Hat das autonome Fahren echte Chancen?

15.10.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto
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Hat das autonome Fahren echte Chancen?
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Gerade in der letzten Zeit wird viel über das autonome Fahren mit entsprechend zu entwickelnden Fahrzeugen geschrieben und gesprochen. Die ersten Studien solcher Fahrzeuge bewegen sich bereits auf den Strassen und sorgen nicht nur für Bewunderung ob der technischen Möglichkeiten. Wenn beispielsweise das Google-Car in menschenleeren Bereichen wie von Geisterhand gesteuert seinen Weg nimmt, ist das nicht allen Zeitgenossen geheuer.

Auch andere Anbieter beschäftigen sich intensiv mit dem autonomen Fahren. Dabei erscheint der Markt für solche Fahrzeuge durchaus attraktiv, aber keineswegs sicher. Die Unsicherheiten vor allem bei den potenziellen Kunden erscheinen hier doch grösser als die Chancen.

Verkehrsrechtliche Probleme ganz vorn

Ganz vorn in der Liste der zahlreichen Bedenken liegen Fragen zu verkehrsrechtlichen Aspekten. Wer hat Schuld, wenn etwas passiert? Was sagen die Versicherungen dazu? Kann ich dann auch unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug führen? Fragen über Fragen, auf die es derzeit keine wirklichen Antworten gibt. Schon deshalb nicht, weil sich die autonomen Autos ohnehin noch im Entwicklungsstadium befinden und längst nicht ausgereift sind. Darüber hinaus müssen hier jeweils landesrechtliche Regelungen greifen, die erst neu geschaffen werden müssen.




Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob es in einem autonomen Fahrzeug überhaupt noch einer Fahrprüfung im bisher gekannten Mass bedarf.

Die Masse will lieber selbst fahren




Hört man sich bei den Autofahrern um, dann betrachtet derzeit die grosse Menge das selbstfahrende Automobil noch als Entwicklungsstudie und will davon auch in Zukunft nicht wirklich viel wissen. Immerhin sieht ein Grossteil der Fahrer das Autofahren als ein übrig gebliebenes Stück Freiheit, in dem jeder im Rahmen der Vorschriften noch selbst bestimmen kann, wie und wohin er sich bewegt.

Zwar freut man sich über die eine oder andere Fahrhilfe, aber Gas geben, bremsen und lenken wollen die meisten Autofahrer doch lieber selbst. Hier geht es nicht einfach nur um das Misstrauen der Technik gegenüber, sondern immerhin auch um ein Stück Selbstbestimmung, von der die modernen Bürger ohnehin zunehmend mehr einbüssen dürften.

Die Zukunft der autonomen Fahrzeuge sieht also gar nicht so rosig aus, wie es die bastelnden Konzerne gern darstellen. Auch wenn die Vorstellung angenehm ist, praktisch ohne eigenes Zutun von A nach B zu kommen, geht das doch mit vielen öffentlichen Verkehrsmitteln auch und vor allem günstiger.




Ich für meinen Teil will ein Fahrzeug lenken, steuern und beherrschen und nicht andersherum. Letztlich soll es auch meine Entscheidung bleiben, ob ich fahre oder mich fahren lasse. Für viele ist das übrigens auch der Grund, warum sie sich überhaupt ein Auto kaufen. Nicht weil sie es beispielsweise in der Grossstadt dringend brauchen, sondern weil sie damit die ganz eigene Entscheidungsfreiheit geniessen wollen. Auch ohne Fahrassistent. Interessant wird auch die Frage sein, ob und wie das autonome Auto bei der Vermeidung von Staus funktioniert.

 

Oberstes Bild: Für die meisten Autofahrer sind autonome Fahrzeuge eher unheimlich als wünschenswert. (© Qoncept / Shutterstock.com)

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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