Jaguar XF Sportbrake – ein Raubtier, das mit einem Maulesel gekreuzt wurde

11.06.2014 |  Von  |  Auto, Jaguar
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Jaguar XF Sportbrake – ein Raubtier, das mit einem Maulesel gekreuzt wurde
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Wer das Wort Jaguar als Automarke hört, assoziiert automatisch Leder, Luxus, sportliches Fahren und Stil mit dem Namen. Ein Raubtier unter den Pkw eben. An ein Familienfahrzeug oder gar einen Kombi denkt man im Zusammenhang mit Jaguar sicherlich zuletzt.

Und doch besteht seit 2007 die Möglichkeit, die Raubkatze auch als Kombi zu erwerben – auf der Basis des Ford Mondeo, der als X Type kostümiert wurde, fehlte den Lasttieren von Jaguar aber der Erfolg und der Zuspruch. Das wird sich mit dem XF Sportbrake sicherlich ändern, denn mit dem Modell stösst Jaguar in die erlesene Gilde der Autofirmen vor, die „edle Lastwagen“ für die ganze Familie auf den Markt bringen, die Platz mit Stil und Sportlichkeit kombinieren. Die Lasttiere von Audi, hier der A6 Avant, und von BMW die Touring-Fahrzeuge der 5er-Reihe sind ganz klar die Stossrichtung, was das Kundensegment angeht.



Jaguar bietet mit dem XF Sportbrake einen Edel-Kombi an. (Bid: M 93, Wikimedia, CC)

Jaguar bietet mit dem XF Sportbrake einen Edel-Kombi an. (Bid: M 93, Wikimedia, CC)

Alles neu beim Jaguar XF Sportbrake

Die modifizierten Mondeos von Ford, die mühsam auf X Type getrimmt wurden, fanden beim erlesenen Publikum von Jaguar und den Fans der Edel-Lastfahrzeuge nicht wirklich Anklang. Und so ist erst mit dem XF Sportbrake von Jaguar eine Linie entstanden, in der sich der passionierte Fan von Jaguar wiederfinden und wiedererkennen kann. Eigenes Styling mit erlesener Optik, ein Motor, der ganz klar für den europäischen Markt konzipiert wurde, und eine Karosserievariante, die begeistern kann, damit war Jaguars Marschroute fixiert: Kunden bei BMW, Mercedes und Audi „abbeissen“. Und dem Anfangserfolg von 2013, als man rund 38’000 Modelle verkaufen konnte, soll 2014 ein weiterer Grossangriff folgen. Doch sind die Hoffnungen, die sich Jaguar macht, wirklich berechtigt?



Funktioniert das Prinzip der Kreuzung von Raubkatze und Muli auf Dauer?



Jaguarfahrer sind fast immer Traditionalisten. Kann es da funktionieren, wenn man die Raubkatze, die für Stil und Sportlichkeit steht, zum „Lastwagen“ umfunktioniert? Werfen wir zuerst einmal einen Blick auf die Motorisierung des XF. Anders als die Limousinenvariante des XF wird der Sportbrake nur mit Diesel-Aggregaten bestückt. Das schliesst im Grunde Käufer aus den USA und die neureichen Chinesen aus, denn die können Dieselmotoren bekanntlich wenig bis nichts abgewinnen.

Doch in Europa hat man mit der Motorenvariante keinerlei Berührungsängste, denn immerhin sind rund 50 % aller Fahrzeuge in Europa Diesel-betrieben. Der „Kleinmotor“ kommt auf eine Leistung von rund 200 PS, die aus einem Vierzylindermotor mit 2,2 Litern Hubraum gekitzelt werden. Wer es gerne etwas kraftvoller unter der Haube haben möchte, der greift eben auf die Sechszylinder-Variante zurück, die 240 oder gar 275 PS aus einem Motor mit einem Hubraum von drei Litern holt. Mit fast 300 PS lässt sich auch bei einem Kombi reichlich „Musik“ auf die Strasse bringen, und es dürfte klar sein, dass man damit das eine oder andere Kilogramm an Zuladung sportlich bewegen kann.

