Die Zukunft der Mobilität und welche Untiefen auf dem Weg liegen

05.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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Die Gesellschaft befindet sich im fortwährenden Wandel, und damit wandelt sich logischerweise auch die Mobilität der Menschen. Doch ganz gleich, was an Innovationen auf den Menschen auch zukommen wird, das vertraute Gefühl des Autofahrens wird auf längere Sicht erst einmal nicht kompensierbar sei, so die Expertensicht.

Selbst wenn das Autonome Fahren sich durchsetzen sollte – und das wird es nach der Meinung der Forscher – werden passionierte Autofahrer noch über mehrere Generationen die Funktion deaktivieren, um den Pkw selbst zu steuern.



Wie bewegen wir uns in der Zukunft fort? Wir das Auto verzichtbar?

Das Auto wird, da sind sich Experten einig, auch zukünftig das Zentrum der Mobilität bilden. Gerade in den Gegenden Europas, wo sich die Menschen nicht – wie beispielsweise in der Türkei ganz extrem – in den Metropolen konzentrieren, sondern auch ländliche Bereiche neben den urbanen Wohnstätten existieren, ist und bleibt der Wagen unverzichtbar. In diesen Ländern ist es unmöglich, auf öffentlichen Nahverkehr und Co. auszuweichen, will man mobil bleiben. Die Ballungszentren, also die Agglos, sind es, die Veränderungen unterworfen sein werden. Grossen Veränderungen, glaubt man den Experten.

Dort befindet sich bereits aktuell der private Autobesitz auf dem absteigenden Ast. Der öffentliche Nahverkehr, das Carsharing, das auf dem Teilen von Autos nach Bedarf basiert, und weitere Alternativmodelle bilden die Zukunft in den Metropolen. Gerade der weitere Ausbau des Nahverkehrs, grösstenteils auch unterirdisch über U-Bahnen, wird immer mehr ins Zentrum rücken und rücken müssen. Alleine aus Platzgründen.

Der öffentliche Nahverkehr und weitere Alternativmodelle bilden die Zukunft in den Metropolen (Bild: Arseniy Krasnevsky / Shutterstock.com)

Der öffentliche Nahverkehr und weitere Alternativmodelle bilden die Zukunft in den Metropolen (Bild: Arseniy Krasnevsky / Shutterstock.com)




Wie vertragen sich Statussymbole in Form grossdimensionierter SUV mit dem Verzicht auf ein eigenes Auto?

Das Fahrzeug hat immer noch seinen Platz als ultimatives Statussymbol. Gerade die grossen SUV der Nobelmarken Mercedes-Benz, Audi, BMW und nicht zuletzt Porsche demonstrieren auch auf dem Markt der Geländewagen Wohlstand. Der Umsatz an SUV stagniert allerdings, beziehungsweise geht in manchen Regionen zurück, wodurch die Hersteller gezwungen sind gegenzusteuern, die Modelle wieder attraktiver zu gestalten. Und sparsamer, damit das Umweltbewusstsein nicht leidet.

Doch gerade SUV sind in Innenstädten ohne Valet-Parking extrem unpraktisch – das gilt ganz besonders für die Mega-Citys, die Metropolen. Die Parkplatzsituation steht weltweit in den Grossstädten vor dem Kollaps, dem totalen Infarkt. Darum wird auf die Grossraum-SUV verzichtet; wenn es ein SUV sein soll, steigt man auf die Kompaktmodelle wie den VW Tiguan oder den Audi Q3 um. Das Feeling des SUV bleibt zwar, aber der Platzbedarf wird geringer.

Dass Marken wie Porsche weiterhin ihre Erfolge feiern – auf dem SUV-Markt wird es der Macan sein –, liegt daran, dass sich die gesellschaftliche Mitte ausdünnt. Die Pyramide wächst oben, aber sie wächst eben auch unten. Da wird der Mittelklassewagen über kurz oder lang auf der Strecke bleiben, weil die Käuferklientel fehlt. Das erkennt man sehr schön daran, wie die Segmente besetzt sind.

Auf der unteren Ebene feiert Dacia grosse Erfolge, weil dort die untere Preisschiene effizient bedient wird. Dem gegenüber steht eben zum Beispiel Porsche oder Mercedes-Benz oder BMW, die als Luxusmarken am Markt etabliert und am oberen Ende der Pyramide gefragt sind. Für den Herstellermarkt kommt es nur darauf an, sich richtig zu positionieren. Da bleibt nur, dass man sich am oberen Marktsegment orientiert oder auf der unteren Ebene. Jede Position ausserhalb der Mitte ist gefragt und wird weiterhin florieren.

Porsche Macan - die grossen SUV der Nobelmarken demonstrieren Wohlstand (Bild: Loadbeta, Wikimedia, CC)

Porsche Macan – die grossen SUV der Nobelmarken demonstrieren Wohlstand (Bild: Loadbeta, Wikimedia, CC)




Kundenbindung über Carsharing oder ernst gemeinter Umweltschutz?



Für keinen Hersteller ist das Modell des Carsharing ein profitables Geschäft. Die Zielgruppe hierfür bilden ganz klar die jungen Menschen in der Stadt. Sie sollen gezielt angesprochen werden. Und doch werden auch da Veränderungen kommen, die aber altersabhängig sind. Jeder Mensch durchläuft seine Phasen im Leben. Man ist Single, dann wird man zum Paar und final steht eben oft die Familie am Ende der Wegstrecke. Das ist seit Generationen so und wird sich eher nicht ändern.

Verzieht man nun als Paar aufs Land, um dort die Kinder grosszuziehen, hat sich das Modell des Carsharing erledigt. Man ist wieder aufs Auto angewiesen, denn anders lässt sich der Alltag auf dem Land noch nicht organisieren. Ist der “Stadtflüchtige” nun via Carsharing beispielsweise auf BMW eingeschworen, wird er dann auch einen BMW kaufen, wenn er sich einen eigenen Pkw zulegt. Macht der Gewohnheit, die Suche nach dem Vertrauten. Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier, und darauf spekulieren die Fahrzeughersteller.

Die Zielgruppe für das Carsharingmodel bilden die jungen Menschen in der Stadt (Bild: Image Point Fr / Shutterstock.com)

Die Zielgruppe für das Carsharingmodel bilden die jungen Menschen in der Stadt (Bild: Image Point Fr / Shutterstock.com)

In welche Richtung werden sich die Autos verändern und ist das Autonome Fahren zentrales Element?

Über kurz oder lang wird es so sein, wie es bereits in Flugzeugen der Fall ist. Der Fahrer ist der Pilot und wird dann, wenn es möglich ist, den Knopf für den Autopiloten bedienen. So kann man die Fahrtzeit anderweitig nutzen. Man wird lesen, denn der Wagen pilotiert sich von alleine. Oder man schläft, ruht sich aus, isst oder surft im Internet. In den USA gibt es bereits Modelle mit solcher Steuerung, mit denen Blinde wieder fahren können.

Schwierig wird die juristische Seite. Denn wer haftet, wenn zwei autonome Fahrzeuge kollidieren? Zum Schluss wird es so sein, dass auch weiterhin der “Fahrer”, der eigentlich nicht mehr fährt, in die Haftung genommen wird. Das sind die drängenden Punkte, die man klären muss.



 

Oberstes Bild: Wie sieht die Zukunft der Mobilität aus? (© martan / Shutterstock.com)

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