Herbie, KITT und Christine – ein Besuch bei den berühmtesten Filmautos

22.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Aston Martin, Auto
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Herbie, KITT und Christine – ein Besuch bei den berühmtesten Filmautos
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Dass Autos mehr sind als reine Transportgeräte, ist unbestritten. Sie sind Ausdruck von persönlicher Freiheit, Individualität, Geschmack und Gegenstand für Fahrfreude. Kaum ein technisches Produkt ist dermassen mit Emotionen aufgeladen wie die Personenkraftwagen.

Die Liebe eines Besitzers zu seinem Auto ist heute mit der Beziehung eines Reiters zu seinem Pferd vergleichbar. Dies blieb auch seit jeher der Unterhaltungsindustrie nicht verborgen. Ob als prägnanter Werbeclip oder als charakterisierendes Element in Serie oder Kinofilm, das Auto ist ein sehr beliebter Gegenstand für die narrative Verwendung.

Der Trend der Verwendung von Fahrzeugen zur Vermittlung bestimmter Subtexte und zur Charakterisierung einer filmischen Figur ist bis heute ungebrochen. Ihre Verwendung als Eye-Catcher oder als Gegenstand der lustvollen Zerstörung leistet ihr Übriges, um einen Schauwert mittels Autos in eine visuelle Narration einzupflegen. Hier soll eine kleine Auswahl der bekanntesten Fahrzeuge präsentiert werden, welche ihren Weg in die Film- und Fernsehgeschichte geschafft haben.

Als einen der Urväter charakterbildender Autos kann der legendäre Aston Martin DB5 von James Bond aus dem Film „Goldfinger“ von 1965 gelten. Dieser Wagen bildete den Anfang der mit allerlei Gadgets ausgerüsteten Fahrzeuge. Das wurde sogleich zu einem der wichtigsten Bestandteile dieser Filmreihe. Die Tradition der mit Maschinengewehren, Ölspritzen und Reifenkrallenwerfern ausgestatteten Wagen hielt sich bis zum bislang letzten James-Bond-Film. Dort wurde jedoch der Urvater dieser Tradition effektvoll zerstört; ob dies auch das Ende der Gadgetmobile bedeutet, bleibt abzuwarten.


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Zur schicken, aber unauffälligen Verkleidung eines waffenstarrenden Kampfmobils von James Bond wurde mit dem „Batmobil“ aus der Fernsehserie „Batman“ ein wirkungsvolles Gegenkonzept gebildet. Dieses war schon von Weitem als exklusives, gefährliches und höchst schlagkräftiges Auto – in der ersten Version ein umgebauter Ford Thunderbird – erkennbar. Auch hier wurde der Grundstein für eine ganze Fahrzeugfamilie geführt, welche zuletzt in ein hubschrauberähnliches Gerät mündete.


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Den martialischen und waffenstarrenden Konzepten von Bond- und Batmobil wurde durch Disneys „Herbie“ im Jahr 1968 ein sympathisches Kontrastprogramm präsentiert. Ein schlichter Volkswagen Käfer, welcher jedoch ein höchst quirliges Eigenleben führte, war der Hauptdarsteller der gleichnamigen Filmreihe. Im Gegensatz zu seinen grimmigen Vorgängern blieb Herbie als Fahrzeug und Filmfigur in der gesamten Filmreihe nahezu unverändert. Bezeichnenderweise ist der englische Originaltitel des ersten Herbie-Films „The Love Bug“. Dies benennt erstmals die Möglichkeit, echte Gefühle für sein Fahrzeug entwickeln zu können.


Herbie (Bild: © Cedric Weber - Shutterstock)

Herbie (Bild: © Cedric Weber – Shutterstock)


Wo Liebe ist, sind Leidenschaft, Hass und Tod nicht fern. Oder anders ausgedrückt: Wo es einen „Herbie“ gibt, muss es auch ein dämonisches Pendant geben. Dieses fand in Form der feuerroten „Christine“ im Jahr 1984 seinen Weg auf die Leinwände der Kinos. Christine ist ein prunkvoller amerikanischer Oldtimer, welcher der designverrücktesten Zeit des Automobilbaus entstammt. Niemals waren die Chromorgien exzessiver und die Heckflossen grösser als in den Jahren 1957 bis 1959.


