Das richtige Auto für ältere Menschen finden

30.07.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
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Das richtige Auto für ältere Menschen finden
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Senioren gehören schon heute zu den wichtigsten Verkehrsteilnehmern in der Schweiz und Europa, in den nächsten Jahrzehnten wird ihr Anteil im öffentlichen Strassenverkehr noch steigen. Auch wenn die Fahrfähigkeit grundsätzlich nicht ans Alter geknüpft ist, bieten sich verschiedene Fahrzeugtypen stärker für Menschen in einem höheren Alter an.

Gemeint ist hiermit nicht der Oldtimer als Sammlerstück, mit dem der Fahrzeugbesitzer vielleicht schon seit Jahrzehnten gute Erinnerungen verbindet. Einstieg, Sitzkomfort oder technische Komponenten sind eher zu beachten, um auch im höheren Alter mit Freude und gehobener Sicherheit unterwegs zu sein.

Dass Menschen in den letzten Jahrzehnten ihres Lebens verschiedene Fähigkeiten einbüssen, ist unvermeidlich. Vielmehr wollen die Augen schon im mittleren Lebensalter nicht mehr richtig, das Fahren mit Brille oder Kontaktlinsen wird zur Pflicht. Zum grösseren Problem wird die eingeschränkte Beweglichkeit im hohen Alter, neben einem bequemen Einstieg sollten alle wichtigen Funktionen im Cockpit des Autos mühelos zu erreichen sein. Tatsächlich gehen verschiedene Hersteller und Baureihen auf diese Bedürfnisse ein und bewerben ihre Fahrzeuge bewusst für die Rentnergeneration, ohne hierdurch jüngere Menschen als Zielgruppe ausschliessen zu wollen.






(Bild: CroMary / Shutterstock.com)

(Bild: CroMary / Shutterstock.com)

Mit SUV oder Crossover-Modell zum bequemen Einstieg gelangen

Ein häufig geäussertes Problem von Menschen der älteren Generation ist der unbequeme oder schmerzhafte Einstieg ins Fahrzeug. Vom Kleinwagen bis zur Oberklasse kann dieser zur Herausforderung werden, falls der Rentner tief ins Fahrzeug einsteigen und sich hiernach mühsam wieder hinaushieven muss. Durch einen SUV oder Crossover-Modelle lässt sich bei entsprechenden Problemen ein wertvoller Beitrag leisten, der gefühlt ein ebenerdiges Einsteigen ermöglicht und keinen grossen Kraftaufwand beim Aussteigen voraussetzt. Da der SUV über das letzte Jahrzehnt nicht nur in der Schweiz immer beliebter geworden ist, müssen Rentner nicht mit einem klassischen Geländewagen rechnen. Vielmehr steht die Variante mit erhöhter Sitzposition auch als echter Stadtwagen mit herabgesetzter Dynamik zum Kauf bereit.

Mit SUV oder Crossover-Modell zum bequemen Einstieg gelangen. (Bild: Tyler Olson / Shutterstock.com)

Mit SUV oder Crossover-Modell zum bequemen Einstieg gelangen. (Bild: Tyler Olson / Shutterstock.com)

Grundfunktionen bequem vom Lenkrad aus bedienen




Unabhängig von Alter und Beweglichkeit ist die Entscheidung für einen Automatik im Vergleich zum klassischen Schaltwagen vielen Rentnern anzuraten. Hierdurch wird nicht nur ein Risiko für Schäden und Unfälle durch den falschen Umgang mit Kupplung und Schaltung aus dem Fahrzeug verbannt, vielmehr muss der Schaltknüppel seltener bewegt werden und berücksichtigt eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Überhaupt sind viele moderne Baureihen darauf ausgelegt, alle wichtigen Funktionen direkt über das Lenkrad bedienbar zu machen, Knöpfe und Schalter sind in direkter Reichweite des Fahrers untergebracht. Was bereits für einen jüngeren Verkehrsteilnehmer den Fahrkomfort erhöht und alle wichtigen Einstellungen direkt greifbar macht, ist im höheren Alter umso wichtiger. Da manche Tastenbelegungen sogar nach eigenen Vorlieben vorgenommen werden können, kann beim Fahrzeugkauf eine entsprechende Option interessant sein.




