Petition verlangt Stopp der Gefahrguttransporte am Simplon

4769 Personen vornehmlich aus dem Wallis und der Waadt fordern die Walliser Regierung auf, sich auf die Seite der regionalen Bevölkerung und der Umwelt zu stellen. Das Wallis soll in Bern eigenverantwortlich ein Verbot für Gefahrguttransporte über den Simplon verlangen.

Den mehrheitlich Direktbetroffenen sind die Risiken dieser rund 40 täglichen Fahrten zu gross. Nur ein einziger Unfall mit Gefahrgut kann Mensch und Natur im Alpenraum irreparabel schädigen. Das ist inakzeptabel. Umso mehr als durch den Simplon ein Bahntunnel führt und Züge Gefahrgüter viel sicherer transportieren können.

Achtung, gefährliche Stoffe! Der Umgang mit Gefahrgut verlangt besonderen Schutz. Um der Gefahr ein Gesicht zu geben, überreicht die Alpen-Initiative mit zahlreichen beteiligten Aktivisten ihre Petition „Stopp Gefahrguttransporte am Simplon“ im Schutzanzug. Farbige Dampfschwaden illustrieren zusätzlich, dass der Kanton Wallis auf der Strasse über den Simplonpass täglich das Entweichen giftiger Stoffe riskiert. Im Gegensatz zu allen anderen Schweizer Alpenpässen, wo solche Transporte längst verboten sind.

Von Mitte Mai bis Ende Juli konnte die Alpen-Initiative 4769 Personen aus dem Wallis und der Waadt bis hinunter nach Genf mobilisieren. Besonders betroffen ist die Walliser Bevölkerung. Entsprechend übergeben die Walliser Vorstandsmitglieder der Alpen-Initiative die physischen wie auch elektronischen Unterschriften in Form einer Tonne, die für heikle Flüssigkeiten genutzt wird. Sie ist mit Warnsignalen für Gefahrgut beschriftet.

Die Vorstandsmitglieder Emmanuel Amoos (NR VS), Christophe Clivaz (NR VS), Brigitte Wolf (Grossrätin VS) und Laurent Seydoux (GE) richten in ihrer Aktion vor den Büros der Staatskanzlei Wallis sehr deutliche Worte an die Walliser Regierung.

Christophe Clivaz, Nationalrat VS, Vorstandsmitglied Alpen-Initiative

„Es ist höchst fragwürdig, dass die Walliser Regierung auf dem Rücken der Walliser Bevölkerung, den Anwohnenden und der Natur am Simplon und im Rhonetal solche Risiken in Kauf nimmt. Das zeigt, dass ihr die Sensibilität für die Bedürfnisse der Bevölkerung fehlt.“

Emmanuel Amoos, Nationalrat VS, Vorstandsmitglied Alpen-Initiative

„Die Regierung dient mit der Erlaubnis von Gefahrguttransporten willfährig Wirtschaftsinteressen einzelner Unternehmen. Dabei müsste sie für die Bevölkerung einstehen. Das ist völlig unverständlich: Auch weil der Gefahrguttransport auf der Schiene und durch den Simplontunnel viel sicherer ist.“

Brigitte Wolf, Grossrätin VS, Vorstandsmitglied Alpen-Initiative

„Wir gefährden mit diesen nicht notwendigen Gefahrguttransporten unsere Trinkwasserquellen und geschützte Biotope am Simplon. Und damit verbunden entlang der Wasserläufe das ganze Rhonetal bis hinunter zum Genfersee. Das ist nicht akzeptabel.“



Anschauliches Katastrophenszenario

Ein Lastwagen durchschlägt das Sicherheitsgitter der Ganterbrücke auf der Strasse über den Simplonpass, stürzt 150 Meter hinunter in die Saltina und geht in Flammen auf. Aus dem Wrack dringen giftige Stoffe und verfärben den Gebirgsbach violett. Bereits im letzten Oktober haben wir der Schweiz mit einer Videosimulation vor Augen geführt, wie verhängnisvoll sich ein Gefahrgutunfall auf die Natur auswirken kann.

 

Quelle: Verein zum Schutz des Alpengebietes
Bildquelle: Verein zum Schutz des Alpengebietes

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