Feuerrote Christine - 1957er Plymouth Fury (Bild: Hylnder777, Wikimedia, CC)

Feuerrote Christine – 1957er Plymouth Fury (Bild: Hylnder777, Wikimedia, CC)


So war auch Christine, ein 1957er Plymouth Fury (was bezeichnenderweise „Zorn“ bedeutet), ein eifersüchtiges, hasserfülltes und absolut tödliches Auto, welches gnadenlos auf jeden Jagd machte, der seinem Besitzer zu nahe kam. Im Film und in der literarischen Vorlage von Stephen King wird mit Christine auch die Idee, dass „Liebe stärker als der Tod“ sei, auf die Spitze getrieben. „Christine“ wird verunfallt, verbrannt, mit einem Bagger überfahren oder durch die Hand einer Horde Vandalen mit Vorschlaghämmern zerstört – kraft der ihr zugeteilten Liebe durch ihren Besitzer regeneriert sie sich jedes Mal wieder vollständig.

Die Interaktion mit dem Auto war bei Christine und Herbie stets einseitig. Das Auto als vollständiger Lebenspartner wurde dagegen in der Fernsehserie „Knight Rider“ präsentiert. Ein unauffälliges Sportcoupé namens KITT wurde mit allerlei technischen Gadgets und zudem mit „Künstlicher Intelligenz“ ausgestattet. Diese erlaubte ihm, mit seinem Fahrer und anderen Personen zu sprechen. Die Serie war in den 1980er-Jahren äusserst populär und hat ihren Platz in der Fernsehgeschichte gefunden.

KITT stellt bis heute jedoch die Spitze der Entwicklung der erwähnenswerten Fahrzeuge mit eigener Persönlichkeit in der Film- und Fernsehgeschichte dar. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht noch weitere Autos gäbe, die ihre Spuren auf dem Zelluloid hinterlassen haben.


Der legendäre KITT aus der Fernsehserie „Knight Rider“ (Bild: Tabercil, Wikimedia, CC)

Der legendäre KITT aus der Fernsehserie „Knight Rider“ (Bild: Tabercil, Wikimedia, CC)


Seit 1984 weiss man, dass Zeitmaschinen nicht mehr wie umgebaute Weihnachtsmannschlitten, sondern wie spektakuläre Sportwagen aussehen. Von einem DeLorean, wie er in „Zurück in die Zukunft“ präsentiert wurde, werden heute noch magische Kräfte erwartet. Die ungeheure Popularität, welche das spektakuläre und innovative Fahrzeug durch den Film genoss, konnte leider nicht über die technischen und qualitativen Defizite des Wagens hinweghelfen. Immerhin: Seine Beliebtheit ist bei eingefleischten Fans so weit noch präsent, dass er heute wieder als Neufahrzeug bestellt werden kann.



Das letzte Auto dieser Reihe soll der 1999er Pontiac Aztec sein. Dieses äusserst ambivalente Emotionen hervorrufende Fahrzeug bietet eigentlich schon eine spannende Geschichte für sich. Technisch und qualitativ überzeugend, vergraulte der Wagen seine Kundschaft von Beginn an durch ein äusserst unglückliches Design. Tatsächlich wurde er von mehreren renommierten Fachzeitschriften mehrmals zum „hässlichsten Auto des Jahrhunderts“ gewählt.

Zu filmischen Ehren kam der Wagen dennoch: Als auf seine Verliererrolle hindeutendes charakterisierendes Element war der Pontiac Aztek der Wagen des berühmten Chemielehrers aus Albuquerque. Walter White und seinem Alter Ego „Heisenberg“ war der grüne Pontiac entlang der gesamten kriminellen Laufbahn in „Breaking Bad“ ein treuer Begleiter.

 

Oberstes Bild: Herbie – Hauptdarsteller der gleichnamigen Filmreihe (© Ryhor M Zasinets – Shutterstock)



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