Mit technischen Komponenten den Fahrkomfort steigern

Um komfortabler als in herkömmlichen PKWs unterwegs zu sein, kommt es für ältere Mitmenschen nicht alleine auf eine erhöhte Sitzposition an. In manchen Fahrsituationen lassen sich weitgreifende Bewegungen nicht vermeiden, vor allem das Einparken wird zur physischen Herausforderung. Gerade in dieser Hinsicht leisten technische Komponenten in modernen Fahrzeugen eine unverzichtbare Hilfe, akustische Signale oder die elektronische Einparkhilfe sind aus Fahrzeugen für ältere Autofahrer kaum mehr fortzudenken. Über die nächsten Jahre werden sich weitere technische Assistenten in allen Fahrzeugarten etablieren, die Gefahren durch äussere Sensoren eigenständig erkennen und automatisch Bremsen oder ähnliche Prozesse einleiten. Fehlende Sicht oder lange Reaktionszeiten, die im Rentenalter unvermeidlich sind, werden so durch die technische Unterstützung intelligent ausgeglichen.






Abhängig von Alter und Zustand des Fahrers können elektronische Hilfsmittel zu einer Überforderung führen. (Bild: Robert Crum / Shutterstock.com)

Abhängig von Alter und Zustand des Fahrers können elektronische Hilfsmittel zu einer Überforderung führen. (Bild: Robert Crum / Shutterstock.com)





Technische Hilfsmittel, Nutzen und Fahrzeugpreis in Relation setzen

So gut verschiedene Funktionen in modernen PKWs konzipiert sind und für Rentner eine Hilfe darstellen – der individuelle Nutzen ist von Fahrer zu Fahrer verschieden. Ein Automobil ist nicht zwangsläufig stärker für einen älteren Mitmenschen geeignet, nur weil dieses ein Maximum an technischen Hilfsmitteln besitzt. Manche Funktionen werden für den einzelnen rüstigen Rentner kaum von Interesse an, müssen beim Fahrzeugkauf allerdings teuer bezahlt werden. Ausserdem kommt mit jedem elektronischen Hilfsmittel eine weitere Funktion ins Fahrzeug, die bedient und vom Fahrer kontrolliert werden muss. Abhängig von Alter und Zustand des Fahrers führt dies schnell zu einer Überforderung, sodass beim Fahrzeugkauf eher auf ein sinnvolles und überschaubares Spektrum an elektronischen Hilfsmitteln geachtet werden sollte.

Ältere Fahrer selbst ihr Fahrzeug auswählen lassen

Kein Rentner wünscht sich die Bevormundung durch Kinder, Enkel oder andere Instanzen. Beim Kauf eines altersgerechten Autos gilt dies umso stärker und führt im Extremfall dazu, dass sich der ältere Fahrer bei der Bedienung eines aufgeschwätzten Fahrzeugs überfordert fühlt und deshalb einen Unfall baut. Wenn Geld in einen Neu- oder Gebrauchtwagen investiert wird, hat alleine der Rentner über die Eignung zu entscheiden. Dies fängt bereits bei elementaren Werten wie der Motorenleistung an, da nicht jeder Rentner gleichermassen über Stadt und Land unterwegs ist. Die Beratung durch den Händler oder die Familie mag helfen, die letzte Entscheidung muss dennoch der Fahrer treffen. Ausserdem kann die Bedienung in den kommenden Jahren durch einen schleichenden Kräfteverfall zur stärkeren Herausforderung werden.

 

Oberstes Bild: Die Zahl der älteren Verkehrsteilnehmer nimmt zu. (©Little Moon / Shutterstock.com)


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