Ein Nachrüstungs-Kit lässt Audi-Modelle zum selbstfahrenden Kfz mutieren – der Cruise RP-1

01.07.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
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Ein Nachrüstungs-Kit lässt Audi-Modelle zum selbstfahrenden Kfz mutieren – der Cruise RP-1
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In den Labors sämtlicher Fahrzeughersteller wird fieberhaft daran gearbeitet, den ersten vollständig selbstfahrenden Pkw auf den Markt bringen zu können. Doch nicht nur Autohersteller legen in dieser Hinsicht eine selten gesehene Hektik an den Tag, auch der Internetgigant Google möchte gerne der erste Anbieter sein, der mit einem Fahrzeug dieser Art den Markt revolutioniert. Und das, woran sämtliche Giganten hoch konzentriert arbeiten, scheint nun einem Start-up gelungen zu sein, das natürlich im Silicon Valley beheimatet ist – wo auch sonst.

Cruise, so der richtungsweisende Firmenname des Unternehmens, welches erst seit sieben Monaten existiert, nimmt bereits Vorbestellungen für sein Nachrüstungs-Kit RP-1 entgegen, mit welchem einige Modelle der Fahrzeugschmiede Audi zu einem „Selbstfahrer“ um-, nach- und aufgerüstet werden können sollen. Bei seinem Projekt setzt Cruise ganz darauf, dass man zwar nicht die gesamte Bandbreite abdeckt, welche Google oder die Grossen der Automobilbranche anstreben, doch genau diese „Bescheidenheit“ könnte dem Start-up den Durchbruch und den grossen Wurf bringen.






Cruise Sensor Pod (Bild: www.getcruise.com)

Cruise Sensor Pod (Bild: www.getcruise.com)





Das „selbstfahrende Auto“ als Forschungsprojekt mit Priorität 1 in allen Kfz-Labors der Welt

Autofahren ist seit vielen, vielen Jahren des Menschen liebstes Hobby. Aber mit zunehmender Verkehrsdichte wird das Fahren auch immer mehr zu einer echten Herausforderung für Mensch und Material. Es wird, wenn wir das Staufahren als Massstab nehmen, was in den Metropolen aller Länder zum Tagesgeschäft gehört, zu einem massiven Zeitverschwender. Aber auch der Energieverbrauch, der durch das Autofahren entsteht, darf nicht unterschätzt werden. Konnte man vor einigen Jahren noch recht entspannt von A nach B gelangen, fordern die wechselnden Verkehrssituationen stets mehr Kapazitäten des Fahrers.

Sicherheitsabstände sind einzuhalten, die Spur muss bei wechselnden Witterungsverhältnissen gehalten werden und der Stop-and-go-Verkehr wirkt ermüdend. Der Tatsache versuchen die Fahrzeughersteller mit ständig neuen Verkehrsassistenten entgegenzuwirken. Sie erleichtern dem Fahrer bereits jetzt in einigen Bereichen das Fahren, helfen auch, den Verkehr sicherer zu machen. Aber Tausende von Toten in jedem Jahr, die auf den Strassen sterben, sprechen hinsichtlich der vielen tragischen Fehler und des menschlichen Versagens von Fahrzeugführern eine mehr als deutliche Sprache. So ist das finale Ziel der Automobilbranche schnell umrissen: Man will das selbstfahrende Auto kreieren.






Der Computer, der all die gewonnenen Daten auswertet und das Fahrzeug steuert, sitzt im Kofferraum des Kfz. (Bild: www.getcruise.com)

Der Computer, der all die gewonnenen Daten auswertet und das Fahrzeug steuert, sitzt im Kofferraum des Kfz. (Bild: www.getcruise.com)





Google träumt vom Wagen ohne Lenkrad und Pedale – Cruise ist mit weniger zufrieden

Googles grosse Vision für die Zukunft ist klar definiert: Man will ein Fahrzeug erschaffen, welches ohne Lenkrad und Pedale auskommt. Der ehemalige Fahrer ist nur noch Gast – ein Gast ohne Verantwortung. Doch springt Google dabei gedanklich nicht den einen, entscheidenden Schritt zu weit? Cruise bescheidet sich in dieser Hinsicht mit weniger hohen Zielen. Seit dem 23. Juni 2014 kann man bei diesem jungen Start-up das Nachrüstungs-Kit mit Namen Cruise RP-1 vorbestellen. Die ersten Exemplare sollen im Verlauf des Jahres 2015 auslieferbar sein.




Das Start-up Unternehmen stellt sich dabei weit bescheidener auf, als das bei Google oder den Giganten der Fahrzeugbranche der Fall ist. So sollen die ersten Modelle dazu geeignet sein, den Käufern auf den kalifornischen Highways die Fahrarbeit abnehmen. Lieferbar wird das System Cruise RP-1 zuerst nur für einige ausgesuchten Modelle der Ingolstädter Fahrzeugschmiede Audi. Bis zur in den USA üblichen Geschwindigkeitsgrenze von 130 km/h soll das System seinen selbstfahrenden Dienst tun. Wer in den Genuss kommen möchte, muss aktuell 1000 US-Dollar anzahlen, und wer darüber hinaus zu den ersten 50 gehören möchte, bei denen das System verbaut wird, muss 10’000 US-Dollar vorschiessen.

Der Cruise RP-1 – ein luxuriöser Tempomat (Bild: www.getcruise.com)

Der Cruise RP-1 – ein luxuriöser Tempomat (Bild: www.getcruise.com)

Der Cruise RP-1 – ein luxuriöser Tempomat aus dem Silicon Valley

Wer das System der Firma Cruise vorbestellt, soll für seinen Audi einen Tempomat der absoluten Luxuskategorie geliefert bekommen. Der Hersteller verspricht, dass der Cruise RP-1 selbsttätig die Spur des Wagens hält, das Tempo regelt und mittels Kameras und Scannersystem die Fahrzeugumgebung nicht aus dem elektronischen Auge lässt. Im System sind sämtliche Highways des Bundesstaates Kalifornien hinterlegt und der RP-1 erkennt angeblich millimetergenau, an welchem Ort er sich befindet. Dafür, dass das auch wirklich funktioniert, ist auf dem Dach des Pkw ein Radarsystem verbaut, welches die Umgebung exakt sondiert. Der Computer, der all die gewonnenen Daten auswertet und das Fahrzeug steuert, sitzt im Kofferraum des Kfz. Kontrolliert wird der Computer über eine Art Joystick, der in die Mittelkonsole der Audi-Modelle eingelassen wird.

Kann man einem Start-up wirklich so weit vertrauen, dass es die Branchengiganten schlagen kann?

Skepsis ist natürlich grundsätzlich angebracht, wenn gerade ein Start-up mit einer revolutionären Umsetzung auf den Markt kommt, an welcher sich Konzerngiganten seit langer Zeit vergeblich versuchen. Zumal wenn es darum geht, einem Pkw mit Computersteuerung das Leben ganzer Familien anzuvertrauen. Aber Kyle Vogt ist nach eigenem Bekunden kein Newbie in der Branche. Seit sieben Jahren, so Vogt, arbeite er in diesem Bereich. Und auch den schnellen Durchbruch erklärt er logisch: Erst heute seien die technischen Grundvoraussetzungen so weit fortgeschritten, ein derartiges Projekt erfolgreich umzusetzen. Und darauf setzt Cruise mit seinem Nachrüstpaket für Audi.

Doch geht es nach dem Willen von Vogt und Cruise, so wird es nicht bei der einen Automarke bleiben, die man mit dem Kit zum Selbstfahrer „pimpen“ kann. Zudem würden, so Vogt, andere Regionen der USA avisiert, auf welchen man den RP-1 einsetzen kann. Doch wie die Leitung von Cruise mitteilt, wolle man sich nicht verzetteln, sondern einen Schritt nach dem anderen gehen. Man darf in automobiltechnischer Hinsicht also auf 2015 gespannt sein.

 

Oberstes Bild: Die Firma Cruise scheint als Start-up mit seinem System RP-1 eine Vorreiterrolle auf dem Markt der selbstfahrenden Autos zu übernehmen. (© www.getcruise.com)

Über Christian Erhardt

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