Faszination Militärfahrzeuge: Nicht nur Männersache

08.07.2014 |  Von  |  Allgemein, Auto, Flugzeug
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Faszination Militärfahrzeuge: Nicht nur Männersache
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Mancher liebt den Geruch von Diesel am Morgen. Ist er noch gepaart mit infernalischem Motorengebrüll aus einer Maschine voller ungebändigter Kraft, befindet man sich wohl in der Nähe eines Panzers. Der Kauf eines privaten Panzers ist zwar alles andere als einfach, aber durchaus möglich.

Viele Panzerbesitzer haben aus ihrem Hobby einen interessanten Nebenerwerb gemacht und bieten nun ganz besondere Events an: Die Fahrt mit einem dieser modernen Streitwagen ist heute jedermann zugänglich. Ermöglicht wird dies durch die Panzerfahrschulen, wie sie europaweit immer mehr in Mode kommen.




Die meisten dort verwendeten Panzer sind russischer Bauart. Spätestens seit dem legendären T-34 ist der Welt bekannt, dass dieses Land in Sachen Kampfwagen einiges zu bieten hat. Die in riesigen Stückzahlen hergestellten Panzer aller Art haben teilweise ihren Weg in die private Hand gefunden. Auf mit dem richtigen Gelände kann man nun als Passagier oder als Selbstfahrer das Erlebnis Panzer geniessen.

Der legendäre T-34 (Bild: Antonov14, Wikimedia, CC)

Der legendäre T-34 (Bild: Antonov14, Wikimedia, CC)

Der ewige Rivale USA hat ebenfalls eine Reihe interessanter Militärfahrzeuge hervorgebracht, welche heute für private Erlebnistage gebucht werden können. Hier ist es der Nachfolger des berühmten Jeeps, welcher von vielen Anbietern für ausgiebige Schlamm- und Matschtouren angeboten wird. Der heute seinem Urahn als Ikone in nichts nachstehende Humvee – umgangsprachlich „Hummer“ genannt – ist das Standardfahrzeug der US-Armee und mittlerweile über 30 Jahre in Gebrauch. Die Zahl der zivilen Besitzer dieser martialischen Gefährte nimmt stetig zu. Ebenso wie die Panzer können auch die Humvees hart rangenommen werden. Das Schwerste nach einem Tag im Humvee wird sein, das eingemeisselte Lächeln aus den Gesichtern der glücklichen Mitfahrer zu bekommen.




Richtig teuer, aber an Erlebniswert kaum noch zu toppen ist der Mitflug in einem echten Kampfjet. Die tschechische L-29 Delfin ist ein zweisitziger Trainer, welcher im Ostblock als Standardflugzeug für diesen Zweck eingesetzt wurde. Dieses ebenfalls in grosser Stückzahl hergestellte Flugzeug ist für Privatbesitzer ideal, um daraus ein lukratives Geschäft zu machen. Robuste und zuverlässige Technik gepaart mit Schönheit und herausragenden Flugleistungen macht das Flugzeug in der Hand eines erfahrenen Piloten zum Garant für unvergessliche Stunden. Delfin-Flüge sind bereits ab ca. 2500 CHF zu buchen.

HMMWV Typ M998 (Bild: Cpl. James L. Yarboro, U.S. Marine Corps, Wikimedia)

HMMWV Typ M998 (Bild: Cpl. James L. Yarboro, U.S. Marine Corps, Wikimedia)





Etwa doppelt so teuer ist der Flug in einer britischen Hawker Hunter. Dieses von der Patrole Suisse verwendete Flugzeug bietet in der malerischen Bergkulisse der Schweiz ein besonders abenteuerliches Erlebnis. Neben spektakulären Manövern über Berge, durch Täler und vorbei an Gletschern bietet der Schweizer Anbieter auch etwas ganz Besonderes: Unter Aufsicht des Piloten darf der Passagier das Flugzeug sogar selbst steuern! Mit 5000 CHF für 25 Minuten ist das ein wahrlich exklusiver Spass. Aber man hält mit diesen Flügen auch diese legendären Flugzeuge in der Luft. Das sollte man nicht vergessen.

Doch die Möglichkeiten des privaten Jetflugs sind damit noch nicht am Ende. Der Schrecken des Westens, die berüchtigte Mig-29, hat ebenfalls ihren Weg in die private Hand gefunden. Die Besitzer bieten mit dieser infernalischen Maschine etwas wirklich Besonderes an: Der Stratosphärenflug kratzt bereits am Rand des Weltalls. Der einstündige Flug erfordert zusätzlich die Anreise ins russische Nischni Nowgorod. Der Preis allerdings ist happig: 25’000 CHF schränken den Kreis der Glücklichen für dieses Erlebnis durchaus ein.

Eine Kombination aus Ferien und Weltraumerfahrung wird in den USA möglich. Im Paket mit einem L-29-Jetflug wird dort ein Parabelflug angeboten. Das ist wirklich nur etwas für Hartgesottene: Ein Transportflugzeug steigt auf einige Zehntausend Meter Höhe, um anschliessend senkrecht zur Erde zu stürzen. Im Sturzflug erleben die Passagiere den Rausch der Schwerelosigkeit – und das 15-mal hintereinander. Verglichen mit dem Mig-29-Flug ist dieses Angebot ein echtes Schnäppchen – knapp 16’000 CHF inklusive achttägigem USA-Aufenthalt sind für dieses Erlebnis schon eine echte Überlegung wert.






Hawker Hunter – Museumsexemplar „Blue Diamond“ bei einer Flugschau (Bild: Arpingstone, Wikimedia)

Hawker Hunter – Museumsexemplar „Blue Diamond“ bei einer Flugschau (Bild: Arpingstone, Wikimedia)





Doch der Rausch eines Jetflugs ist auf einem anderen Weg für jedermann zugänglich – und dies sogar ganz alleine im Cockpit! Mit dem Besuch eines Flugsimulators kann jeder zum Kampfpilot werden. Angeboten wird dies von der US-Army in Frankfurt. Mit gerade einmal 160 CHF ist dies ein lachhaft preiswertes Vergnügen. Geboten werden dafür eine 15-minütige Einweisung und ein 60-minütiger Alleinflug, den niemand so schnell vergessen wird. In der Schweiz bieten die Unternehmen Ipilot aus Hurden und Adventurebase GmbH aus Trin einen Simulatorenflug mit Airbus-Passagierjets an. Mit knapp 300 CHF für 90 Minuten sind dies ebenfalls erfüllbare Träume für jedermann.

Schliesslich bietet die Schweizer Armee auch selbst an vielen Tagen im Jahr die Möglichkeit an, ihre Einrichtungen zu besuchen. An diesen offenen Tagen wird stets ein buntes Programm geboten, welches junge Leute für den Dienst an der Waffe begeistern soll. Das mag man sehen, wie man will, die Verteidigungstechnik ist jedoch so alt wie die Menschheit selbst. Ein Ausflug zu einem Besuchstag des Militärs ist deshalb jederzeit empfehlenswert.

 

Oberstes Bild: MiG-29 der deutschen Luftwaffe über dem Golf von Mexiko (TSGT MICHAEL AMMONS, USAF, Wikimedia)


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