Der neue Toyota Aygo im Kurztest

24.03.2014 |  Von  |  Auto, Neuwagen
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Der neue Toyota Aygo im Kurztest
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Eines der spannendsten Autos auf dem diesjährigen Genfer Autosalon war ausgerechnet ein Kleinwagen: Der Toyota Aygo hat die Zeichen der Zeit erkannt und will in einem beinahe übersättigten Markt vor allem auffallen. Ob das klappt und ob die Zielgruppe Gefallen an dem Fahrzeug finden könnte, zeigt dieser Artikel.

Film oder Wirklichkeit?



Diese Frage könnte Betrachtern des Aygo durch den Kopf gehen, wenn sie das Toyota-Fabrikat das erste Mal sehen. Die Kleinwagen des japanischen Weltmarktführers fallen üblicherweise nicht durch ihr Design auf – der Aygo macht jedoch eine Ausnahme: Dach und Türen sind in unterschiedlichen Farben gehalten, ein X-förmiges Element an der Front zieht sich an den Seiten der Motorhaube entlang.

Das sieht zunächst einmal originell aus und erweckt den Eindruck, als würde der Wagen direkt aus einer Art futuristischem Manga auf unsere Strassen kommen. Dahinter liegt jedoch Kalkül: Auf einem Markt, der mittlerweile von mindestens 30 empfehlenswerten Kleinwagen nahezu überflutet wird, muss man unter allen Umständen auffallen – findet zumindest der Chefingenieur von Toyota.

Grau ist vorbei

Kleinwagen müssen nicht immer „langweilig und lustlos“ erscheinen, findet David Terai. Daher bastelte er mit den verantwortlichen Designern bei Toyota am Look des Aygo. Das Ziel war einfach auszusprechen, aber schwer zu erreichen: ein Auto, in welches sich Kunden sofort verlieben. Kleinwagen stünden im Ruf, Design und Ausstattung der reinen Funktion unterzuordnen.



Was allerdings bei Mittelklassewagen gelingt, sollte auch auf die Welt der kleinen Automobile zutreffen können, meint Terai. Er habe ein Auto geschaffen, auf das man stolz sein könne, ohne hohe fünfstellige Beträge zu investieren. Ob das selbstgesteckte Ziel tatsächlich erreicht werden kann, dürfte auch von der Konkurrenz abhängig sein: Der erste Aygo von 2005 hatte nur neun Konkurrenten – jetzt sind es drei Mal so viele.

Auch die Technik muss mitspielen

Das schönste Design ist nutzlos, wenn die Technik dahinter versagt. Damit der Aygo in seinem Metier – dem Stadtverkehr – eine gute Vorstellung abliefert, haben die Ingenieure dafür auch viel investiert: So wiegt das Modell insgesamt nur 840 Kilogramm. Das Gewicht ist auch dafür verantwortlich, dass die „nur“ 69 PS ausreichen, um im Stadtverkehr ein angenehm flottes Fahrgefühl zu ermöglichen.

Wunder sollte man bei der Fahrt aber nicht erwarten: Sobald die Stadt verlassen wird und es auf wenig befahrene Landstrassen geht, wird die Limitierung durch die Leistung des Motors deutlich. Eine schnelle Beschleunigung, spritzige Fahrten über den Asphalt oder ähnliche Sportwagenqualitäten gehen dem Aygo ab. Die Karosserie gibt sich weiterhin sehr steif, was der Kleinwagen mit Vibrationen und kleinen Rucklern auf unebenen Strassen quittiert. Aber: Es ist nun einmal ein Kleinwagen für Stadtfahrten. Dort findet der Aygo dann tatsächlich zu seinen Stärken.





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Am besten in der Stadt. (Bild: © toyota.ch)

Parken und das Rangieren zwischen Parklücken, eine zügige Anfahrt an der Ampel und andere Qualitäten sind dafür verantwortlich, dass sich der Aygo im Stadtverkehr wohlfühlt. Dabei hilft auch der überraschend grosszügig dimensionierte Innenraum: Gerade Fahrer und Beifahrer können auch gerne einige Kilo zu viel wiegen, ohne sich eingeengt zu fühlen. Auf den hinteren Sitzen hingegen empfiehlt es sich, eher klein zu sein.

Auch der Kofferraum lässt sicherlich keinen Platz für einen ganzen Monatseinkauf inklusive Skiausrüstung – aber auch das ist schliesslich nicht das Ziel des Aygo. In Zeiten der Modulbauweise bei den Autoherstellern nimmt der Aygo übrigens eine kleine Sonderstellung ein. Während die Windschutzscheibe und die vorderen Türen identisch zu den Elementen ausfallen, welche auch beim Peugeot 108 und Citroën C1 zum Einsatz kommen, sind alle anderen Teile Einzelstücke.

Das Lego-Auto

Als durchaus interessant erweist sich übrigens der Innenraum des Toyota Aygo: Alle Elemente bestehen dort aus Kunststoff – und können zumindest farblich fast frei gestaltet werden. Zahlreiche Elemente in der Mittelkonsole beispielsweise sind austauschbar. Das muss auch nicht das Autohaus vor Ort erledigen, denn Käufer dürfen auch Jahre nach dem Kauf Teile nachbestellen und diese mit ein wenig Handarbeit in der eigenen Garage umstecken.

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Innenraum (Bild: © toyota.ch)




Besonders teuer werden diese Elemente ebenfalls nicht, was dazu führt, dass der Aygo theoretisch in einigen Stunden und nach der Investition von einigen Hundert Franken zumindest optisch komplett gewandelt wieder aus der Garage rollt. Ob sich das als wichtiges Kaufargument entpuppen wird, dürfte fraglich sein, aber ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Segment ist damit durchaus gegeben.

Und der Preis?

Der letzte Aygo kostete etwa 11’800 Franken – und die neue Ausgabe soll diesen Preis auch halten können. Während der ältere Aygo dann von der Bildfläche verschwindet, nimmt das neue Modell seinen Platz ein. Gänzlich sicher ist das allerdings noch nicht: Derzeit ist nur von einem „Versuch, den Preis zu halten“ die Rede, wenn man den Toyota-Pressesprechern Glauben schenken mag.

Erhältlich sein wird das Fahrzeug sowohl mit drei als auch fünf Türen, weiterhin stehen Alternativen mit einem rollbaren Dach aus Stoff zur Verfügung. Beim Motor wird es keine Variantenvielfalt geben: Es kommt also weiterhin ein Dreizylinder-Motor zum Einsatz, der seine Arbeit routiniert erfüllt – aber mehr eben auch nicht. Ob es in Zukunft weitere Ausstattungsvarianten oder vielleicht eine unterschiedliche Motorisierung geben wird, ist derzeit noch nicht bekannt. 



 

Oberstes Bild: © toyota.ch


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