Peugeot wechselt im Angesicht der Krise die Strategie

21.08.2014 |  Von  |  Auto, Peugeot
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Peugeot wechselt im Angesicht der Krise die Strategie
Jetzt bewerten!

Vielen Automobilherstellern geht es wirtschaftlich gesehen gut – aber Peugeot gehört nicht dazu. Allein 2013 musste das Unternehmen einen Verlust von fast 2,8 Milliarden Franken bekanntgeben.

Damit Zahlen wie diese nicht zur Gewohnheit werden und den französischen Hersteller irgendwann in die Insolvenz treiben, steuert Konzernchef Tavares jetzt dagegen. Weniger Autos, bessere Autos, mehr Fokus, mehr China: So könnte man die neue Strategie des Unternehmens zusammenfassen. Ob das reicht, werden die kommenden Jahre zeigen müssen.

Das Topmodell? Eigentlich nebensächlich…




Erst im Juli hatte Peugeot eine Überarbeitung des 508 vorgestellt: In dem Flaggschiff des Herstellers steckt jetzt ein wenig aktuellere Technik, ein neuer Touchscreen hier, LED-Technik in den Scheinwerfern da – aber am Ende haben die vielen Verbesserungen und kosmetischen Änderungen nur eine Randnotiz dargestellt. Einen neuen Motor mit 165 PS und recht umweltschonenden 129 Gramm CO2 pro Kilometer hat der 508 ebenfalls spendiert bekommen. Was von der Präsentation übrigbleibt, wird allerdings nicht der neue Wagen sein, sondern die Worte, welche Maxime Picat von Peugeot für die neue Strategie wählte.

Der neue Peugeot 508 auf der Automesse in Belgrad 2014 (Bild: Foto011 / Shutterstock.com)

Der neue Peugeot 508 auf der Automesse in Belgrad 2014 (Bild: Foto011 / Shutterstock.com)





Die Präsentation des Wagens fand etwa in London statt, und nicht im Heimatland Frankreich – was angeblich eine Internationalisierung der Marke Peugeot zeigen solle. In Zukunft sollen nicht mehr Frankreich und der grössere Teil Europas der Kernmarkt sein, sondern die Welt. Das schliesst natürlich auch Asien mit ein, wohin Peugeot breitflächig expandieren möchte. Der Absatz auf dem Kontinent stieg 2013 um 28%, ausserdem konnte man einen starken Partner vor Ort finden, um den eigenen Fuhrpark beispielsweise an die chinesischen Wünsche anzupassen. Der 508 dürfte dort keine Probleme bekommen: Schon jetzt verlässt ein Drittel der Produktion die Werkshallen in Richtung China.

Weniger ist manchmal mehr

Weiterhin möchte Peugeot für mehr Klarheit im Angebot sorgen: Etwa 50% der Modellvarianten sollen nicht mehr hergestellt werden, im letztendlichen Portfolio sollen sich nur noch 13 unterschiedliche Modelle befinden. Gestrichen werden beispielsweise einige Cabrios aus der CC-Serie des Herstellers sowie der 807 – ein Van, der zuletzt mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Ob all das reicht, um in Europa für mehr Umsatz zu sorgen und in China die Pforten auch mit der Mittelklasse und den eigenen Kleinwagen aufzustossen, werden die kommenden Jahre zeigen müssen.

 

Oberstes Bild: Neue Strategie soll den angeschlagenen Konzern Peugeot retten. (© IgorGolovniov / Shutterstock.com)


Ihr Kommentar zu:

Peugeot wechselt im Angesicht der Krise die Strategie

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.