Bis zu 15 Prozent weniger Treibstoffverbrauch – ganz ohne technische Veränderungen
von belmedia Redaktion Allgemein Auto familie.ch Magazine Mobilität motor.ch motortipps.ch nachrichtenticker.ch Orte Regionen Schweiz Schweiz Themen Ⳇ Verbreitung
Wer beim Autofahren deutlich weniger Energie verbrauchen möchte, muss weder ein neues Fahrzeug kaufen noch technische Veränderungen vornehmen. Eine der wirksamsten Massnahmen ist überraschend einfach: Auf der Autobahn freiwillig etwas langsamer fahren. Bereits der Wechsel von 120 auf 100 km/h kann den Treibstoffverbrauch um rund 15 Prozent reduzieren. Auch Elektroautos profitieren davon.
Entscheidend ist der Luftwiderstand. Je schneller ein Auto fährt, desto mehr Energie benötigt es, um die Luft zu verdrängen. Dieser Widerstand steigt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Besonders auf längeren Autobahnfahrten macht sich der Unterschied deshalb bemerkbar. Wer gleichmässig mit 100 statt 120 km/h unterwegs ist, kann mit einem Benziner oder Diesel spürbar Geld sparen.
In der Schweiz gilt auf Autobahnen grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Diese Geschwindigkeit muss jedoch nicht ausgeschöpft werden. Solange die Verkehrsverhältnisse eine gleichmässige, sichere Fahrt ermöglichen und niemand unnötig behindert wird, kann das freiwillige Reduzieren des Tempos eine wirkungsvolle Sparstrategie sein.
Warum schon 20 km/h einen grossen Unterschied machen
Ein Auto muss während der Fahrt mehrere Widerstände überwinden. Dazu gehören der Rollwiderstand der Reifen, mechanische Verluste und insbesondere der Luftwiderstand.
Während der Rollwiderstand vergleichsweise wenig vom Tempo abhängt, nimmt der Luftwiderstand quadratisch mit der Geschwindigkeit zu.
Wer von 100 auf 120 km/h beschleunigt, erhöht den Luftwiderstand bei gleichen Bedingungen um rund 44 Prozent. Das bedeutet allerdings nicht, dass auch der gesamte Fahrzeugverbrauch um 44 Prozent steigt. Dafür spielen weitere Widerstände und die Effizienz des Antriebs eine Rolle.
Der ADAC nennt für eine vergleichbare Autobahnfahrt mit durchschnittlich 100 statt 120 km/h eine mögliche Kraftstoffersparnis von rund 15 Prozent.
So viel Geld lässt sich tatsächlich sparen
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt die Grössenordnung.
Angenommen, ein Benziner benötigt bei konstanten 120 km/h sieben Liter auf 100 Kilometer. Eine Verbrauchsreduktion um 15 Prozent würde den Wert auf 5,95 Liter senken.
Die Einsparung beträgt damit 1,05 Liter auf 100 Kilometer.
Bei einem angenommenen Benzinpreis von 1.80 Franken pro Liter entspricht das rund 1.89 Franken je 100 Kilometer. Auf 5000 vergleichbaren Autobahnkilometern ergeben sich bereits rund 95 Franken Ersparnis.
Diese Werte sind eine Modellrechnung. Ein schwerer SUV, ein effizienter Kleinwagen und eine Limousine werden unterschiedlich stark profitieren.
Wie viel Zeit verliert man wirklich?
Bei einer freien Autobahn beträgt die theoretische Fahrzeit für 100 Kilometer bei 120 km/h genau 50 Minuten. Mit 100 km/h sind es 60 Minuten.
Der Zeitunterschied beträgt somit zehn Minuten.
In der Praxis fällt die Differenz häufig kleiner aus, beispielsweise bei Baustellen, Tempobeschränkungen oder stockendem Verkehr. Auf vollständig freien Strecken kann der rechnerische Zeitunterschied dagegen tatsächlich erreicht werden.
Entscheidend ist deshalb nicht allein die Geschwindigkeit auf dem Tacho, sondern die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit.
Auch Elektroautos profitieren erheblich
Bei einem Elektroauto wirkt sich ein höheres Tempo ebenfalls stark auf den Energiebedarf aus.
Nach Untersuchungen des ADAC kann der Stromverbrauch bei einer Erhöhung von 100 auf 120 km/h im Durchschnitt um rund 26 Prozent steigen.
Wer stattdessen das Tempo reduziert, gewinnt deshalb oft deutlich an Reichweite. Gerade auf längeren Reisen kann das bedeuten, dass ein Ladestopp später notwendig wird oder weniger Strom nachgeladen werden muss.
Der genaue Effekt hängt unter anderem von der Aerodynamik, der Aussentemperatur, der Batterieheizung und den Wetterverhältnissen ab.
Der zweite wichtige Faktor ist gleichmässiges Fahren
Neben dem Tempo entscheidet auch der persönliche Fahrstil über den Verbrauch.
Häufiges starkes Beschleunigen mit anschliessendem Bremsen kostet unnötig Energie. Besonders effizient ist eine vorausschauende Fahrweise mit genügend Abstand und möglichst gleichmässiger Geschwindigkeit.
Bei vielen Fahrzeugen kann der Tempomat helfen, das Tempo konstant zu halten. Auf hügeligen Strecken kann eine vorausschauende Bedienung des Fahrpedals allerdings effizienter sein.
Auch der Reifendruck spielt eine Rolle. Zu geringer Druck erhöht den Rollwiderstand. Weshalb die regelmässige Kontrolle so wichtig ist, zeigt der Beitrag über den optimalen Reifendruck.
Weniger Tempo ohne Verzicht auf Mobilität
Für die meisten Autofahrer ist eine freiwillige Temporeduktion eine der einfachsten Möglichkeiten, den Energieverbrauch sofort zu beeinflussen.
Niemand muss dafür seine Mobilitätsgewohnheiten vollständig verändern. Schon einzelne längere Fahrten mit moderatem Tempo können einen messbaren Unterschied machen.
Wer zusätzlich den Reifendruck kontrolliert, unnötige Dachaufbauten entfernt und vorausschauend fährt, kann weiteres Sparpotenzial nutzen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert