Intensivkosmetik am Auto – Lackpflege & Co.

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Das äussere Kleid Ihres Gefährts besteht aus Lackflächen, Glasscheiben und einigen Zierleisten, Gummidichtungen und anderem Zubehör. Der heutzutage verwendete Autolack ist ein widerstandsfähiger Zwei-Komponenten-Kunstharzlack mit hochgradiger UV-Stabilität, Wetterfestigkeit und weiteren Charakteristiken, welche die kaum eingeschränkte Alltagstauglichkeit im Strasseneinsatz an Fahrzeugen eindrucksvoll unterstreichen.

Klirrend kalte Frostnächte und heiss gefahrene Motoren bei Volllast unter den kochend heissen Motorhauben, das Spektrum der zu ertragenden Temperaturen würde minderwertigen Lackschichten bereits ein rasches Ende bereiten. Nur der hohen Flexibilität und erstklassigen Adhäsion auf den jeweiligen Untergründen verdanken diese Qualitätslacke ihre legendäre Lebensdauer. Doch auch diese Superlacke sind nicht völlig ohne Verwitterungseffekte. Die erbarmungslose ultraviolette Strahlung der Sonne und der ständige Einfluss von Staub, Sand und kleinen Steinchen nehmen der Lackoberfläche mit der Zeit ihren Glanz und sorgen für mikroskopische Kratzerchen und Beschädigungen. Diese lassen den Lack dann stumpf wirken und Schmutzpartikel können sich festsetzen.



Wie kann ich das Aussehen des Lacks wiederherstellen?

Ja, das ist machbar, und Ihr Autozubehör-Fachhandel hat auch die notwendigen Hilfsmittel dazu. Sie benötigen hierzu ein „Lackauffrischer-Produkt“, welches auch als herkömmliche Autopolitur angeboten wird. Dazu einige weiche Lappen aus Baumwolle, Polierschwämme oder Polierwatte. Nach gründlicher Reinigung des Fahrzeugs (normale Autowäsche) trocknen Sie es ab und beginnen mit der Lackauffrischung.

Viele Poliermittel sind von der Viskosität her mit Cremes vergleichbar, es gibt aber auch flüssige Poliermittel dafür. Geben Sie ein wenig davon auf die Polierwatte oder Ihr verwendetes Hilfsmaterial und rücken Sie dem verwitterten Lack mit kreisenden Bewegungen unter leichtem Druck zu Leibe. Bearbeiten Sie zunächst ein Karosserieteil in dieser Weise und dann ein weiteres, benachbartes Teil Ihres Fahrzeuges. Ist das Nachbarteil gründlich poliert, dann rüsten Sie sich bitte mit frischer Polierwatte aus und entfernen Sie den trockenen Polierstaub und die Poliermittel-Rückstände vom zuerst bearbeiteten Segment des Fahrzeugs. Gehen Sie in dieser Manier Teil für Teil durch und widmen Sie auch etwas Zeit den üblicherweise besonders angegriffenen Lackstellen im Steinschlagbereich der vorderen Schürze, den Kotflügeln hinter den Radkästen und den Bereichen um die Türschlösser herum.

Mit einem richtigen "Lackauffrischer-Produkt" können Sie das Aussehen des Lacks wiederherstellen (Bild: loraks / Shutterstock.com)

Mit einem richtigen „Lackauffrischer-Produkt“ können Sie das Aussehen des Lacks wiederherstellen (Bild: loraks / Shutterstock.com)

Wie wirkt das Poliermittel eigentlich?



Neben Lackpflegesubstanzen enthalten handelsübliche Polituren auch sogenannte abrasive Komponenten. Diese schleifen schonend die verwitterten Lackbestandteile etwas ab und hinterlassen eine etwas dünnere, aber wieder glänzende Lackschicht. Die polierte Oberfläche lässt das Wasser vom Niederschlag oder bei der Wagenwäsche als sichtbares Zeichen auch wieder prima „abperlen“. Das liegt daran, dass mikrofeine Lackbeschädigungen und anhaftender Schmutz die Oberflächenspannung reinen Wassers nicht mehr irritieren oder das Abperlen verhindern können.

