Zu viele gefährliche Lastwagen brettern durch die Schweiz

Jeder dritte kontrollierte Lastwagen auf Schweizer Strassen wird beanstandet, fast jeder zwölfte sogar direkt stillgelegt. Diese alarmierende Statistik hat heute das Bundesamt für Strassen ASTRA zu den Schwerverkehrskontrollen 2021 publiziert.

Es geht nicht an, dass zulasten anderer Verkehrsteilnehmenden und der Umwelt an der Sicherheit gespart wird. Ernüchternd ist die Zahl beim stark wachsenden Lieferwagenverkehr: Fast jedes zweite kontrollierte Fahrzeug weist Mängel auf.

Es braucht mehr und bessere Kontrollen

„Für uns von der Alpen-Initiative ist es unverständlich, dass sich diese gefährliche Situation beim Strassengüterverkehr nicht bessert. Immer noch wird jeder dritte Lastwagen beanstandet, das ist viel zu viel. Die Kontrollen zeigen offenbar eine zu wenig abschreckende Wirkung. Also braucht es mehr und bessere Kontrollen, möglichst in den Kontrollzentren. Sie sind unabdingbar für mehr Verkehrssicherheit für alle anderen Verkehrsteilnehmenden und die Umwelt.“

Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative, Nationalrat GR

Im Wallis sind sehr viele Lastwagen unsicher

„Im Wallis, in dem Kanton mit dem Simplonpass, dem einzigen Alpenpass der Schweiz, wo Gefahrenguttransporte auf der Strasse erlaubt sind, wurden ca. 50% der in den Kontrollzentren in St. Maurice und am Simplon kontrollierten Lastwagen beanstandet. Was für Folgen nur ein einziger Unfall mit Gefahrengut am Simplonpass für Mensch und Umwelt nach sich ziehen könnte, wage ich mir nicht auszudenken“

Brigitte Wolf, Vorstandsmitglied der Alpen-Initiative, Grossrätin VS

Kontrollzentrum im Tessin soll rasch den Betrieb aufnehmen

„Die Schwerverkehrskontrollen auf der Gotthard-Achse im Tessin sind seit Jahren unzureichend: Während im Kanton Uri, vor allem in seinem Kontrollzentrum in Ripshausen, über 15’600 Lastwagen geprüft wurden, waren es im Tessin im Jahr 2021 nur ca. 2’800. Ich freue mich, dass dieses Jahr im Herbst das südliche Kontrollzentrum an der Gotthard-Achse in Giornico TI endlich in Betrieb genommen werden soll. Das ist längst überfällig und schliesst eine klaffende Lücke im Kontrollnetz.“
Marina Carobbio Guscetti, Vizepräsidentin der Alpen-Initiative, Ständerätin TI

Übersicht zur Kontrollstatistik 2021

Die Statistiken zu den Schwerverkehrskontrollen zeigen auch für das Jahr 2021 ein schockierendes Bild: In den Schwerverkehrskontrollzentren wurden 31’564 Fahrzeugen kontrolliert und davon ca. 35% respektive 11’006 beanstandet. Rund 7,7 % oder 2’432 Fahrzeuge wurden sogar stillgelegt. Fast doppelt so viele, insgesamt 58’577 Fahrzeuge, wurden mobil kontrolliert. Über 16% oder 9’914 davon wurden beanstandet. Fast jedes dreissigste Fahrzeug – total 2’218 – wurde stillgelegt. Besorgniserregend: Da die mobilen Kontrollen weniger detailliert ausfallen, ist mit einer erheblichen Dunkelziffer nicht aufgedeckter Mängel zu rechnen. Die Hauptgründe für die Beanstandungen und Stilllegungen sind Missachtungen von Abmessungen und Gewichten, technische Mängel sowie das Nichteinhalten der Arbeits- und Ruhezeiten. Besonders schädlich für Mensch und Natur sind zudem die vielen Manipulationen am Abgassystem. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Abgase ungefiltert in die Umwelt gelangen können.

 

Quelle: Verein zum Schutz des Alpengebietes
Titelbild: Roman Babakin – shutterstock.com

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Kommentare: 1

bergfloh
29.03.2022 18:02
das ist ja unglaublich- gott sei dank gibt es ein strassenverkehrsgesetz und die polizei.
ich frage mich, warum so viele güter immer noch per lastwagen über die pässe oder per transit durch das ganze land gefahren werden - für das gibt es doch die bahn 😏👎

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