Das Cabrio aus dem Winterschlaf holen

03.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
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Das Cabrio aus dem Winterschlaf holen
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Nach diesem bombastischen März ist es nicht mehr wirklich zu leugnen, dass der Frühling mit Hochgeschwindigkeit im Anmarsch ist. Sonnenhungrige Cabrio-Fahrer können es deshalb kaum erwarten, ihre Oben-ohne-Autos aus dem Winterschlaf zu wecken.

Damit der Fahrspass nicht unnötig verkürzt wird, kann man mit ein paar kleinen Regeln die kritische Aufweckphase für das Auto so schonend wie möglich gestalten.



Die Batterie

Der gewissenhafte Cabrio-Fahrer sollte die Batterie vor dem Winter ausgebaut oder zumindest abgeklemmt haben. Wurde das vergessen, droht meist erst einmal eine Investition: Angeklemmte Batterien haben auch bei einem völlig ausgeschalteten Fahrzeug einen leichten, aber kontinuierlichen Spannungsverlust. Über ein halbes Jahr hinweg kann dieser zu einer Tiefenentladung der Batterie führen. Ist das Auto also beim Drehen des Zündschlüssels noch restlos „tot“, wird es an dieser Ursache liegen.

Früher waren solche Batterien restlos verloren. Heute gibt es jedoch Ladegeräte, welche einen Akku allmählich und in definierten Zyklen wieder aufladen. Diese Geräte sind deutlich teurer als normale Ladestationen. Man muss sie aber nicht unbedingt selbst kaufen. Gut ausgestattete Werkstätten bieten dies als sehr günstigen Service an. Hat man also eine tote Batterie im Wagen, kann mit der Hilfe einer Werkstatt ein Rettungsversuch unternommen werden.

Cabrio-Fahrer sollen die Batterie vor dem Winter ausbauen oder zumindest abklemmen (Bild: wavebreakmedia / Shutterstock.com)

Cabrio-Fahrer sollen die Batterie vor dem Winter ausbauen oder zumindest abklemmen (Bild: wavebreakmedia / Shutterstock.com)




Das Öl

Idealerweise wurde vor dem Einmotten des Fahrzeugs ein Ölwechsel durchgeführt. Altes Öl neigt zu einer Säurebildung, welche besonders bei einem ruhenden Fahrzeug für Schäden an den benetzten Flächen führen kann. Das Prüfen des Ölstands und des letzten Ölwechsels ist deshalb spätestens nach der Winterpause nötig. Ist zu wenig Öl im Motor, sollte man nur das Minimum nachtanken. Ein halber bis dreiviertel Liter sollte in den meisten Fällen genügen. Es empfiehlt sich in diesem Fall ohnehin, gleich einen kompletten Ölwechsel durchzuführen.

Gleich zu starten und loszufahren kann dem Motor aber einen ordentlichen Knacks versetzen. Besser ist folgendes Verfahren: Die Zündung abklemmen oder alle Zündkerzen herausdrehen, dann den Motor eine halbe Minute lang orgeln lassen. Damit wird das Öl aus der Ölwanne wieder durch den ganzen Motor gepumpt. Anschliessend die Kerzen vorsichtig wieder eindrehen und zur nächsten Tankstelle fahren.

Prüfen des Ölstands und des letzten Ölwechsels ist spätestens nach der Winterpause nötig (Bild: ARENA Creative / Shutterstock.com)

Prüfen des Ölstands und des letzten Ölwechsels ist spätestens nach der Winterpause nötig (Bild: ARENA Creative / Shutterstock.com)

Die Reifen

Die Reifen leiden während einer langen Standzeit besonders. Druckverlust und Schäden an der Karkasse können zu Platzern und zum Schleudern des Autos führen. An der Tankstelle kann man nun den Reifendruck kontrollieren. Dabei sollte man sich stets nach den Angaben der Hersteller richten. Jene stehen in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs. Bei vielen Autos befinden sie sich zusätzlich an der Innenseite des Tankdeckels oder an einem der Türrahmen. Beim Kontrollieren des Reifendrucks kann man auch gleich das Alter der Pneus überprüfen.