Jaguar XF Sportbrake – Frontansicht (Bild: Norbert Aepli, Wikimedia, CC)

Jaguar XF Sportbrake – Frontansicht (Bild: Norbert Aepli, Wikimedia, CC)

An der Zuladefläche scheiden sich schnell die Geister

Wer in der Champions League der Kombis spielen möchte, muss sich auch an den grossen Teams in der Liga messen lassen. Gerade was die Zuladung und den angebotenen Stauraum angeht. Da bleibt dann natürlich der Mercedes das Mass aller Dinge, denn gegenüber dem XF Sportbrake hat die deutsche Edelmarke einen glatten Vorteil von 300 Litern an Stauvolumen. Da ziehen die Stuttgarter lässig davon.

Bleiben als passende Duellanten also der 5er Touring von BMW aus Bayern und der A6 Avant von Audi. Premium-Modell gegen Premium-Modelle. Und umgehend merkt man, die Raubkatze kann beim Stauraum auf jeden Fall mithalten, liegt mit dem 520er Touring aus Bayern auf Augenhöhe.

Auch was das Design der Hinterpartie angeht, ist der Jaguar auf jeden Fall wettbewerbsfähig. Er sieht einfach edel aus. Schaut man von hinten in den Jaguar, möchte man alles tun, nur sicher keine verschmutzten Ladungen ins edle Innere verfrachten. Der Flauschteppich würde eher dazu einladen, es sich eine Runde im Heck gemütlich zu machen, als dort matschverschmutztes Kinderspielzeug einzuladen.



Wer es gerne edel beim Öffnen hat, kann sich für rund 500 Franken mit einem automatischen Schliess- und Öffnungsmechanismus verwöhnen, um an den Laderaum zu gelangen, der eine so gut wie ebene Ladefläche von knapp zwei Metern Länge bietet – sofern die Rücksitzbank umgeklappt ist. Fast 1700 Liter Fassungsvolumen nimmt das ansprechende Heck auf.

Jaguar XF Sportbrake – Heckansicht  (Bild: Norbert Aepli, Wikimedia, CC)

Jaguar XF Sportbrake – Heckansicht (Bild: Norbert Aepli, Wikimedia, CC)

Innen ein wirklich edles Raubtier

Schauen wir uns den Innenraum an, ist umgehend zu erkennen: Das ist der bekannte Stil von Jaguar. Wer sich in das anschmiegsame Leder fallen lässt, fühlt sich nicht nur wie im Wohnzimmer, sondern geniesst fast ein Flair von Wellness. Sofort nach dem Einsteigen beginnt das Wohlfühlen. Der ausgereifte Zuschnitt der Karosserie sorgt dafür, dass man sich auch auf den Hintersitzen niemals eingeengt fühlt. Und auch das für Jaguar typische Prozedere ist mit an Bord: Der Schalt-Drehknopf fährt automatisch heraus und die Lüftungsklappen schliessen und öffnen wie von Zauberhand automatisch. Jaguar eben.
Wer bei Jaguar darauf hofft, über Basismodelle ein Preisschnäppchen machen zu können, der sieht sich wie immer getäuscht.

Die Engländer sagen sich: Wer Jaguar kauft, soll auch Jaguar bezahlen – und erhält dafür auch den Komfort von Jaguar mit ansprechender Ausstattung. Ledersitze, elektrisch verstellbare Lenksäule, ein Multifunktionslenkrad, das Schaltwippen bietet, Klimaautomatik mit zwei getrennten Zonen, Zuziehautomatik der Heckklappe, E-Fenster mit Einklemmschutz im Heck, Audiovariante mit DVD – das darf sich dann auch „all inclusive“ nennen.

Und dafür zahlt man als anspruchsvoller Kunde doch gerne einen höheren Grundpreis. Preislich bewegt sich der Jaguar mit seinen 58’000 Franken an der unteren Motorisierungsgrenze und rund 78’000 Franken bei einem fast optimal ausgestatteten Auto in den Dimensionen, die auch die anderen Premium-Anbieter mit etwas an Zusatz-Features erreichen. Wer wirklich ein Lasttier haben möchte, das vor der Garage schick ausschaut und beim Fahrgefühl Raubkatzen-Feeling aufkommen lässt, ist beim Kombi von Jaguar bestens aufgehoben.



 

Oberstes Bild: Jaguar XF Sportbrake – Genfer Auto-Salon 2014 (© Norbert Aepli, Wikimedia, CC)

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