Mehr Sicherheit im Strassenverkehr durch sprechende Busse

12.05.2014 |  Von  |  Allgemein
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Mehr Sicherheit im Strassenverkehr durch sprechende Busse
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Wenn der Bus im Strassenverkehr mit Ihnen spricht, stehen Sie entweder unter dem Einfluss fragwürdiger Substanzen – oder Sie halten sich in Portland in den USA auf, wo das zuständige Verkehrsministerium derzeit ein interessantes Pilotprojekt durchführt, das auch für den Rest der Welt von Interesse sein könnte.

Warum spricht der Bus?



Mit der einfachen und unmissverständlichen Aussage „Der Bus biegt ab“ warnen Busse in Portland im Bundesstaat Oregon Fussgänger vor heranfahrenden Fahrzeugen. Über einen Lautsprecher, der auch dann wirksam sein soll, wenn die Zielperson Kopfhörer trägt, wird das Signal nach aussen getragen. Das Ziel dahinter ist klar: Heute wandert der Blick der Passanten häufig auf das Smartphone und nicht etwa auf den Strassenverkehr. Sogar einen eigenen Fachbegriff haben sich die US-Amerikaner dafür bereits ausgedacht: Das „distracted walking“, also ein abgelenktes Laufen, wird dort immer mehr zum Problem.

Erschreckende Zahlen

Weiterhin setzt das Verkehrsministerium nicht nur auf Signale per Lautsprecher, auch visuelle Warnbotschaften mittels blinkender LED-Leuchten sollten dabei helfen, den Fussgänger vor fatalen Fehltritten zu schützen. Die Notwendigkeit sieht die Behörde durchaus gegeben: 90 % der US-Bürger besitzen ein Mobiltelefon (in der restlichen Welt dürfte diese Statistik nicht anders aussehen), etwa 65 % prüfen das Gerät permanent auf Neuigkeiten, was auch Zeiten im Strassenverkehr einschliesst.

Bei einer Studie der Universität in Washington wurde herausgefunden, dass fast 20 % der Handynutzer das Gerät ausgiebig bearbeiteten, während sie gerade über eine Kreuzung während der Rush Hour liefen.



Ein Beispiel für den Rest der Welt?

Ob sich die sprechenden Busse langfristig durchsetzen, ist derzeit noch offen. Zunächst hat das zuständige Ministerium in Oregon die sechstmonatige Testphase mit Geldern in Höhe von 400‘000 US-Dollar (was derzeit etwa 350‘000 Franken entspricht) bezuschusst. Erst nach der Testphase soll entschieden werden, ob sich die Busse – und in der Folge möglicherweise auch andere Massnahmen – durchsetzen werden.

Offenbar macht das Projekt zumindest in den USA aber schon jetzt Eindruck, denn auch in Cleveland rollen die Busse mit Warnmitteilung bereits über die Strassen. Ob es auch in Europa irgendwann so kommen wird, ist aber komplett unklar. Hoffen wir, dass es nicht so weit kommen muss – denn die Lärmbelästigung im Strassenverkehr würde dadurch natürlich nur noch anwachsen …



 

Oberstes Bild: ©  Andre Maritz – Shutterstock.com



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