Schweiz muss mehr für Sicherheit von Kindern im Strassenverkehr tun

22.03.2018 |  Von  |  Auto, News
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Schweiz muss mehr für Sicherheit von Kindern im Strassenverkehr tun
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Eine neue europaweite Studie zeigt: Bei der Sicherheit von Kindern im Strassenverkehr kann sich die Schweiz noch deutlich steigern.

Unser Land befindet sich diesbezüglich nur im Mittelfeld der europäischen Staaten, obwohl die Strassen hierzulande insgesamt die sichersten in Europa sind. Aus Sicht der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung sind Massnahmen nötig, um Kinder, also besonders verletzliche Verkehrsteilnehmer, besser zu schützen.

Der Europäische Verkehrssicherheitsrat (ETSC) hat seine jüngste Studie zur Sicherheit von Kindern im Strassenverkehr veröffentlicht. Die Untersuchung vergleicht unter anderem die Anzahl getöteter Kinder bis 14 Jahre in verschiedenen Ländern. Dabei wird klar: Die Schweiz gehört im europäischen Vergleich nur zum Mittelfeld.

Weit hinter den Spitzenreitern

In der Schweiz ist die Anzahl der Kinder, die von 2014 bis 2016 im Strassenverkehr gestorben sind – im Durchschnitt 7,5 Kinder pro Jahr, pro eine Million Kinder – zwar leicht niedriger als im europäischen Durchschnitt (8,2). Doch die Zahl liegt höher als in über einem Dutzend anderer Länder. Besonders grossen Aufholbedarf hat die Schweiz im Vergleich mit den beiden Spitzenreitern Norwegen (3,2) und Schweden (3,9).

Gemäss einer Analyse durch die bfu ist vor allem die überdurchschnittlich hohe Anzahl Kinder, die als Fussgänger im Strassenverkehr sterben, für diese Resultate verantwortlich. Das könnte auch daran liegen, dass Kinder in der Schweiz vergleichsweise oft zu Fuss unterwegs sind – etwa, weil es der Stundenplan vielen Schulkindern erlaubt, in der Mittagspause nach Hause zu gehen. Bei ihren Altersgenossen in anderen Ländern ist dies teils weniger der Fall. Aus diesem Grund empfiehlt die bfu die konsequente Umsetzung bestehender Massnahmen, um die Sicherheit der Kinder im Strassenverkehr zu erhöhen:

  • Neue Autos und Lastfahrzeuge möglichst mit Kollisionsvermeidungssystemen (z. B. Notbremsassistenten) ausrüsten
  • Fortführen der 2011 durch die Kantone gestarteten, periodischen RSI (Road Safety Inspection – Sicherheitsinspektion der Strasseninfrastruktur) von Fussgängerstreifen, unter spezifischer Berücksichtigung der Anliegen der Kinder sowie Ausdehnung dieser Sicherheitsanalysen auf alle Arten von Kreuzungen
  • Führen von Kampagnen zur Sicherheit von Kindern im Strassenverkehr – z. B. „Rad steht, Kind geht“ –, um andere Verkehrsteilnehmende zu sensibilisieren
  • Aufrechterhalten der Verkehrsbildung für Kinder in der Basis- und Primarstufe sowie Stärkung der Verkehrsinstruktion in der Sekundarstufe I

Die Schweiz nimmt betreffend Sicherheit der Kinder keinen Spitzenplatz ein; trotzdem gilt es festzuhalten, dass die Schweizer Strassen insgesamt zu den sichersten in Europa gehören. Für ihre erfolgreichen Bemühungen, die Sicherheit im Strassenverkehr zu erhöhen, zeichnete der ETSC die Schweiz letztes Jahr mit dem Europäischen Verkehrssicherheitspreis aus. Verschiedene Massnahmen, die im Rahmen von Via sicura ergriffen worden waren sowie die Verbesserung der Infrastruktur wurden so belohnt.

 

Quelle: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Artikelbild: Anna Nahabed – shutterstock.com

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