CO2-Emissionen: Mit Zertifikaten von Tesla die Strafsteuer für zu hohe Werte umgehen

26.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
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CO2-Emissionen: Mit Zertifikaten von Tesla die Strafsteuer für zu hohe Werte umgehen
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Not macht erfinderisch. Der in Kalifornien ansässige Elektroautobauer Tesla fährt im Hinblick auf den Verkauf seiner Elektroautos immer noch Verluste ein. In der Schweiz hat das Unternehmen jetzt aber ein lukratives Zusatzgeschäft realisiert: So unterstützt Tesla Autohersteller dabei, die strengen CO2-Richtlinien einzuhalten.

Zu diesem Zweck versteigert das US-amerikanische Unternehmen entsprechende Zertifikate. Regelrechte „Dreckschleudern“ werden so für mehrere Tausend Franken quasi poliert und reingewaschen. Im Allgemeinen lohnt sich für die jeweiligen Hersteller ein Geschäft dieser Art. Leidtragende ist die Umwelt.



Das Unternehmen aus Kalifornien hat sich die Schweiz dabei bewusst als Betätigungsfeld für dieses Zusatzgeschäft ausgesucht. In der Alpenrepublik gelten nämlich – ähnlich wie in der Europäischen Union – besondere CO2-Vorschriften für neu zugelassene Fahrzeuge. So dürfen bis zum Jahr 2015 die Fahrzeugflotten der entsprechenden Hersteller lediglich 130 Gramm pro Kilometer (Mittelwert) ausstossen. Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, muss mit einer saftigen Strafe rechnen. Oder er kauft eben ein von Tesla angebotenes CO2-Zertifikat.

Dabei läuft dieser Deal immer nach einem identischen Prinzip ab. Ausgehend von der Tatsache, dass in der Schweiz jedes einzelne Gramm CO2, das nicht mehr innerhalb der gesetzlich geregelten Zielvorgabe der avisierten 130 Gramm bleibt, besteuert werden muss, hat Tesla ein explizit darauf ausgerichtetes Leistungsportfolio generiert. Zwar sind im Hinblick auf das zu erwartende Bussgeld bei entsprechenden Vergehen die ersten drei Gramm noch vergleichsweise günstig, ab dem vierten Gramm werden dann aber pro Gramm 142,50 Franken als Strafgeld fällig.

Das US-amerikanische Unternehmen versteigert CO2-Zertifikate in der Schweiz. (Bild: Anthony Correia / Shutterstock.com)

Das US-amerikanische Unternehmen versteigert CO2-Zertifikate in der Schweiz. (Bild: Anthony Correia / Shutterstock.com)

Es können teilweise Kosten von bis zu 10’000 Euro von den Herstellern eingespart werden



Dies würde bedeuten, dass eine leistungsstarke Limousine, die auf einen Ausstoss von rund 242 Gramm pro Kilometer kommt, bei der aktuellen Gesetzeslage fast 15’500 Franken Bussgeld bezahlen muss. Allerdings wird genau hier die Möglichkeit eingeräumt, dass die Hersteller der Strafsteuer entgehen können, wenn die Limousine mit einem so bezeichneten Tesla Model S symbiotisch kombiniert wird. Dies liegt daran, dass das Elektroauto von Tesla mit keinerlei Emissionen aufgelistet wird, so dass im Endeffekt beide Fahrzeuge zusammen nämlich lediglich 242 Gramm verursachen bzw. ausstossen. Also beläuft sich – rein rechnerisch – der Ausstoss pro Auto auf 121 Gramm CO2. Das heisst im Umkehrschluss, dass das jeweilige Auto, dessen CO2-Ausstoss eigentlich deutlich über dem gesetzlichen Grenzwert liegt, plötzlich die Rahmenbedingungen erfüllt und somit auch kein Bussgeld dafür fällig wird.



Feste Preise für diesen Deal ruft Tesla dabei anscheinend nicht auf. Stattdessen versteigert das Unternehmen aus Kalifornien die entsprechenden Zertifikate grundsätzlich höchstbietend. Um welche Summen es hier geht, darüber hüllen sich sowohl Tesla als auch die diesbezüglichen Geschäftspartner in Schweigen. Einen Anhaltspunkt für einen gängigen Preis lieferte nur der „Tages-Anzeiger“, der von Summen bzw. Preisen von knapp 4000 Franken ausgeht.



Wird dieser Preis zugrunde gelegt, wird schnell deutlich, wie lohnenswert sich dieser Deal in der Schweiz für die Autohersteller darstellt. Im Extremfall können hier über 10’000 Franken an Kosten im Hinblick auf die Strafsteuer gespart werden. Ganzheitlich betrachtet lagen die durchschnittlichen CO2-Emissionen in der Alpenrepublik im Jahr 2013 bei rund 145 Gramm; insgesamt etwa 5,1 Millionen Franken wurden als entsprechende Strafsteuer fällig.

Tesla Model S an einer Tesla Supercharger-Stromtankstelle (Bild: Jeff Cooper, Wikimedia, CC)

Tesla Model S an einer Tesla Supercharger-Stromtankstelle (Bild: Jeff Cooper, Wikimedia, CC)

Renommierte Autobauer wie Hyundai zeigen reges Interesse an dem Deal

Der Deal sei durchaus als gängige Praxis zu bewerten, beziehen zum Beispiel die Umwelt- und Verkehrsexperten des Instituts der deutschen Wirtschaft eindeutig Stellung. Im Grunde genommen ist das Geschäft mit den Zertifikaten vergleichbar mit den Supercredits. Auch hierbei dürfen die entsprechenden Hersteller Hybridautos oder E-Mobile auf ihre Fahrzeugflotte mit einem höheren Faktor anrechnen und somit die eigene CO2-Bilanz im Mittelwert verbessern. Eine Sprecherin von Tesla hat denn auch unlängst klargestellt, dass das Vorgehen legitim sei und dass es das Unternehmen auch weiterhin in dieser Form praktizieren werde.

Dass die in der Regel umweltbewussten Käufer der Tesla-Elektroautos somit indirekt regelrechte Spritschleudern decken, welche die Umwelt stark belasten können, lässt die Firma indes nicht als Kritik gelten. Der einzige Unterschied sei, dass die Schweiz keine Strafsteuer kassieren und diese Gelder zum Beispiel für den Strassenbau bereitstellen könne. Auch international wird ein entsprechender Deal mit Tesla eingehend beobachtet. Nunmehr hat zum Beispiel der koreanische Autohersteller Hyundai starkes Interesse an den Zertifikaten bekundet. Allerdings bleibt bisher die Frage unbeantwortet, ob das Unternehmen aus Kalifornien seine Zertifikate auch innerhalb der Europäischen Union an interessierte Hersteller verkauft oder verkaufen möchte. Eine Stellungsnahme des Unternehmens steht hier noch aus.



 

Oberstes Bild: Der Elektroautobauer Tesla bietet Autoherstellern in der Schweiz CO2-Zertifikate an. (© 360b / Shutterstock.com)



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