Die Zukunft des Autos beginnt in circa drei Jahren – dann lassen sich Pkw per Handwischen steuern

28.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Die Zukunft des Autos beginnt in circa drei Jahren – dann lassen sich Pkw per Handwischen steuern
Jetzt bewerten!

Was heute noch wie Zukunftsmusik klingt, soll in rund drei Jahren Standard sein – Autofahrer, die im Fahrzeug sitzen, winken und wischen, um damit ihren Wagen zu bedienen. Ja, das Auto, welches sich im Innenraum ohne Berührungen, nur durch Handbewegungen oder ein Kopfnicken steuern lässt, ist nicht mehr wirklich weit entfernt.

Szenen, die man 2002 bei Minority Report noch bestaunt hat und ins Reich der Science-Fiction verweisen wollte, werden rund 15 Jahre später Realität. Die Serienreife steht tatsächlich unmittelbar bevor. Doch Vorsicht: Die eine oder andere Handbewegung könnten andere Verkehrsteilnehmer eventuell missinterpretieren. Verwicklungen scheinen vorprogrammiert.



Das Auto, das die Gesten des Fahrers erkennt

Eine Handbewegung nach oben und das Radio wird lauter. Geht die Hand nach unten, dann wird das Radio leiser. Das Navigationsgerät wird mit dem Blick fixiert, schon vergrössert sich der Ausschnitt der Karte. Handelt es sich dabei um ein Remake des Films „Zurück in die Zukunft“? Nein, das sind die neuen Features, die in den Autoschmieden und bei diversen Teile- und Zubehörentwicklern kurz vor der Serienreife stehen.

Ein Spaziergänger mag meinen, der Fahrer des Pkw sei irgendwie gestresst oder aufgebracht, weil er relativ wild gestikuliert. Weit gefehlt. Dieser Mensch besitzt nur ein Auto, welches auf die Gesten programmiert ist und sie in Befehle umwandelt, welche Funktionen des Pkw steuern. Doch welche Funktionen im Pkw werden es sein, die auf die Steuerung durch Gesten ansprechen?

Was das angeht, halten sich die diversen Zulieferer und auch die Fahrzeughersteller noch recht bedeckt – man will dem Wettbewerb keinen Marktvorteil bieten und zeigen, wo eventuell Nischen sind. Fakt ist jedoch, jedes Fahrzeug muss dann zwingend im Innenraum mit einem Kamerasystem ausgestattet sein, welches Bewegungen zuordnet und entsprechend den Vorgaben auswertet. Klar ist auch, dass diese Gesten von Land zu Land unterschiedlich sein werden, denn eine Geste, die in der Schweiz völlig unverfänglich ist, kann in anderen Ländern „einen Krieg auslösen“, so sie missverstanden wird.



2017 beginnt die Zukunft – Serienreife der Gestensteuerung soll bereits in drei Jahren erreicht sein

Bosch, Continental, Google, Valeo – so exklusiv lesen sich die Namen der Unternehmen, die mit Hochdruck an der Realisierung der Gestensteuerung im Pkw arbeiten. Glaubt man den innovativen Köpfen der genannten Unternehmen, wird dieses Modell der Steuerung in circa drei Jahren seine Serienreife erreichen. Verstanden werden soll es als ergänzendes Mittel der Eingabesysteme, die bereits heute schon sprach- oder haptikgesteuert operieren. Der Fahrer ist dann in der Lage, gezielt mit seinem Pkw zu interagieren. Nicht wenige Experten der Bereiche Innovation und Ergonomie – zum Beispiel bei Continental – haben sich der Idee gänzlich verschrieben. Das Auto, so die Vorstellung, soll auf viele Arten auf das reagieren, was der Fahrer macht.



Eine zwingende Voraussetzung für das intelligente und interaktive Auto sind Kameras im Innenraum der Fahrzeuge. Der Fahrzeugführer muss permanent „unter Beobachtung“ stehen, und das gleich aus mehreren Blickwinkeln. Sie können auch erkennen, ob der Fahrer wirklich konzentriert bei der Sache ist: Hat er seine Konzentration auf die Strasse gerichtet oder ist er abgelenkt? Diese Kameras sollen aber nicht nur der „Überwachung“ des Fahrers und der Fahrerin dienen, sondern über eine Vielzahl an Zusatzfunktionen den Komfortrahmen im Fahrzeug verbessern. Schneller Zugriff auf die Funktionen, optimierter Umgang mit dem Pkw – das ist das angestrebte Ziel im Fahrzeug der nahen Zukunft.

