriftgrössen sind frei wählbar. Wer wenig Erfahrung im Umgang damit hat, dem seien Schrifttypen wie „VAG“ oder „Arial Rounded MT bold“ empfohlen. Diese serifenfreien Schriften sind plakativ, sehr gut lesbar und auch später in Reparaturfällen leicht ausbesserungfähig. Neben Schriftzügen können ebenso Firmenlogos und Symbole oder Piktogramme verwendet werden. Die Realisation erfolgt dann als farbseparierte Folienschicht.

Wie werden solche Klebebuchstaben geliefert?

Schriftzüge, die man bei den Versandanbietern und lokalen Schneidplotterbetrieben bestellt, werden üblicherweise montagefertig in Dekorationssegmenten auf Trägerfolie geliefert. Die Trägerfolie ermöglicht auch die Zusammenstellungen von Schriftzeilen und/oder Logos. Je ein Dekorationssegment wird dann knickfrei eingerollt und zum Transport oder Versand in eine Pappröhre gesteckt.

Autobeschriftung (Bild: © ikonoklast_hh - Fotolia.com)

Autobeschriftung (Bild: © ikonoklast_hh – Fotolia.com)





Wie montiere ich fachmännisch diese Beschriftungen?




Schritt 1:

Ihr zu dekorierendes Fahrzeug sollte gründlich vorgereinigt sein und sich in einer trockenen und möglichst staubfreien Umgebung befinden. Als Hilfsmittel zur Montage ist etwas handwarme Seifenlauge nützlich, ebenso ein kleines Handwerkzeug (Squegee genannt) mit einer Gummilippe, einige Baumwoll-Lappen, etwas Abdeckkreppband (wie es Anstreicher benutzen) und für finale Reinigungsarbeiten etwas Silikonentferner (Lackierzubehör). Ein handelsübliches Sprühflakon für ein Benetzen von Flächen mit der Seifenlauge ist auch recht hilfreich.

Schritt 2:

Die eigentliche Montage nimmt ein wenig Zeit in Anspruch. Sie nehmen sich zu diesem Zweck ein Dekorationssegment nach dem anderen vor. Beginnen Sie mit weniger komplexen Teilen, das erlaubt Ihnen, etwas Erfahrung zu sammeln, bevor Sie sich an kniffligere Segmente wagen. Legen Sie das zu bearbeitende Segment mit der Trägerfolie nach unten auf eine saubere Fläche und entfernen Sie das schützende Wachspapier von den Klebeflächen der einzelnen Lettern.




Zunächst wird nun die gesamte Seite (Klebefläche) lückenlos mit Seifenlauge besprüht. Dann die vorgereinigte Dekorationsfläche am Fahrzeug grosszügig mit der Seifenlauge benetzen. Die Seifenlauge deaktiviert die Klebefähigkeit der Folienteile temporär und dient ansonsten möglichen Positionskorrekturen, die nur in diesem Moment möglich sind. Bei grossflächigeren Segmenten sind zwei weitere Helferhände bei der Positionierung dienlich. Berühren Sie dabei nicht die Klebeflächen der Lettern, sondern nur die Trägerfolie. Fixieren Sie die (Ihnen nun zugewandte) Trägerfolie mit Streifen des Kreppbandes in der gewünschten Position.

Schritt 3:

Nun wischen Sie mit zunehmendem Druck über das Trägerpapier die überschüssige Seifenlauge zur Seite hin weg und entfernen dabei auch etwaige Luftblasen. Hier wird das Squegee (Quetschwerkzeug) nützlich. Je dünner der seifige Wasserfilm wird, desto stärker wird die Klebekraft der Lettern reaktiviert. Wenn die Adhäsion der Beschriftungselemente ausreichend erscheint, dann können Sie langsam in gleichmässiger Bewegung in sehr spitzem Winkel die Trägerfolie abziehen. Entfernen Sie möglichst alle verbleibende Seifenlaugenreste durch vorsichtiges Quetschen der einzelnen Dekofolienelemente zu den Seiten hin weg.

Schritt 4:

Die endgültige Haftkraft der Folierung erreicht erst nach völliger Wegtrocknung der Seifenlaugenreste ihre Maximalwerte. Bei kühlen Temperaturen hilft das Abstellen des Fahrzeuges in einem geheizten Raum. Auch ein Haartrockner (Fön) kann den Durchtrocknungsvorgang beschleunigen. Kreppbandreste und Klebstoffreste können nach der Trocknung mit einem in Silikonentferner getränkten Wischlappen entfernt werden. Achten Sie dabei bitte auf dessen Feuergefährlichkeit und sorgen Sie für eine gute Belüftung wegen der Dämpfe dieses Mittels.

Das Entfernen der Beschriftung

Jede Klebebeschriftung kann selbst nach Jahren rückstandsfrei entfernt werden. Bei einer Lebensdauer von ca. sechs Jahren der Klebefolien ist der hier verwendete Klebstoff recht stark. Eine Erwärmung der Folien begünstigt deren Entfernung. Auch hier kann ein Haartrockner oder Ähnliches nützlich sein. Benutzen Sie einen Kunststofflöffel (Partybesteck) oder einen Kunststoffspatel, um die Klebebuchstaben nach und nach zu bearbeiten. Heben Sie am besten eine Ecke an und versuchen Sie, die Folie in spitzem Winkel abzuziehen. Mit Silikonentferner lassen sich restliche Klebrückstände beseitigen.

 

Oberstes Bild: Fahrzeugbeschriftungen mit Folien (Bild: © ikonoklast_hh – Fotolia.com)



Trackbacks

  1. Überlebenschancen verbessern › motortipps.ch
  2. Im Trend: Mit Car-Wrapping dem Auto ein neues Design verpassen › motortipps.ch

Ihr Kommentar zu:

Fahrzeugbeschriftungen mit Folien – Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Selbermachen

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.