Kawasaki Z1000: Kehrt das Bike mit dem berühmt-berüchtigen Ruf zu alter Stärke zurück?

02.06.2014 |  Von  |  Motorrad
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Kawasaki Z1000: Kehrt das Bike mit dem berühmt-berüchtigen Ruf zu alter Stärke zurück?
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Wir schreiben das Jahr 1972. Irgendwo in den Büros von Kawasaki in Japan kam man auf die Idee, mit dem Modell 900 Z1 ein nahezu einzigartiges Bike auf den Markt zu bringen. Kaum ein Bike war so wandelbar und so wunderbar zu „customizen“ wie die Kawa Z1000. Streetfighter, Chopper, Tourer, Naked Bike – alles war möglich.

Und der Ruf, der berühmt-berüchtigte Ruf, den die Z1000 bereits hatte, wurde 1979 nochmals geboostet. Wie? Mit dem Film „Mad Max“! Mel Gibson spielte den Cop Max Rockatansky, und im Film, einem düsteren Epos über den Krieg zwischen Polizisten und einer wirklich üblen Gang, wimmelte es nur so vor Bikes – in der Regel von Kawasakis Z1000, genau genommen von der KZ1000 aus der 1977er-Baureihe. Und viele junge Burschen, die den Film damals in den Kinos gesehen hatten, wollten exakt dieses „Moped“ ihr Eigen nennen. Bis 1984 lief der Boom, dann wurde das erfolgreiche Bike „eingestampft“ und machte der GPZ-Reihe Platz – eigentlich ein Sakrileg.



Seit 2002 jedoch setzt Kawa wieder auf die Naked Bikes und hat ihnen den einst so erfolgreichen Namen verpasst. Die Z1000-Baureihe 2014 soll nun endlich wieder an die alten Zeiten anknüpfen und ein echtes Macho-Bike sein. Schauen wir einmal näher hin.
Auf den ersten Blick wird klar, die Z1000 wird wieder böse!

Schauen wir uns die neue Kawa Z1000 an und tun wir dies genau, dann wird umgehend klar, die Rückkehr zum eigentlichen Charakter der Z1000 ist endlich gelungen. Hier steht ein Bike vor uns, das wahrlich nicht für jeden Biker geeignet ist, wie auch die alte Auflage von 1977 bis 1984 kein Bike für jedermann war.

An dieses Konzept hat Kawasaki angeknüpft und ein radikales Bike auf die Räder gestellt. Die neu-alte Z1000 polarisiert, sie wird wieder berühmt-berüchtigt, und das in einem Mad-Max-Style. Schon wenn man vor der Z steht, sieht man, was gemeint ist. Vier bösartige LED-Scheinwerfer blitzen einen aus der sehr tief sitzenden Lampenmaske an. Wie ein Panther, der zum Sprung ansetzt und seine Beute fixiert, wirken die LEDs. Wie ein Skorpion, der bereit ist zuzustechen. Es sind viele Assoziationen möglich. Doch egal welche man wählt, der Blick ist bösartig durch und durch.

Direkt hinter der grimmig blickenden Front des Bikes folgt ein Monstrum von Motor und Tank, das das Naked Bike extrem voluminös erscheinen lässt. Direkt an diesen Berg aus Alu und Stahl schliesst die Sitzbank an, die eher eine reine Sitzmulde ist. Darauf folgt das Heck, das sicher sehr bewusst minimalistisch gehalten ist. Wer die Z1000 von hinten sieht, und das werden viele Bikes wie auch Autos sein, der soll ja nichts zu schauen haben. Winken reicht aus. Auch die Seitenverkleidung der Z, die wahnsinnig dynamisch wirkt, unterstreicht den Look des Bikes perfekt.



Schon das ganze Design der Z1000 verrät, hier wurde nicht für Otto Normal konzipiert, hier wurde für die radikalen Biker entworfen. Punktgenau. Doch welcher Biker-Kategorie man selbst auch immer angehört, den starken Charakter und das Auftreten, welches dazu geeignet ist, echte Furcht einzuflössen, wird der Z1000 von Kawa niemand absprechen können.

