TCS-Test zeigt: Auf drei Sitzplätze passen häufig nur zwei Kindersitze (Video)

13.08.2018 |  Von  |  Auto, News
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TCS-Test zeigt: Auf drei Sitzplätze passen häufig nur zwei Kindersitze (Video)
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Familienautos sind nicht unbedingt kindertransportfreundlich. Von 18 getesteten Fahrzeugen konnte lediglich in einem drei grosse Kindersitze im Fond installiert werden.

Der Rest bot dort wenig Platz, oder der Sitzplatz hinten in der Mitte soll laut Hersteller nicht dazu geeignet sein.

Wie viele Kinder gleichzeitig in einem Fahrzeug transportiert werden können und wie einfach die Installation eines Kindersitzes ist, ist aus dem Prospekt nicht ersichtlich. Aus diesem Grund führt der TCS diese Testserie regelmässig durch und hat insgesamt bereits 147 Fahrzeuge getestet. Dieses Jahr wurden weitere 18 marktbedeutende Autos unter die Lupe genommen. Dazu zählen Kompaktwagen, Kombis sowie kleinere SUV’s im Preissegment bis CHF 40‘000.-. Darunter 17 5-Plätzer und ein 7-Plätzer.



Nur einziges Fahrzeug mit genug Platz in der Mitte der zweiten Reihe

Der TCS empfiehlt die Kinder wenn möglich im Fond zu sichern. Idealerweise reisen Kinder auf den äusseren Sitzplätzen in der zweiten Reihe. In der Mitte der zweiten Reihe erreicht der Ford Galaxy ein „sehr gut“. Dies verdankt er seinem grosszügigen Platzangebot und den Isofix-Verankerungen, die auf diesem Sitzplatz bei keinem anderen getesteten Fahrzeug anzutreffen waren. Das Verdikt „nicht geeignet“ erhalten der Dacia Duster, der Mitsubishi Eclipse Cross und der Opel Crossland X. Alle aufgrund der restriktiven Bedienungsanleitung. Der mittlere Sitzplatz hinten ist für Kindersitze „nicht geeignet“. Die restlichen 14 Fahrzeuge erhielten die Bewertung „mit Einschränkungen“. Hier bietet der mittlere Sitz nur noch für einen Sitzerhöher ohne Lehne genügend Platz.



Besser den Beifahrersitzplatz vermeiden

Aus Sicherheitsgründen empfiehlt der TCS, die Kinder wenn möglich nicht auf dem Beifahrerplatz, sondern im Fond zu transportieren. Entsprechend sollte auf dem Beifahrersitzplatz nur dann ein Kind mitreisen, wenn hinten bereits alle Sitzplätze belegt sind. Zum Beispiel dann, wenn noch das Nachbars Kind mitfährt. Aber Vorsicht: Wenn es darum geht, den Beifahrersitz mit einem rückwärtsgerichteten Kindersitz auszurüsten, muss der Beifahrerairbag zuvor zwingend deaktiviert werden. Der Beifahrersitz stellt beim Kindertransport eine Art Reserve-Kapazität dar, die durchaus nützlich sein kann.

Der Mazda CX-5 und der Subaru Impreza haben eine automatische Beifahrerairbag-Deaktivierung. Beim Dacia Duster, Jeep Compass, Renault Koleos und beim Volvo XC 40 kann der Airbag mittels Drehschalter, resp. übers Displaymenü deaktiviert werden, weshalb sie die Note „mit Einschränkungen“ erhielten. Die restlichen Fahrzeuge erhielten auf dem Beifahrersitzplatz ein „befriedigend“.

Nicht jeder Kindersitz passt in jedes Auto

Auf jeden Fall sollte zur Ermittlung des passenden Familienautos eine Probefahrt mit Kindern und Kindersitzen durchgeführt werden. Nicht jeder Kindersitz passt in jedes Auto, obwohl alle Neuwagen mit Isofix- und Top-Tether-Verankerungen ausgerüstet sind. In der Praxis können Probleme auftauchen wie: Beifahrerairbag-Deaktivierung bei rückwärtsgerichtetem Sitz, Kindersitz mit Stützbein auf Fahrzeugboden mit Staufach oder die Zulassung von Isofix-Kindersitz für ein bestimmtes Fahrzeug. Erschwerend kommt hinzu, dass bei einigen Fahrzeugen die Verwendung von Kindersitzen auf einzelnen Sitzplätzen laut Bedienungsanleitung gar nicht erlaubt, nicht empfohlen oder stark eingeschränkt ist.

Protokoll

Die Bewertung wird jeweils für folgende Sitzplätze ermittelt: Beifahrersitz, äussere Sitzplätze in der zweiten Reihe, mittlerer Sitzplatz in der zweiten Reihe sowie Sitzplätze in der dritten Reihe (falls vorhanden).

Am sichersten reisen Kinder auf der Rücksitzbank. Deshalb wird der Beifahrersitzplatz nur bei automatischer Airbag-Deaktivierung und vorhandenen Isofix-Verankerungen mit „sehr gut“ bewertet. Die beiden äusseren Plätze in der zweiten Reihe werden am häufigsten für den Kindertransport verwendet. Aus diesem Grund werden sie im Test auch am ausführlichsten geprüft. Wichtig sind einerseits das Platzangebot und die Passform, aber auch die Zugänglichkeit von Isofix- und Top-Tether-Verankerungen. Die Gurtlänge kann unter Umständen zu Problemen beim Sitzeinbau führen, wenn beispielsweise zu wenig Gurt für die Befestigung der Babyschale zur Verfügung steht. Zu wenig Gurtlänge ist deshalb ein Abwertungskriterium.

2016 wurde das Testprozedere leicht angepasst. Es wurden drei neue Kindersitze für die Einbauversuche verwendet. Sie wurden so ausgewählt, dass sie das Angebot auf dem Markt gut repräsentieren, im TCS Test gut abgeschnitten haben und sowohl mit als auch ohne Isofix befestigt werden können. Auch ist ein i-Size Produkt dabei.

  • Maxi-Cosi Pebble Plus mit FamilyFix, i-Size von 45-75 cm mit und ohne Isofixbasis.
  • Römer Versafix, Gruppe I (9 bis 18 kg), mit und ohne Isofix- und Top-Tether- Befestigung.
  • Cybex Solution M Fix, Gruppe II/III (15 bis 36 kg), mit und ohne Isofix- Befestigung.

Falls diese zufällige Kombination von Kindersitzen im Fahrzeug nicht montiert werden kann, werden drei Sitzerhöher ohne Rückenlehne eingebaut. Dies stellt das gesetzliche Minimum dar und benötigt auch am wenigsten Fahrzeugbreite. Es ist möglich, dass andere Kindersitze als die oben erwähnten in einem Testfahrzeug montiert werden können. Umgekehrt kann es sein, dass bei Fahrzeugen, bei denen im Test drei Kindersitze installiert werden konnten, nicht genügend Platz vorhanden ist. Dieser Test soll einen Eindruck vermitteln, wie viel Platz generell für Kindersitze vorhanden ist und wie geeignet diese Fahrzeuge für Familien mit Kindern sind.

 

Quelle: TCS
Artikelbilder: TCS

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