Die dünne Schicht beim Polieren, welche verloren geht, ist bei werkslackierten Fahrzeugen unerheblich und nicht bedenklich. Der Poliervorgang sollte aber auch nicht zu oft durchgeführt werden, denn die jeweils abgetragenen Lackschichten addieren sich ja im Laufe der Zeit. Die Menge der Abtragung wird unter anderem auch durch den ausgeübten Andruck beim Polieren beeinflusst. Bitte gehen Sie immer schonend mit der Lackschicht vor, welcher Sie zu neuem Glanz verhelfen wollen.





Handelsübliche Polituren enthalten Lackpflegesubstanzen und abrasive Komponenten (Bild: worldinmyeyes.pl / Shutterstock.com)

Handelsübliche Polituren enthalten Lackpflegesubstanzen und abrasive Komponenten (Bild: worldinmyeyes.pl / Shutterstock.com)




Was muss bei Metallic-Lacken und Effektlackierungen besonders beachtet werden?

Bei diesen Lacken ist die oberste Lackschicht in der Regel keine Farbschicht, sondern ein schützender Klarlack über dem eigentlichen Farblack. Der Klarlack früherer Generationen neigte dazu, im Alter etwas zu vergilben. Diese altersbedingten Verfärbungen bekamen die Hersteller der Lacke immer besser in den Griff. Dank der Innovationen in den Lackrezepturen behalten Klarlacke auch nach längerer Gebrauchsdauer heutzutage besser ihre Transparenz. Ein stumpfes Aussehen der Oberfläche und verlorener Glanz sind auch bei den Klarlacken auf eine Verwitterung der Lackschicht zurückzuführen. Ein Polieren oder Aufpolieren ist aber auch bei Klarlacken möglich.

Es gibt doch im Zubehörhandel Poliermaschinen, erleichtern diese die Arbeit nicht wesentlich?

In der Tat verwenden Spengler und Lackierbetriebe aus Gründen der effizienteren Arbeit sehr gerne mechanische Polierhilfen. Auch die professionellen Pflegebetriebe nehmen diese Hilfen gerne in Anspruch. Diese Geräte arbeiten meistens mit einer Schleiffläche (Polierfläche), welche entweder über einen Exzenterpolierer oder einen Rotationspolierer angetrieben wird. Beide Maschinentypen arbeiten recht aggressiv und sind nur für geschultes Personal wirklich tauglich. Eine mögliche thermische Überlastung der Lackschicht kann nicht ausgeschlossen werden. Kanten an den Karosserieteilen oder auch Rundungen führen bei ungeübter Handhabung der Geräte sehr schnell zu einem „Durchpolieren“ der dünnen Lackschicht.

Professionellen Pflegebetriebe nehmen mechanische Polierhilfen gerne in Anspruch (Bild: kurhan / Shutterstock.com)

Professionellen Pflegebetriebe nehmen mechanische Polierhilfen gerne in Anspruch (Bild: kurhan / Shutterstock.com)

Wie verhält sich das mit dem „Wachsen“ einer Lackoberfläche?

Generell darf gesagt werden: Ein konservierter Lack ermattet deutlich langsamer. Gemeint ist damit aber nicht der wasserlösliche Sprüh- und Heisswachs, den Waschanlagen für ein paar Stutz Aufpreis anbieten. Die Lackkonservierung durch einen Schutzfilm aus Hartwachs erfordert Handarbeit. Der richtig konservierte Lack trotzt den schädlichen Umwelteinflüssen wie UV-Licht, Sandflug und auch dem aggressiven Winterschmutz lange und sichert so den Lack am Fahrzeug nachhaltig. Der Wachs aus dem Zusatzprogramm der Waschstrasse verflüchtigt sich dagegen bereits beim ersten leichten Regen.

Sind diese Mittel schädlich für andere Komponenten am Fahrzeug?

Qualitätsprodukte an Autopolituren und Hartwachsen sorgen nicht für eine Versprödung der Scheinwerfergläser aus Polykarbonat oder anderen, modernen Kunststoffen. Rückstände von den Gummileisten oder auch Chrom- und Glasteilen sollten natürlich immer entfernt werden, korrosiv sind diese aber im Normalfall nicht.



 

Oberstes Bild: Lackpflege & Co. verhelfen zu neuem Glanz (Bild: Maria Maarbes / Shuttertock.com)



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