Kawa Z1000 – Ein Bike, das seinen Fahrer förmlich ansaugt. (Bild: Chatchai Somwat / Shutterstock.com)

Kawa Z1000 – Ein Bike, das seinen Fahrer förmlich ansaugt. (Bild: Chatchai Somwat / Shutterstock.com)

Ein Bike, das seinen Fahrer förmlich ansaugt

Wenn man den Blick endlich von der neuen Kawa Z1000 hat lösen können, und das dauert, geht es ans Aufsitzen. Dabei wird man vom Bike quasi in die Sitzmulde gesogen. Schwupp, schon sitzt man, und das zwischen einem Gebirge von Tank, dem kleinen Soziussitz und dem Heck, welches weit in die Höhe ragt. Knapp 82 Zentimeter befindet man sich als Fahrer vom Boden entfernt, wobei man aber denkt, man sitze viel, viel tiefer. Die Sitzhöhe sorgt dafür, dass man als normal gewachsener Biker mit beiden Beinen hervorragend Bodenkontakt halten kann.



Schliesslich muss man ja mit der Z1000 vor der Ampel halten. Man mag es kaum glauben, aber es ist so. Hat man nun also auf dem Sitz seinen Platz gefunden, fällt umgehend auf, dass der Blick nach vorne durch nichts getrübt wird. Freie Sicht nach vorne und ein Cockpit, das in der Horizontalen geteilt ist. So sind die LEDs, die die Drehzahlleiste darstellen, einfach perfekt zu erkennen, und das in jeder Fahrsituation.

1043 Kubikzentimeter lassen sich bissig fahren

Die neue Kawa Z1000 steht auf einem Reihenvierzylindermotor, der mit Flüssigkeit gekühlt wird. Die 1043 ccm reagieren unverzüglich auf jede Handbewegung, mit welcher der Gasdrehgriff angesprochen wird. Da finden sich keine Löcher, sondern der Motor reagiert sofort. Dieses direkte Ansprechen aufs Gasgeben macht sich in den kleineren Gängen etwas ruppiger bemerkbar, was dem Fahrspass aber keinerlei Abbruch tut. Das kleine Ruckeln lässt unverzüglich nach, verlässt man den unteren Drehbereich, was blitzschnell geht, und im mittleren Drehzahlbereich ankommt. Dann fühlt es sich an, als sei die Gashand direkt mit dem Motor verbunden. 142 satte PS entwickelt der Reihenvierzylinder, die einen wahnsinnigen Druck auf den Asphalt entwickeln.

Dabei weiss das satte Motorengeräusch bei den hohen Drehzahlen nicht nur zu begeistern, sondern es entwickeln sich spontane Glücksgefühle. Wer die Z1000 aber auch im sechsten Gang piano bewegen möchte, kann dies ruhigen Gewissens tun. Auch bei 2000 Umdrehungen die Minute fährt das Naked Bike ohne Ruckeln und Stottern.



Doch sobald der Ortsausgang in Sicht kommt oder die Autobahn naht, verführt die Z1000, den brachialen Schub auszutesten, den das Bike entwickelt, prügelt man es in den Bereich jenseits der 7000 Umdrehungen. Und ja, auch da kann die Z1000 nochmals drehfreudig zulegen, bis die rund 10’000 Umdrehungen erreicht sind, welche die bösen 142 PS auf die Strasse nageln.

Kawa Z1000 – ein Bike ohne überflüssigen Schnickschnack

Dass die Z1000 auf Fahrhilfen verzichtet und man bei ihr Traktionskontrolle, Ganganzeige im Cockpit oder gar anwählbare Fahrprogramme vergeblich sucht, dürfte fast selbsterklärend sein. Derartige Hilfsmittel würden dem Naked Bike nur den Charakter nehmen, und bitte, auch 1977 gab es diese Hilfen nicht. Da wurde das Bike naturbelassen gefahren. Und auch wenn man Fahrhilfen nicht an Bord weiss, ist die Z1000 hervorragend zu steuern. Zwar erfordern die 221 Kilogramm in extremer Schräglage schon etwas Kraft, will man das Bike in der Spur halten, aber darum ist die Z1000 nun auch kein Bike für jedermann.

Insgesamt erhält man als Biker für rund 13’000 Franken ein wirklich rundes und stimmiges Bike, welches Lust auf Sonnenschein macht. Die Z1000 ist nicht nur ein Bike für Fans von Mad Max – aber eben auch. Endlich wieder.



 

Oberstes Bild: © bankerwin – Shutterstock.com

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