Peugeot bringt den Familienkombi: der 308 SW im Test

25.04.2014 |  Von  |  Auto, Peugeot
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Peugeot bringt den Familienkombi: der 308 SW im Test
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Kombis gehören nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz: Kaum eine andere Fahrzeugklasse strahlt ähnlich viel mitteleuropäische Zweckmässigkeit aus. Der neue Peugeot 308 SW kommt daher genau richtig. Die Franzosen zeigen damit, dass sie etwas vom Bau dieser Fahrzeugklasse verstehen – was aber leider auch Nachteile hat.

Visuelle Wüste

Optisch präsentiert sich der Peugeot 308 SW äusserst trist: Der Fünftürer zeigt an seiner Karosserie keinerlei Freiraum für Spielereien, auffälliges Design oder andere sehenswerte Elemente. Wenn man den deutschen Kombis von VW & Co. nachsagt allzu bieder zu sein, sollte man lieber keinen Blick auf den Peugeot riskieren. Eigentlich gibt es dazu gar keinen Grund, denn alle anderen Versionen des 308 strahlen in der Tat einen gewissen Esprit aus – aber offenbar ist dafür kein Platz mehr bei Peugeot.




Paradox daran ist, dass der 308 SW für sein schnörkelloses Design tatsächlich einen Preis bekommen hat: Der Red Dot Design-Award ging dieses Jahr nämlich nach Frankreich. Gleichzeitig wurde er in seinem Heimatland zum Auto des Jahres gewählt. Der Peugeot verkauft sich seitdem hervorragend, was auch über die Landesgrenzen hinaus spürbar ist: 60’000 Stück von dem Kombi sind weltweit bislang geordert worden.

Optisch präsentiert sich der Peugeot 308 SW äusserst trist (Bild: Dong liu / Shutterstock.com)

Optisch präsentiert sich der Peugeot 308 SW äusserst trist (Bild: Dong liu / Shutterstock.com)

Biedere Optik, neueste Technik

Laut Xavier Peugeot ist das kein Zufall, denn die Kunden sollten sich nicht vom unauffälligen Äusseren täuschen lassen. Im Innenraum nämlich geht es unkonventionell beziehungsweise sehr modern zu – ein scharfer Kontrast zum „altmodischen“ Design. So hat man auf eine grosse Mittelkonsole beispielsweise verzichtet, stattdessen kommt ein Touchscreen im Grossformat zum Einsatz. Knöpfe und Schalter zwischen den Sitzen? Fehlanzeige. Auch das Lenkrad erscheint deutlich kleiner, womit der Peugeot 308 SW eher an einen Sportwagen erinnert (was er aber eindeutig nicht ist …).

Im hinteren Abteil zeigt sich der 308 SW hingegen erfreulich konventionell. Das bedeutet, dass Mitfahrer sehr viel Freiraum geniessen können: Ein vergrösserter Radstand sorgt für noch mehr Platz als beim normalen 308, ausserdem gelingt das Einsteigen nun auch grösseren Menschen ohne Probleme. Da der Wagen ein wenig höher als die normale Variante ist, geniesst der Kopf ebenfalls mehr Freiraum. Wer keine weiteren Personen mitnehmen möchte, kann den grosszügigen Platz hingegen für allerlei Gegenstände nutzen (der ideale Wagen für kurze Campingausflüge) – obwohl dazu angesichts des gigantischen Kofferraums kaum eine Notwendigkeit besteht.






Peugeot 308 SW – biedere Optik, neueste Technik (Bild: Norbert Aepli, Wikimedia, CC)

Peugeot 308 SW – biedere Optik, neueste Technik (Bild: Norbert Aepli, Wikimedia, CC)

Der Grosseinkauf kann kommen

Für Grossfamilien ist der Peugeot 308 SW wie geschaffen: Der ohnehin enorm umfangreiche Kofferraum bietet ein Volumen von 556 Litern, so dass tatsächlich zahlreiche Koffer einen Platz finden können. Falls das nicht reicht, kann die Rückbank mit zwei kurzen Handgriffen umgeklappt werden. Daraus ergibt sich ein Stauraum mit einer Grösse von 1.606 Litern, was auch den sehr grossen VW Golf Variant aussticht – der nächste Umzug kann also kommen. Wer häufiger sehr viel Gepäck herumfahren muss, ist mit dem Peugeot 308 SW gut beraten.

Lediglich an der Materialgüte wurde ein wenig gespart: Zahlreiche Elemente bestehen aus Kunststoff (was nicht schlimm sein muss, VW aber setzt auch auf Leichtmetalle und Leder) oder sogar Styropor. Das ist nicht zwangsläufig schlecht, doch es schwächt den ansonsten edlen Eindruck des Wagens ein wenig. Andererseits profitiert der Kunde hiervon immerhin finanziell, denn der Preis liegt ein gutes Stück unter den vergleichsweise hohen VW-Preisen.

Peugeot 308 SW mit seinem gigantischen Kofferraum ist für Grossfamilien wie geschaffen (Bild: Naiyyer / Shutterstock.com)

Peugeot 308 SW mit seinem gigantischen Kofferraum ist für Grossfamilien wie geschaffen (Bild: Naiyyer / Shutterstock.com)

Niedrige Preise bei angemessener Leistung




Sobald der Peugeot 308 SW in den Handel kommt, wird die günstigste Ausführung gerade einmal 23’500 Franken kosten, was für einen so grossen Wagen nicht zu viel ist. Dabei handelt es sich allerdings nur um die kleinstmögliche Variante, einen Benziner mit einer Leistung von 110 PS. Maximal stehen 156 PS zur Auswahl, ausserdem entlässt Peugeot noch drei Dieselmodelle in den Handel – mit einer Leistung von 150 PS. Im Mittel dürfte sich der 308 SW damit bei etwa 25.000 Franken einpendeln.




Übrigens hat es das französische Unternehmen geschafft, den Kombi ganze 140 Kilogramm leichter zu machen. Stolz gibt man daher bekannt, dass der 308 SW das leichteste Fahrzeug in dieser Klasse sei. Angegeben wird der Durchschnittsverbrauch mit nur 3,2 Litern pro 100 Kilometer, wobei sich diese Angabe auf die sparsamste Dieselmotorisierung bezieht. Der Benziner aus der Mittelklasse genehmigt sich bereits 4,7 Liter. Weiterhin stehen auf Wunsch zahlreiche Extras bereit: Von einer Abstandsregelung über ein Notbremssystem und einen Einparkroboter bis hin zu Kuriositäten wie einem „Driver Sport Pack“ kann der Peugeot 308 SW an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Kann der auch schnell?




Unabhängig von den Zusatzangeboten sollte der Peugeot 308 SW als das wahrgenommen werden, was er ist: ein Familienwagen. Von 0 auf 100 km/h benötigt er behäbige 12,6 Sekunden, die maximale Geschwindigkeit beträgt 199 km/h. Bei derart hohen Geschwindigkeiten muss der V3-Motor aber schon hörbare Arbeit leisten. Immerhin stimmt der Schadstoffausstoss: 109 Gramm CO2 auf einem Kilometer ist durchaus als sparsam zu bezeichnen, ohne dass dabei Bestwerte wie jene des Toyota Prius erzielt würden. Wer gerne ein überaus taugliches Familienauto braucht, darf ab Mai 2014 zuschlagen.

 

Oberstes Bild: Der neue Peugeot 308 SW Kombi für Familien (Bild: Jia Li / Shutterstock.com)



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