Die primären Funktionen des Pkw – das Lenken, das Beschleunigen und das Bremsen – werden nicht über Gesten steuerbar sein. (Bild: Nejron Photo / Shutterstock.com)

Die primären Funktionen des Pkw – das Lenken, das Beschleunigen und das Bremsen – werden nicht über Gesten steuerbar sein. (Bild: Nejron Photo / Shutterstock.com)

Schnelle und gefahrlose Bedienung der Innenraumfunktionen

Wer am Radio „fummelt“, ist abgelenkt. Der Blick wendet sich von der Strasse und vom Verkehr ab, zumindest eine Hand ist „anderweitig beschäftigt“. Die Gestensteuerung soll erreichen, dass die vielen verschiedenen Funktionen im Wagen schneller und weitaus gezielter eingesetzt werden können, als dies mit der konventionellen und manuellen Steuerung machbar ist. Angedacht ist vorab, dass man per Geste im Pkw die CD „vorspult“ oder aber Rufnummern ins Telefon eingibt.

Doch die Planer halten sich bereits jetzt die Option offen, die Gestensteuerung weit komplexer zu gestalten. So ist beispielsweise angedacht, auch die Zoomfunktion beim Navi mit Gesten zu steuern. Dabei steht deutlich im Vordergrund, dass alle Bedienelemente im Wagen für den Fahrer ohne Ablenkungen oder Verlust des Sichtkontaktes zur Strasse vonstatten gehen.



Umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten

Die Klimaanlage der Zukunft lässt sich mittels Handbewegung steuern. Aufwärts – es wird kühler; abwärts – es wird wärmer. So jedenfalls die Planung von Google, das ebenfalls an der Gestensteuerung arbeitet. Vollführt der Fahrer identische Bewegungen zur rechten oder linken Seite, wird das Gebläse gesteuert. Klopft er leicht auf die Boxen, wird die Musik leiser.

Getoppt wird das Google-Modell von Valeo. Das Unternehmen arbeitet sehr gezielt an einer Blicksteuerung. Fixiert der Fahrer einen Punkt auf dem Radio lange genug, wird der Sender automatisch gewechselt. Kameras folgen der Blickrichtung des Fahrzeugführers sehr genau und analysieren Blickrichtung, Blickdauer und auch Wimpernschläge.

Missinterpretationen sind möglich

Gewisse Funktionen im Pkw werden aber auch in Zukunft nicht ohne Sprach- oder Haptiklösungen auskommen. All das, was im Pkw sicherheitsrelevant ist, wird weiter konventionell bedient, denn zu leicht wäre eine Geste vom Pkw misszuverstehen. Gerade dann, wenn es um das Fahrverhalten des Fahrzeugs geht, könnte eine falsche Handbewegung katastrophale Folgen haben. Das bedeutet im Klartext, dass eine vollständige Steuerung eines Wagens nur über die Gesten auch in naher Zukunft nicht umzusetzen ist. Die primären Funktionen des Pkw – das Lenken, das Beschleunigen und natürlich das Bremsen – werden nicht über Gesten steuerbar sein, weil dazu die menschliche Gestik ungeeignet ist.

Und doch wird auch das computergestützte Fahren weiter vorangetrieben. So kann das Kamerasystem in der Fahrgastzelle die Körperhaltung des Fahrers gezielt scannen und vorausberechnen, welche Reaktionen der Fahrzeugführer zeigen wird. Auch Müdigkeits- oder Überforderungssituationen können so schnell und zielsicher detektiert werden. Das Auto der Zukunft wird so sicherer und die Unfallzahlen werden weiter sinken.



 

Oberstes Bild: In der nahen Zukunft lassen sich Pkw per Handwischen steuern. (© Pincasso / Shutterstock.com)

Über Christian Erhardt

Die Agentur belmedia GmbH beliefert die Leserschaft täglich mit interessanten News, spannenden Themen und tollen Tipps aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nahezu jedes Themengebiet deckt die Agentur belmedia mit ihren Online-Portalen ab. Wofür wir das machen? Damit Sie stets gut informiert sind – ob im beruflichen oder privaten Alltag!


Ihr Kommentar zu:

Die Zukunft des Autos beginnt in circa drei Jahren – dann lassen sich Pkw per Handwischen steuern

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.