BMW i8 – Teil 3: Wie fährt sich der BMW i8 denn nun auf den Strassen?

03.06.2014 |  Von  |  Auto, Neuwagen
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BMW i8 – Teil 3: Wie fährt sich der BMW i8 denn nun auf den Strassen?
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Wer im BMW i8 sitzt, merkt sehr schnell, ab welchem Moment der Benziner mit Turbo den Job vom E-Motor übernimmt. Das ist per Druckpunkt geregelt, der über das Gaspedal sehr gut spürbar ist. Das bedeutet, der Turbo mit den drei Zylindern schläft nie, sondern wartet im Verborgenen immer darauf, dass man ihn anspricht und fordert.

Dies ist ein Bericht über den BMW i8 in drei Teilen:



Teil 1: Kann ein Hybrid wirklich ein Sportwagen sein?
Teil 2: Hinter dem Lenkrad ist vor dem Fahren
Teil 3: Wie fährt sich der BMW i8 denn nun auf den Strassen?

In dem Augenblick, da man als Fahrer den Boost benötigt, ist er auch da. Wer den Kick-down betätigt, wird spüren, dass der Turbo umgehend zugeschaltet wird. Da ist er. Unmerklich und ohne Zeitverzögerung. Im Sektor der niedrigen Drehzahlen kann man das Motorengeräusch noch als „Brummen“ durchgehen lassen. Er ist eben nur ein halbierter Sechszylinder und weit vom V10 oder V12 entfernt. Das spürt man als Fahrer auch deutlich an der Geschmeidigkeit des Motors. Da fehlen einige – eher viele – Meter zum gewohnten Reihensechszylinder aus München.

Und auch, was den Klang des Motors angeht, verspricht München Abhilfe. Am Sound, so BMW, werde noch gearbeitet, man verspricht ganz am Ende diesbezüglich Verbesserungen. Da kann man dann nur hoffen, dass der Klang eines Sportwagens nicht künstlich und digital erzeugt wird. Denn das würde dem Triebwerk, welches wirklich überzeugen kann, nicht gerecht. Da muss und sollte es andere Wege geben, das Ohr des Fahrers und zugleich die Umwelt zu verwöhnen. Aber auch das weiss man in München, und sicher wird es bei den Experten der Fahrdynamik in besten Händen sein.

Der BMW i8 setzt auf eine ansprechende Fahrleistung



Wer das Gaspedal bis zum Anschlag durchtritt, registriert unverzüglich, dass der E-Motor und der Turbo-Benziner erstklassig aufeinander abgestimmt sind. Sie spielen perfekt zusammen und funktionieren fantastisch. Diesen Eindruck gewinnt man aber nicht nur dann, wenn man den Turbo-Benziner aktiviert, auch in anderen Fahrsituationen wird das überdeutlich. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass BMW die Achslasten perfekt verteilt hat. 50:50 wurde angestrebt, und das ideale Verhältnis wurde auch gehalten.



Da gab es dann kaum noch Möglichkeiten für Fehlerquellen, auch wenn es als nicht einfach gilt, den Antrieb per Allrad mit einer Elektro-Achse zu korrelieren. Eine grosse Hilfe dabei ist nicht zuletzt das Torque-Vectoring. Hierbei wird das Drehmoment des Motors gezielt auf einzelne Räder geleitet. Der Effekt davon ist, dass der BMW i8 in den Kurven nicht nur durch ein grandioses Handling überzeugt, sondern man als Fahrer nahezu gierig darauf wird, den Wagen durch die schärfsten Kurven zu schicken. Wer dieses Kurvenverhalten durch Torque-Vectoring erlebt hat, der kann ansatzweise ermessen, welche enorme Rechnerleistung dahintersteckt, damit die Steuerleistung des BMW i8 solch ein Talent im Bereich des fahrerischen Multitasking ist.

Kommen wir nun zum Sport-Modus der Flunder aus München. Geht man als Fahrer in diesen Modus, dann spürt und sieht man, wie die Flunder aus Bayern förmlich zum Monster mutiert. Aus dem biederen Dr. David Banner der weiss-blaue Hulk. Vorbei ist es mit der Political Correctness auf der Strasse. In diesem Modus bilden die beiden Motoren, der Elektro-Motor und der Turbo-Benziner, eine unheilige Allianz, die dauerhaft zusammenarbeitet. Und das immer zu dem Zweck, die maximale Dynamik aus der bayrischen Flunder zu kitzeln. Das lässt sich deutlich spüren und erstmals dann auch annehmbar hören. Jede Fussbewegung auf dem Gaspedal wird direkt an die Aggregate weitergereicht.

