Das lesende Auto – sind Connected Cars die Kleinwagen der Zukunft? Nein, sagt der Test!

12.06.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
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Das lesende Auto – sind Connected Cars die Kleinwagen der Zukunft? Nein, sagt der Test!
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Was bisher nur für die grossen und luxuriösen Modelle galt, wird auch bei den Kleinwagen zur Option: Das Fahrzeug kann mit dem Smartphone gekoppelt werden. Der Pkw spricht! Doch wie immer steckt der Teufel im Detail, denn völlig ohne Probleme und Reibungsverluste lassen sich gerade die kleineren Pkw nicht vernetzen.

Was für die Autos der Oberklasse seit Jahren bereits zum Standard gehört, ist beim Kleinwagen nicht unproblematisch. Und dabei bilden auch die Hersteller, die den Weg eigentlich durch ihre Topmodelle kennen sollten, keine Ausnahme. Im Praxistest bestehen durch die Bank Schwierigkeiten bei der reibungslosen Kopplung, und dabei ist es gleich, ob es sich um Smartphones mit iOS, Android- oder Windows-Betriebssystem handelt.



Das Auto, das dem Fahrer die eigenen SMS vorträgt

Freihändig zu telefonieren, im Pkw im Internet zu surfen, die Musik vom Smartphone im Wagen zu hören und sich die eingehenden SMS, Mails oder WhatsApp-Nachrichten vom Auto vorlesen zu lassen, war bisher Fahrern vorbehalten, die sich bei den Luxusmodellen der Fahrzeughersteller bedienen konnten. Dafür war ein ausreichendes Finanzpolster notwendig. Doch immer mehr Hersteller versuchen, auch beim unteren Preissegment diese Annehmlichkeiten zu bieten. Audi mit dem A1, Peugeot mit dem 208, Toyota mit dem Yaris, VW mit dem Polo, der Fiesta von Ford, die kleinen Modelle bei Opel, der Renault Clio oder auch der Mini Cooper – sie alle wollen sich mit dem Smartphone des Fahrers vernetzen.

Doch wie gut funktioniert die Technik im Innenraum des Pkw tatsächlich? Das Ergebnis ist schlicht ernüchternd. Nicht eine Kombination der unterschiedlichen Hersteller bietet reibungsloses Hörvergnügen im Auto.

iOS, Android- und Windows-Betriebssysteme – beim Kleinwagen „rumpelt“ die Connection



Im Alltagstest wurde versucht, unterschiedliche Telefone mit am Markt erhältlichen Betriebssystemen und dem Wagen zu verbinden. Die Testmodelle waren das iPhone 5s mit iOS, das Galaxy S4 mit Android-Betriebssystem und das Lumia 1020 von Nokia, das auf das Betriebssystem von Windows zurückgreift. Diese Geräte wurden im Alltagstest per USB oder über Bluetooth mit dem Pkw gekoppelt. Dabei waren die Testergebnisse nicht nur häufig erschreckend, es liessen sich auch gravierende Unterschiede feststellen. Als Faustformel lässt sich festhalten, dass Android und iOS noch am besten abschnitten, was die Vernetzung angeht. Sie konnten unter dem Strich am besten und am reibungslosesten integriert werden.

Der Polo und der Mini Cooper mit der Nase vorne, was die Kompatibilität angeht

Der Test der unterschiedlichen Pkw und der diversen Smartphones zeigte deutlich auf, dass im Polo von VW und im Mini Cooper Besitzer unterschiedlicher Smartphones am besten fahren. Zumindest sind alle drei Betriebssysteme mit den Fahrzeugen kompatibel. Gerade das britische Modell des Mini Cooper wusste dabei mit einem umfassenden Funktionalitätspaket beim Galaxy von Samsung und beim iPhone von Apple zu überzeugen. So dürfen sich Käufer dieses Modells darüber freuen, dass sie unterschiedlichste Apps nutzen können. Dazu gehört zum Beispiel das allseits sehr beliebte Facebook, aber eben auch der Lieblingssender, den man sich über Webradio-Angebote ins eigene Auto holen kann.



Dabei wusste vor allem die Bedienerfreundlichkeit zu überzeugen, und auch die Darstellung konnte nur mit gut bewertet werden. Problematisch wurde es beim Modell von Nokia und dem Betriebssystem von Windows, da sich darüber keine Onlinedienste ansteuern liessen. Auch die Nutzung der gesamten Bandbreite an Apps war beim Lumia im Mini Cooper nicht immer möglich. Das trübt natürlich den Gesamteindruck, denn wer ist schon gerne auf bestimmte Smartphone-Modelle beschränkt?

