Zwei-Liter-Autos im Trend

17.10.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
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Zwei-Liter-Autos im Trend
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Es ist gar nicht so lange her, da tönte es aus den Werbeanzeigen und Imagebroschüren grosser europäischer Autohersteller, man wolle nun endlich das Vier-Liter-Auto in Angriff nehmen. Mittlerweile offenbart der Pariser Autosalon 2014 die mobile Zukunft mit einem durchschnittlichen Verbrauch von nur noch zwei Litern auf 100 Kilometern. Sofern man diesen Angaben der Hersteller trauen kann.

Dabei ist es mittlerweile gang und gäbe, den Literverbrauch zumindest auf dem Papier immer weiter nach unten zu schrauben. In Wirklichkeit funktioniert ein solch sparsamer Verbrauch bei normalen PKW oftmals nur mit einem hybriden Antriebskonzept mit Elektromotor als Teil der Philosophie. Dabei werden zunehmend auch die Verbrauchskennzahlen der Elektromotoren interessant. Im folgenden Beitrag nehmen wir zwei Neuvorstellungen vom Pariser Autosalon 2014 etwas genauer unter die Lupe. Beide versprechen einen Kraftstoffverbrauch um die zwei Liter.




Citroën Urban Ride (Bild: AUTOMOBILES CITROËN)

Citroën Urban Ride (Bild: AUTOMOBILES CITROËN)

VW Passat jetzt als Zwei-Liter-Modell




Die Motoren werden kleiner, die Leistungen grösser und der Verbrauch geringer. Ein gutes Zeichen für alle, die auf den eigenen Wagen nicht verzichten wollen, dabei aber gern teuren Kraftstoff sparen und die Umwelt entlasten möchten.

Möglich wird das künftig beispielsweise mit dem VW Passat GTE, der etwa ab der Jahresmitte 2015 beim Fachhändler stehen wird. Verbaut ist hier die gleiche Motorentechnologie wie beim neuen Golf. Die Rede ist dabei von einem Hybrid-Antrieb, der im Zusammenspiel von Elektromotor und Benziner einen Verbrauch von sparsamen zwei Litern Superkraftstoff auf 100 Kilometer möglich machen soll.




Dabei präsentiert sich der Passat GTE als sauberes und sparsames Kraftpaket. Mit satten 218 PS wird der Fronttriebler mit komfortablem Doppel-Sechsgang-Getriebe spielend leicht auch im zügigen Verkehr bewegt. Eine Spitze von 220 km/h soll durchaus möglich sein.

Praktisch am Elektroantrieb ist, dass hier der Akku auch über eine übliche Steckdose aufgeladen werden kann. Damit entfallen Extra-Installationen in der Garage oder am Carport. Die mögliche Fahrstrecke nur mit dem Elektroantrieb dürfte um die 50 Kilometer betragen. Dabei sind maximal 130 km/h möglich. Das Aufladen dauert an der Steckdose laut Herstellerangaben etwa vier Stunden und kann mit einem optionalen Schnellladesystem auf 2,5 Stunden reduziert werden.

Der Hybrid-Antrieb bietet mit dem sparsamen Benzinmotor eine Reichweite von insgesamt etwa 1000 Kilometern, bevor neu aufgetankt werden soll. Dafür steht der 50-Liter-Tank.




Auch im Innenraum zeigt sich der neue Passat GTE bequem und komfortabel. Blaue Instrumentenbeleuchtung, ein paar zusätzliche Instrumente, Parkassistent für vorn und hinten und ein Multikollisions-Bremsassistent sorgen genauso für ein modernes Fahren wie beispielsweise das System für die Müdigkeitserkennung oder lichtstarke LED-Scheinwerfer.

Äusserlich erkennbar wird der Passat GTE mit dem verchromten Kühlergrill und der neuen Frontschürze. Wer ab Mitte des Jahres 2015 den neuen VW Passat GTE erwerben will, muss dafür schon ab die 50’000 Franken Einstiegspreis mitbringen. Dafür gibt es dann eine sparsame Hybrid-Limousine oder den annähernd gleich ausgestatteten Kombi mit versprochenen zwei Litern Verbrauch. Mal sehen, ob VW dieses Versprechen auch unter realen Verkehrsbedingungen halten kann.

Auch Citroën kommt mit Zwei-Liter-Modell

Auf den Laufsteg des Pariser Autosalons hat sich auch Citroën begeben. Hier ebenfalls mit der Weltpremiere eines Zwei-Liter-Autos, das hier allerdings noch als Konzeptstudie agiert.

Der kleine Stadtflitzer Urban Ride tritt in einem anderen Segment als der VW Passat auf, dürfte aber vor allem wegen seiner grosszügigen Personalisierbarkeit für viele Individualisten durchaus interessant sein. Der fünftürige Kleinwagen präsentiert sich als wendiger Stadtflitzer, der im Design unübersehbar Elemente aus der Klasse der SUV mitbringt.

Insgesamt wird der Urban Ride bulliger und sportlicher als andere vergleichbare Kleinwagen und ist auch als offene Version zu haben. Dabei fungiert der kleine Franzose nicht als Reiselimousine, sondern tatsächlich als ambitioniertes Stadtfahrzeug, das sich aber durchaus auch über Land oder auf der Autobahn sehen lassen kann.




Etwas verspielt wirken hier die Protektoren, die rundum am Fahrzeug verbaut sind. Die schützen zwar vor leichteren Remplern, wirken allerdings wenig edel. Darauf kommt es beim Citroën Urban Ride wohl aber auch nicht an.

Citroën Urban Ride – Heckansicht (Bild: AUTOMOBILES CITROËN)

Citroën Urban Ride – Heckansicht (Bild: AUTOMOBILES CITROËN)

Interessant dürfte sein, dass wir beim sparsamsten Modell Citroën C4 Cactus Airflow 2L von einem Concept Car sprechen, das nicht mit einem Hybrid-Antrieb auftritt und dennoch nur zwei Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll. Allein die verbesserte Aerodynamik soll hier für 20 % weniger Windwiderstand und einen entsprechend sparsameren Verbrauch sorgen.

Anbindungen des Smartphones an ein sieben Zoll grosses Touchscreen-Display im Innenraum wird es genauso geben wie in der aktuellen Modellreihe, in der das Mirror Screen bereits verbaut ist. Keine Angaben gibt es darüber, ab wann das Concept Car Urban Ride oder C4 Cactus Airflow 2L als Serienfahrzeug im Handel erhältlich sein soll. Genauso unbekannt ist derzeit die Preisstruktur, die allerdings deutlich interessanter als beim VW Passat GTE sein dürfte. Schon deshalb, weil hier im wesentlich kleineren Segment und eben ohne Hybrid-Antrieb agiert wird.

Wie sich dann beide Fahrzeuge vor allem bezüglich des versprochenen Mini-Verbrauchs von zwei Litern zeigen, dürfte letztlich die grösste Überraschung werden. Wir dürfen gespannt bleiben.

 

Oberstes Bild: Der kleine Stadtflitzer Citroën Urban Ride (© AUTOMOBILES CITROËN)

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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