Unterstützt wird das Ganze durch das automatische Getriebe mit sechs Gängen, welches dafür sorgt, dass jeder Gang gnadenlos direkt angesprochen wird. Ja, man kann davon sprechen, dass das Getriebe die Gänge in Serie in den Betriebsmodus prügelt. Und dabei wird einem als Fahrer auch erstmals bewusst, dass BMW hier etwas am Feintuning des i8 arbeiten muss. Die Elektronik und das Getriebe sprechen zwar eine identische Sprache, aber es kommt bisweilen zu kleineren Missverständnissen. Das macht sich dadurch unangenehm bemerkbar, dass es zuweilen beim Gangwechsel etwas rumpelt und pumpelt. Aber das lässt sich sicher noch besser synchronisieren – und es muss synchronisiert werden.

Der BMW i8 besticht durch sein perfekt abgestimmtes Fahrwerk. (Bild: Patrick Poendl / Shutterstock.com)

Der BMW i8 besticht durch sein perfekt abgestimmtes Fahrwerk. (Bild: Patrick Poendl / Shutterstock.com)

Der BMW i8 besticht durch sein perfekt abgestimmtes Fahrwerk

Zum Fahrwerk des i8 kann man die Beurteilung kurz und knapp halten: Kann was! Die Flunder läuft für einen Sportwagen mit dem Druck sehr gutmütig und die Abstimmung ist sehr gelungen. Das hat zur Folge, dass die Flunder wie auf Schienen läuft und quasi auf der Strasse klebt. Der Antrieb per Allrad zeichnet dafür verantwortlich, dass die Traktionswerte schlicht atemberaubend gut sind. Wie bereits angerissen, erzeugt das beim sportlich orientierten Fahren die Lust auf Kurvenfahrten. Querbeschleunigung at its very best! Der Wagen wird leicht angebremst, der Fahrer lenkt ein, hat den Scheitelpunkt der Kurve fest im Visier und dann geht es schlagartig wieder brachial aufs Gaspedal – bam!



Das lacht das Herz eines jeden Sportfahrers doch laut auf. Mit der latent spürbaren Neigung zum Untersteuern lässt es sich sehr gut leben, und das Fahrverhalten zu kritisieren wäre wirklich schon fast kleingeistig. Gerade angesichts dessen, dass der BMW i8 es problemlos wegsteckt, wenn man ihn brutal anfährt. Das geht auch nur aus dem Grund, dass die Bremse und die Bremswirkung perfekt auf das sportliche Fahren abgestimmt sind.

Wer einen Mix aus der Eco- und der Sport-Variante haben will, wählt einfach den Komfort-Modus, und man wähnt sich als Fahrer in der sogenannten weiss-blauen Zwischenwelt. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Elektro-Motor; sobald man die Marke von 65 Stundenkilometern durchbricht, greift der Turbo-Benziner ins Geschehen ein. Fuss vom Gas nehmen und da ist er wieder, der E-Motor. Gaspedal loslassen – rekuperieren; Gaspedal durchdrücken – Zusatzboost. Perfekt eingespielt.

Wie sieht denn nun das Fazit aus? Ja, der BMW i8 ist durch die Bank gelungen. Nein, er sieht gut aus und fühlt sich auch gut an – ist man erst einmal im Wagen drin. Am Innenraum kann man die eine oder andere Komponente noch verbessern, die Gangwechsel sollten etwas weniger rumpeln und die Elektronik verdient auch ein wenig Feintuning. Die Motoren laufen rund und machen nach der Fahrt Lust auf mehr Fahren. Nachzubessern ist immer noch das Sportwagen-Feeling, und das durch etwas mehr Druck in der weiss-blauen Bluse, wenn es um den Sound geht. Das aber eben bitte echt und nicht digitalisiert.



 

Oberstes Bild: © andrei.nistor – Shutterstock.com

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