Sportboliden auf öffentlichen Strassen

12.11.2014 |  Von  |  Auto
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Sportboliden auf öffentlichen Strassen
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Wann immer hochmotorisierte Fahrzeuge in Form von Sportwagen mit PS-Zahlen um die 600 in schwere bis schwerste Verkehrsunfälle verwickelt werden, geht eine Frage durch die Eidgenossenschaft. Haben solche Boliden etwas auf öffentlichen Strassen zu suchen? Die Antwort fällt dann je nach Sichtweise aus.

Während die Liebhaber sportlicher Fahrzeuge ein eindeutiges Ja zur Teilnahme am öffentlichen Strassenverkehr zum Ausdruck bringen, bedecken sich viele andere mit Zweifeln. Eine wirklich richtige Antwort wird es wohl nicht geben.

Auch Sportwagen werden von Menschen gelenkt

Häufigste Ursachen für Unfälle mit Sportboliden sind das Unterschätzen des Fahrzeuges und das Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Das Führen eines PS-starken Sportwagens erfordert neben einer gewissen menschlichen Reife eben auch eine gute Portion Fahrerfahrung und das genaue Einschätzen von Fahrzeugverhalten und eigenen Fähigkeiten. Wer hier nur den schnellen Adrenalin-Schub sucht, ist für das Führen eines schnellen Sportwagens im öffentlichen Strassenverkehr sicherlich nicht geeignet.

Die Verführung ist oftmals grösser als der Verstand

Wer einmal in einem Supersportwagen sass kennt das Gefühl, dass schnell in einen Geschwindigkeitsrausch abgleitet. Eine scheinbar ungezügelte Kraft bringt den Wagen innerhalb kürzester Zeit auf hohe Geschwindigkeiten, die gern auch ausgereizt sein wollen. Neben dem Gefühl der Macht über das Fahrzeug mischt sich auch hier schnell der betörende Sound und das straffe Fahrgefühl zu einem Mix aus Schnittigkeit, überschätztem Selbstbewusstsein und Tempo. In der Folge geht den unerfahrenen Lenkern oftmals schnell die Selbstkontrolle verloren. Dann ist die Verführung grösser, als der Verstand, was nicht selten zu schweren Fahrfehlern mit den entsprechenden Folgen führt.

Sportwagen weiter abregeln?

Bei Kritikern der Sportwagen wird immer wieder die Forderung laut, die Leistung der Boliden weiter herunterzuregeln. Mit einem Eingriff in die Fahrzeugelektronik ist das durchaus möglich, dürfte aber sowohl den Herstellern als auch den Kunden gegen den Strich geben. Genau genommen gibt es dazu auch keinen wirklichen Anlass.

Grundsätzlich muss jeder Fahrzeugführer gesundheitlich und charakterlich zum Führen eines Fahrzeuges geeignet sein. Das schliesst auch ein, dass die Leistungskraft des Fahrzeuges richtig eingeschätzt und das Fahrverhalten den entsprechenden Regelungen angepasst wird. Kommt es zu einem Unfall beim Überholen oder wegen überhöhter Geschwindigkeit, dann betrifft das die Fahrer „normaler“ PKW genauso, wie die Lenker von Sportwagen. Es ist also nicht das Auto selbst, dass zur Gefahr auf der Strasse wird, sondern immer der Lenker. Deshalb sollten Sportwagen mit hoher Leistung auch weiterhin das automobile Bild auf unseren Strassen bereichern dürfen, die Fahrer allerdings müssen sich eben auch an die gemeingültigen Regeln halten.

 

Oberstes Bild: © iurii – shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus…die Berater.

Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.

Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt – die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.



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