Die Zukunft des Autonomen Fahrens kommt aus Kalifornien

02.06.2014 |  Von  |  Auto
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Die Zukunft des Autonomen Fahrens kommt aus Kalifornien
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Betrachtet man es rein vom technischen Gesichtspunkt, dann ist Autonomes Fahren absolut keine Zukunftsmusik mehr. Im Süden Kaliforniens hat Audi schon die Möglichkeit geschaffen, im Silicon Valley ein Forschungsfahrzeug in dieser Hinsicht zu testen. Aber liegt die Zukunft der Automobile tatsächlich darin, dass der Fahrer zum Nichtstun verdammt ist? Geht man nach dem Flaggschiff der Prototypen aus der Ingolstädter Autoschmiede, dann wird und soll es exakt darauf hinauslaufen.

Fahrer zum „Knöpfchendrücken“ verdammt



Wer die Chance hatte, Audis Prototyp zu fahren, der aufs autonome Fahren abzielt, war sehr erstaunt. Via Bildschirm wird dem Fahrer die Übernahmebereitschaft des Pkw deutlich signalisiert. Per Druck auf zwei Knöpfchen am unteren Rand des Lenkrades wird der automobile Autopilot aktiviert. Das Auto selbst übernimmt die totale Kontrolle. Ein Kompressormotor mit drei Litern Hubraum treibt den A7 an und der Autopilot sorgt für satte Beschleunigung. Alles von Geisterhand und ohne weiteres Zutun des Fahrers.

Der Fahrer ist im Grunde bedeutungslos. Damit ihm nicht allzu langweilig wird, kommuniziert der zentrale Bildschirm des futuristischen Gefährts mit dem beschäftigungslosen Insassen. Möchten Sie telefonieren? Oder doch lieber eine SMS versenden? Oder darf es eine Runde Surfen im Internet sein?

Musik, ein Filmchen – man fühlt sich wie in der Businessclass einer Fluggesellschaft. Nur dass das Klappern des Getränkewagens fehlt. Die Getränkedose muss man sich dann doch noch selbst öffnen. Das Autonome Fahren ist zur Wirklichkeit geworden. Zumindest im Silicon Valley und im Prototyp von Audi.

Das Heim ins Auto holen



Die Zeit, die man im Auto verbringt, nimmt immer mehr zu. Das liegt aber nicht nur an den Wegstrecken, die zurückzulegen sind, sondern vor allem daran, dass die Verkehrsdichte zunimmt und man somit länger im Stau steht. Mobil muss man sein und doch soll man sein gewohntes Umfeld auch im Wagen finden. Jedenfalls wenn es nach den Entwicklern der Premium-Automarken geht. Sie wollen gewohnte Lebensbereiche ins Auto transferieren, und das versehen mit der liebgewonnenen Technik. Musik auf Zuruf, Telefonieren, und zwar freisprechend, Internet, Videokonferenzsessions, Wellness-Anwendungen im Auto – all das steht auf den To-do-Listen der Fahrzeugentwickler.



Um all diese Features zu nutzen, muss das Fahrzeug aber autopilotiert werden. Ein im Internet surfender Fahrer ist eher nicht in der Lage, sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Ergo müssen das Lenken, das Bremsen, das Aufpassen, die Verkehrsbeobachtung und das Fahren generell automatisiert werden. All das kann der Prototyp von Audi bereits. Das Anfahren an der grünen Ampel, den Abstand einhalten, der Strassenführung folgen – alles kein Problem für „Otto“, den A7, der alleine fahren kann.

Technik, die man von aussen nicht erkennt



Der Fahrer kann, wenn er denn möchte, das ganze Spektakel auf integrierten Infobildschirmen verfolgen. Für die passende Ausleuchtung sorgt eine LED-Leuchtenleiste, die dezent unterhalb der Windschutzscheibe drapiert ist. Optisch sieht das sehr gekonnt aus. Auch von aussen sieht man „Otto“ sein Können nicht an. Laserscanner, Radarsensoren, Zusatzkameras, Ultraschallsensoren – all das ist nicht zu erkennen, sondern perfekt ins Wagenäussere integriert. Nur wer den Kofferraum öffnet, ahnt, was hier vor sich geht. Da ist wegen all der verbauten Rechnereinheiten kaum mehr Platz für das berühmte deutsche Boulevardblatt, welches sich sehr dünn falten lässt.

Autonomes Fahren soll die Sicherheit verbessern – gerne gen 100 %

Das Autonome Fahren ist für den Fahrer äusserst komfortabel und, wenn es sich tatsächlich etabliert, auch sehr sicher. Sensoren, Radar, Scanner und Kameras überwachen das Umfeld des Wagens, ihnen entgeht nicht das kleinste Detail. Die gesammelten Daten werden in einem zentralen Prozessor verarbeitet. Somit wird der Wagen in der Lage sein, die Daten, die die Sensoren aufnehmen, sofort umzuwandeln und auf die Strasse zu bringen – völlig autonom von digitalen Karten.

Das System wird sich am tatsächlichen Istzustand orientieren. Jede Entscheidung des Fahrzeugs basiert darauf. Audi hat, was die Sicherheit und die Zuverlässigkeit angeht, klar definierte Ziele. Detektiert der Wagen einen gesundheitlichen Ausfall des Fahrers, soll das System den Wagen über mehrere Fahrspuren sicher auf den Seitenstreifen fahren und dort stoppen. Ferner, so die ambitionierten Pläne, eine Rennstrecke schneller bewältigen, als dies ein Rennfahrer vermag. Per Selbststeuerung. Hohe Ziele.

Audi ist dem Wettbewerb voraus

Testet der Wettbewerb noch auf freien Feldern, auf Autobahnen oder maximal auf unbefahrenen Landstrassen, ist Audi den einen Schritt weiter: „Otto“ wird bereits im urbanen Umfeld der Städte getestet. Das zeigt deutlich auf, dass sich Audi nicht nur den Wettbewerbsvorteil sichern will; man will die Vorreiterrolle. Die Kernfrage wird am Ende der Entwicklungsstrecke nur sein: Wie nimmt der Autofahrer, für den das Autofahren auch ein „Kick“ sein soll, das Autonome Fahren an? Wer lässt sich von Audi schon gerne das Lenkrad aus der Hand nehmen – sieht man einmal vom Stau ab? Aber wer selbst fahren möchte, der kann es auch gerne weiterhin tun, denn die Autopiloten kann man glücklicherweise deaktivieren – noch jedenfalls.



 

Oberstes Bild: © iQoncept – Shutterstock.com

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