Diesel-Skandal bei VW: Betriebsratschef fordert Aufklärung

22.09.2015 |  Von  |  Auto
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Diesel-Skandal bei VW: Betriebsratschef fordert Aufklärung
5 (100%)
1 Bewertung(en)

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die US-Umweltbehörde EPA gegen Volkswagen ermittelt, weil die in den USA verkauften Diesel-Fahrzeuge nicht die dort geltenden Abgasgrenzwerte erfüllen.

Um auf diesem Markt zugelassen zu werden, hatte Volkswagen per Software gängige Testsituationen erkannt und dann ins Motormanagement eingegriffen, um die Testergebnisse zu „optimieren“.

Nun meldet sich der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates Bernd Osterloh zu Wort. Dem stern sagte Osterloh: „Wir als Arbeitnehmervertreter nehmen die Vorwürfe sehr ernst und sind geschockt. Das muss jetzt mit aller Konsequenz und Offenheit aufgeklärt werden. Und wir müssen Konsequenzen daraus ziehen.“


Die Statistik zeigt die Anzahl der Neuzulassungen von Diesel-Pkw des Herstellers Volkswagen in den USA von 2010 bis 2014. (Quelle: Statista)

Die Statistik zeigt die Anzahl der Neuzulassungen von Diesel-Pkw des Herstellers Volkswagen in den USA von 2010 bis 2014. (Quelle: Statista)


Bernd Osterloh ist Mitglied des Volkswagen-Aufsichtsrates und gilt als einer der mächtigsten Männer im Konzern. Der Konzern hat den Betrug bereits eingestanden und arbeitet nun mit der EPA zusammen, um die Situation zu lösen. EPA fordert derweil den Rückruf der gut 480’000 betroffenen Diesel-PKW der Baujahre 2009 bis 2015.

Für Osterloh hat das Thema momentan überragende Bedeutung: „Wir müssen verloren gegangenes Vertrauen bei unseren Kunden zurückgewinnen. Ich kann nur sagen: die über 600’000 Beschäftigten des Volkswagen Konzerns arbeiten Tag für Tag hart daran, unseren Kunden das bestmögliche Produkt zu bieten“, sagte er dem stern.

Er machte deutlich, dass die Volkswagen-Mitarbeiter nun ein schnelles Handeln des Managements, insbesondere von Konzernchef Martin Winterkorn, erwarten: „Als Arbeitnehmervertreter werden wir deshalb mit aller Konsequenz für eine umfassende Aufklärung eintreten und dafür sorgen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Da sind wir uns mit Dr. Winterkorn einig. Im Interesse unserer Kunden und Kollegen.“



Dem Volkswagen-Konzern drohen neben dem Imageverlust Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar, Rückrufkosten sowie mögliche Regressansprüche von enttäuschten Kunden und auch Aktionären.

 

Artikel von: Gruner+Jahr, stern
Oberstes Bild: Volkswagen Passat TDI clean diesel auf der North American International Auto Show 2012 in Detroit. (© Darren Brode / Shutterstostock.com)


Ihr Kommentar zu:

Diesel-Skandal bei VW: Betriebsratschef fordert Aufklärung

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die belmedia AG behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.