Der BMX X4 im Fahrbericht

09.06.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
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Der BMX X4 im Fahrbericht
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Die Modellvarianten werden immer ausgefallener: Mit einem SUV-Coupé möchte BMW weitere Kunden für sich gewinnen. Was der X4 in der Praxis leistet und ob solch ein Wagen angesichts des hohen Verbrauchs heutzutage noch vertretbar ist, zeigen wir im Fahrbericht.

SUV? Limousine? Coupé?



Was genau der BMW X4 ist, wird selbst auf den zweiten Blick nicht unbedingt deutlich. Die Designsprache ähnelt zwar dem voll ausgewachsenen X6, aber dafür ist der X4 deutlich kleiner – womit er schon ein wenig wie ein aufgedunsener Kleinwagen aussieht. Sehr deutlich ist jedoch seine Herkunft zu sehen, der Wagen strahlt einfach das typische BMW-Flair aus (was an dieser Stelle durchaus positiv gemeint ist). Dabei tritt der X4 in grosse Fussstapfen: Der X6 hat sich nämlich tatsächlich zu einer Erfolgsgeschichte gemausert, etwa 260’000-mal konnte sich der SUV innerhalb von sechs Jahren verkaufen.

Dieses Rezept – grosse Motoren, üppige Ausstattung, teure Extras – soll nun auch beim BMW X4 aufgehen. Das zumindest hofft der Produktmanager des Wagens, Richard Jacobi. Dafür soll der X4 aber vor allem sportlicher sein, was in der Praxis dann auch tatsächlich der Fall ist: Fast wie ein Sportwagen gleitet das SUV-Coupé über den Asphalt. Im Vergleich zum X3 etwa fällt auf, dass die Mitfahrer etwas tiefer sitzen, ausserdem verfügt der Wagen generell über weniger Platz im Innenraum.

Mit einem SUV-Coupé möchte BMW weitere Kunden für sich gewinnen. (Bild: Jordan Tan / Shutterstock.com )

Mit einem SUV-Coupé möchte BMW weitere Kunden für sich gewinnen. (Bild: Jordan Tan / Shutterstock.com )

Fast wie ein echter Sportwagen



Überhaupt spricht viel für den sportlichen Eindruck, den der BMW X4 hinterlässt: Wer versucht, durch den Spiegel aus den Seitenfenstern im Rücken zu schauen, erhält nur ein äusserst kleines Sichtfeld. Auch die Heckscheibe fällt so winzig aus, dass man bis auf herannahende Scheinwerfer praktisch gar nichts sieht – ganz so wie in einem Sportwagen. Für ängstliche Menschen hat BMW vorgesorgt: Kameras lassen sich in jede Blickrichtung so einstellen, dass der Blick in andere Richtungen auch über Bildschirme erfolgen kann. Das fühlt sich zwar etwas ungewohnt an, aber es funktioniert nach einer gewissen Eingewöhnungsphase tatsächlich.

Die Sportlichkeit des BMW X4 fällt dann auf, wenn der sogenannte Fahrerlebnisschalter auf Sport gestellt wird: Dann beschleunigt der Wagen extrem aggressiv, die Kraft des Motors liegt fast komplett auf der Hinterachse an, das Einlenken geschieht präzise und fast schon zu scharf. Eine ebenso rasante Schaltung sorgt dafür, dass man sich tatsächlich wie in einem aktuellen Sportwagen fühlt – obwohl der X4 eigentlich fast zwei Tonnen wiegt und einen hohen Schwerpunkt besitzt, welcher aus schnittigen Coupés eigentlich nicht bekannt ist.





BMW X4 – Serienfahrzeug ab 2015 (Bild: lev radin / Shutterstock.com)

BMW X4 – Serienfahrzeug ab 2015 (Bild: lev radin / Shutterstock.com)

Technik, die begeistert

Der BMW X4 35i verfügt über sechs Zylinder, womit er das einzige Modell dieser Klasse unter den Benzinern ist. Ganze 306 PS Leistung entfesselt der Motor, womit das Auto von 0 auf 100 km/h in nur 5,5 Sekunden beschleunigt – ein beeindruckender Wert für einen Wagen dieser Klasse. Auf geraden Strecken verführt der X4 zu rasanten Fahrten, Überholmanöver beherrscht er im Schlaf. Die Alltagstauglichkeit lässt das Modell dabei nicht ausser Acht: Auch erwachsene Personen können auf der Rückbank teilnehmen, im Kofferraum befindet sich Platz für ein Volumen zwischen 500 und 1400 Litern. Somit ist der Wagen tatsächlich auch für Familien geeignet.



Allerdings hat all der Fahrspass natürlich auch eine Schattenseite: der Verbrauch. BMW selbst gibt ihn mit 8,3 Litern auf 100 Kilometern an, wobei es sich dabei jedoch um utopische Werte handelt. Beim Test schluckte der X4 nämlich zwischen zehn und elf Liter Benzin. Wer hingegen nur im Sport-Modus unterwegs ist, darf sich auch auf einen Verbrauch jenseits der 15 Liter einstellen – womit von einer Umwelt- oder Geldbörsenfreundlichkeit nicht mehr die Rede ist. Ob sich ein solches Auto in unserer heutigen Gesellschaft, die sich gerade auch ein wenig auf dem Öko-Trip befindet, noch in ausreichenden Stückzahlen verkaufen lassen kann, wird die Zeit zeigen.

Was kostet der (Fahr-)Spass?

Ab dem 12. Juli gibt es den BMW X4 in vielen Ländern Europas zu kaufen. Wie viel Interessenten für den Wagen auf den Tisch legen müssen, hängt auch von der Variante ab: Der mit 184 PS ausgestattete 20i ist der günstigste SUV im Sortiment, danach geht die Reise über den 28i mit 245 PS und den erwähnten 35i. Ausserdem gibt es noch einige Dieselvarianten zwischen 190 und 313 PS. 56’200 Franken kostet der X4 dabei mindestens, nach oben hin gibt es jedoch zahlreiche Extras zu erstehen, die den Preis potenziell explodieren lassen.

Preislich darf man BMW jedoch nichts vorwerfen: Xenonlicht, eine elektrische Heckklappe, 18-Zoll-Räder und andere Extras sind beim X4 schon integriert – und all diese Schmankerl kosten beim X3 noch einen zusätzlichen Aufpreis. Wer sich den Wagen also leisten kann, muss nur noch entscheiden, ob er in einem etwas grösseren Sportwagen tatsächlich einen für heutige Verhältnisse unerhörten Spritverbrauch akzeptieren kann.



 

Oberstes Bild: BMW X4 Concept Car auf der Automesse in Singapur 2013 (© Jordan Tan / Shutterstock.com)


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