Die Automobilverbände empfehlen ein maximales Reifenalter von drei Jahren. Gerade in der Hitze des Sommers verlieren die Gummis schnell an Weichheit. Die Versprödung führt zu Gripverlust auf der Strasse und zu einer Bildung von Mikrorissen. Durch diese Risse kann Feuchtigkeit bis zur Karkasse, dem inneren Stahlgeflecht der Reifen, vordringen und sie zum Rosten bringen. Sind schon Risse im Gummi sichtbar, sollte auf jeden Fall in einen Satz neuer Reifen investiert werden.

Druckverlust und Schäden an der Karkasse können zu Platzern und zum Schleudern des Autos führen (Bild: nui7711 / Shutterstock.com)

Druckverlust und Schäden an der Karkasse können zu Platzern und zum Schleudern des Autos führen (Bild: nui7711 / Shutterstock.com)




Das Verdeck

Bei einem Softtop hatten Staub und Schmutz mehrere Monate Zeit, sich in dem Verdeck festzusetzen. Damit das Cabrio auch im geschlossenen Zustand optisch einen guten Eindruck macht, gehört die Verdeckpflege zum Frühlingscheck dazu. Dazu reinigt man das Verdeck per Hand oder in einer Waschbox. Man kann grundsätzlich durchaus einen Hochdruckreiniger verwenden, sollte aber mindestens 50–80 cm Abstand vom Dach halten. Die Gummierung könnte sonst beschädigt werden.

Das gilt auch für die Wahl des Reinigers. Für Cabrioverdecke dürfen grundsätzlich keine lösemittelhaltigen Reinigungsmittel verwendet werden. Aceton, Waschbenzin und ähnliches richten grossen Schaden an, so dass unter Umständen das ganze Verdeck erneuert werden muss. Es gibt spezielle Softtop-Reiniger, Haushaltsreiniger und eine weiche Bürste können bei älteren Verdecken aber auch genügen. Die Dichtungen werden ebenfalls gesäubert und mit Gummipflegemittel behandelt.

Die Gelenke des Gestänges mit ein paar Schüssen Sprühöl behandeln. Hier ist das allseits beliebte WD40 zu empfehlen. Aber bitte nicht nach dem Motto „Viel hilft viel“, sondern wirklich nur die beweglichen Stellen einsprühen. Eintrübungen an der Kunststoff-Heckscheibe lassen sich auspolieren und für Stockflecken im Dach ist Polsterreiniger ein gutes Gegenmittel.



Die Bremsen

Hat das Fahrzeug nur ein paar Monate gestanden, genügt in der Regel eine normale Fahrt mit zwei, drei kontrollierten scharfen Bremsmanövern. Bremsscheiben sind nicht rostfrei und können sich mit einer leichten Oxidschicht überziehen. Diese kann man durch scharfes Bremsen gezielt wieder entfernen. Eine zusätzliche Behandlung mit Bremsenreiniger kann aber auch nicht schaden.

Schliesslich reinigt man das Cabrio gründlich, überprüft alle Lichter und Funktionen und füllt das Scheibenwischwasser nach. Aber nicht vergessen – in einem Cabrio wird man auch gerne gesehen. Eine Politur gibt einem schicken Zweisitzer oft den letzten Schliff. Schliesslich will man ja am Eiscafé und an der Uferpromenade eine gute Figur machen. Mit einem technisch und optisch einwandfreien Cabrio ist man auf der sicheren Seite. Hat man alles erledigt, kann in eine lange und sorgenfreie Saison des Frischluftfahrens gestartet werden.



 

Oberstes Bild: Sonnenhungrige Fahrer können es kaum erwarten, ihre Cabrios aus dem Winterschlaf zu wecken (Bild: Dasha Petrenko / Shutterstock.com)



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  1. So gelingt der Kauf eines Cabrios! › motortipps.ch

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