Das System im Polo von VW bestach durch die hohe Schnelligkeit und seine Option der intuitiven Bedienbarkeit. Abstriche gab es dafür, dass die Nutzung der Onlineangebote stark eingeschränkt und teils überhaupt nicht in Gang zu setzen war. Da nutzt dem Fahrer dann auch das grosszügig dimensionierte Touchscreen-Display recht wenig. Das grosse Display gehört im Grunde zum Standard der Kleinwagen – sieht man einmal vom Ford ab. Gerade da fiel auf, dass die sehr abgespeckte Displaygrösse Grund zur Klage gab.

Das Auto, das dem Fahrer die eigenen SMS vorträgt (Bild: aliola / Shutterstock.com)

Das Auto, das dem Fahrer die eigenen SMS vorträgt (Bild: aliola / Shutterstock.com)

Schwächen bei der Erklärung der vorhandenen Systeme in den Kleinwagen

Wie beim Polo von VW hat auch der Fiesta der Kölner Pkw-Schmiede Ford massive Probleme, wenn es darum geht, Onlinedienste in den Wagen zu holen. All das, was wirklich onlinebasiert läuft, bleibt dem Besitzer und Fahrer des Fiesta vorenthalten. Und doch geht es beim Fiesta noch darüber hinaus, denn auch die Musikwiedergabe ist nur mangelhaft möglich, weil die Kopplung mit Bluetooth „hakelt“.

In dieser Hinsicht haben dann wieder der Yaris von Toyota, der Clio von Renault und der 208er von Peugeot die Nase weit vorne. Das Bluetooth dieser Pkw ist nur als vorbildlich und weitgehend störungsfrei zu bezeichnen. Zumindest was die Telefonie angeht, holten sich alle Kleinwagen ihre Pluspunkte. Das Freisprechen funktionierte fantastisch und auch die Suche nach gespeicherten Verbindungen im Adressbuch des Smartphones lief reibungslos und beanstandungsfrei. Wer also nur telefonieren möchte, der ist durch die Bank gut aufgehoben.



Minuspunkte gab es durchweg für die mangelhaften Erklärungen der Systeme, die man auf den Webseiten der Hersteller nachlesen kann. Es wurde da zu wenig Liebe ins Detail der Erklärungs- und Dokumentationsversuche gesteckt.

Beim Opel Adam spricht „Siri“ mit dem Fahrer

Der Kleinwagen aus dem Hause Opel, der Adam, wusste durch das perfekte Zusammenspiel von Pkw und der Sprachsteuerung Siri absolut zu überzeugen. Abzüge gab es aber auch hier, denn diese perfekte Kopplung funktioniert leider nur mit den Produkten aus dem Hause Apple – also den iOS-basierten Geräten. Doch so wunderbar rund Siri auch lief, so enttäuschend verlief der Versuch, sich die eigenen SMS vorlesen zu lassen. Keine Smartphone-Version wusste dieses Feature in den Pkw zu bringen.

Doch damit steht der Adam von Opel nicht allein auf weiter Flur. Auch im Clio aus dem Hause Renault und dem 208er von Peugeot muss man darauf verzichten, dass die SMS vorgelesen werden. Und das greift für das Galaxy wie auch das Lumia oder das iPhone. Kein Smartphone wollte die Funktion aus dem Wagen herauskitzeln.

Grosse Preisunterschiede bei den Systemen

Gravierend wurde der Testunterschied dann, als es an die Preisgestaltung ging. Bietet das Haus Opel sein System bereits gegen einen Aufpreis von rund 400 Franken an, springt das System beim A1 von Audi in den Bereich von 3000 Franken, denn das System ist mit einem Navigationssystem sowie einer Audioanlage von 80 Watt Ausgangsleistung gekoppelt. Doch ganz gleich, wie teuer die Systeme auch sind, das Herzstück, also die Konfiguration der Systeme mit dem Smartphone, bleibt ein Rätsel. Helfen kann dabei im Normalfall nur das Autohaus, wo man das Telefon am besten mit dem Pkw koppeln lassen sollte.

Als Fazit liess sich festhalten, dass man von einer universellen Lösung, die alle Smartphone-Nutzer gleichermassen bedenkt, noch Lichtjahre entfernt zu sein scheint. So bleibt einem Interessenten nichts anderes übrig als auszuprobieren, wie das Zusammenspiel am besten möglich ist.



 

Oberstes Bild: Das lesende Auto – sind Connected Cars die Kleinwagen der Zukunft? (© Myvector / Shutterstock.com

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