Mit Kindern im Auto unterwegs: Wie sicher sind Sitzerhöhungen?

02.11.2017 |  Von  |  Auto
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Mit Kindern im Auto unterwegs: Wie sicher sind Sitzerhöhungen?
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Laut dem Gesetz ist es notwendig und auch Pflicht bei einem Transport von Kleinkindern, dringend eine Kindersitzerhöhung für das Auto anzuschaffen.

Sobald die Kinder ihr 12. Lebensjahr erreicht haben oder mind. eine Körpergrösse von 150 cm aufweisen sind sie nicht mehr verpflichtet auf einer Sitzerhöhung Platz zu nehmen. Wenn sie entsprechend diese Grösse erreicht haben, kann das gängige Rückhaltesystem für einen Erwachsenen auch optimalen Schutz bei starken Bremsungen oder Unfällen bieten.

In diesem Artikel möchten wir dir zeigen, warum Sicherheit so extrem wichtig ist beim Transport deines Kindes und warum es sich absolut lohnt eine Sitzerhöhung für dein Kind zu kaufen.

Wie definiert sich erstmal Sicherheit?

Sicherheit bezeichnet zunächst einen Zustand, der frei von unverantwortlichen Risiken sein soll oder auch als gefahrenfrei angesehen wird. Somit ist die Definition von Sicherheit in erster Linie sowohl auf ein einzelnes Individuum als auch auf andere Lebewesen, auf Systeme oder reale und abstrakte Gegenstände bezogen.

Es ist unmöglich Risiken völlig auszuschliessen. Als vertretbar werden im Allgemeinen höhere Wahrscheinlichkeiten für Beeinträchtigungen mit steigendem Nutzen angesehen. Damit der Zustand von Sicherheit erreicht werden kann, werden deshalb Sicherheitskonzepte ausgearbeitet und umgesetzt. Erst wenn erwartete als auch unerwartete Beeinträchtigungen abgewehrt bzw. sehr unwahrscheinlich gemacht werden, sind die Sicherheitsmassnahmen erfolgreich.

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Wie sollte mein Kind auf der Sitzerhöhung sitzen – Vorwärts oder rückwärtsgerichtet?

Laut Experten sind Kindersitze, in denen dein Nachwuchs mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzt, bei einem Frontalcrash besser geschützt. Bei einem Unfall wird dein Kind in den Sitz gedrückt und die Kräfte verteilen sich besser. Dennoch bringen diese Kindersitze auch Nachteile mit sich.

Die sogenannten Reboarder sind dennoch nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Ihre Montage kann teilweise im Vergleich zu anderen Sitzerhöhungen kompliziert sein, was das Risiko steigert, dabei Fehler zu begehen.

Im Allgemeinen raten Experten, deinen Nachwuchs so lange wie möglich in Babyschalen zu befördern, in denen dein Kind immer rückwärts fährt. Wenn dein Kind aber über die Babyschale hinaus wächst sind Kleinkinder in Reboardern sicherer unterwegs. Da der Kopf gegenüber dem restlichen Körper schwerer ist, drohen in vorwärts gerichteten Sitzen bei Frontalunfällen die schwereren Verletzungen. Ebenso ist die Muskulatur und auch die Sehnen bei Kleinkindern im Nackenbereich noch unterentwickelt und kann bei einer Kollision die Wirbelsäule stark überdehnen.

Können Kinder dabei übel werden?

Es hängt von mehreren Gesichtspunkten ab, wie lange ein Kind am besten rückwärtssitzend unterwegs fahren kann. Einerseits spielt die Körpergrösse eine Rolle. Sind die Beine zu lang und stossen möglicherweise an die Rückenlehne der Sitzbank, sitzt das Kind womöglich nicht mehr bequem.

Des Weiteren sollte mit dem Kind abgeklärt werden, ob ihm oder ihr bei dieser Sitzrichtung übel wird. Eine allgemeine Altersempfehlung ist nicht so einfach abzugeben laut Experten. Es ist besser vor dem Kauf eines Sitzes diese auszuprobieren. Denn nicht in jeden Kleinwagen würde ein Reboarder hineinpassen, ohne dass Fahrer oder Beifahrer Platzeinbussen hinnehmen müssen.

Ab einem Alter von gut zwei Jahren seien die Sicherheitsvorteile der Reboarder gegenüber herkömmlichen Kindersitzen aber zunehmend geringer.

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Sind die Reboarder teurer als vorwärts gewandte Sitze?

Gegenüber den mehr verbreiteten vorwärts gewandten Sitzen sind Reboarder die weitaus teurere Variante. Hier liegt die Preisspanne bei knapp 300 bis 500 Euro. Ein herkömmlicher Sitz ist oft schon für um die 100 Euro zu bekommen.

Wie wichtig spielt die Rolle des Gurtes bei einer Sitzerhöhung?

Im Hinblick auf den Aspekt der Sicherheit stellt die Sitzerhöhung eine Sicherung da, die dafür sorgen soll, dass dein Kind bei der Fahrt in deinem Fahrzeug nicht zu Schaden kommt.

Nach der aktuellen Norm ECE R 44/04 muss jede Sitzerhöhung ohne Rückenlehne geprüft werden. Über einen hohen Grad an Sicherheit verfügt der Sitz dann nach der Norm, wenn dein Kind auf dem Sitz mit einem 3-Punkt-Gurt gesichert ist. Dein Kind sollte auf der Ebene eines Erwachsenen sitzen, erst dann ist der Gurt auf der richtigen Höhe angebracht wurden. Der Verlauf des Gurtes bei einer falschen Sitzposition kann dazu führen, dass sensible Körperbereiche nicht mehr geschützt werden und der Gurt absolut falsch aufliegt.

Hier kann der Gurt im Falle eines Zusammenpralls bereits schlimme Verletzungen im Bauch- und Unterleibsbereich zufügen. Der obere, diagonal verlaufende Gurt fixiert dein Kind zwar mit ausreichender Straffung an der Rückenlehne, doch da der untere Bauchgurt nicht an seinem zugewiesenen Platz bleibt, funktioniert das Zusammenspiel der Gurte nicht und das Sicherungssystem versagt. Die Folge kann sein, dass dein Kind im Brustbereich zwar straff gesichert ist, während der Unterleib langsam aber sicher durch die zu hohe Anbringung des Bauchgurtes nach vorne rutscht. Ein Gurt kann einen grossen Schaden verursachen oder in schlimmen Fällen sogar lebensbedrohlich sein.

Wie sollte der Verlauf des Gurtes entlang der Sitzerhöhung aussehen?

Bei dem Beckengurt soll der Gurt entlang der Falte zwischen Schenkel und Becken liegen. Ausserdem gibt es auch einen Brustgurt, der schräg am Körper entlang läuft. Sitzt nun ein Kind ohne eine Sitzerhöhung auf einem Kindersitz, dann schneidet der Gurt bei einer scharfen Bremsung oder unmittelbar bei einem Unfall zu scharf in den Halsbereich ein.

Gegebenenfalls kann der Gurt auch zu straff werden und übt dort zu viel Druck aus. Schwerwiegende Verletzungen könnten schliesslich eine Folge sein. Dein Kind sitzt aber auf einer Sitzerhöhung so, dass der Gurt schräg entlang des Oberkörpers verläuft. Der empfindliche Bereich an Kopf und Hals ist dann gesichert und das Kind ist vor Verletzungen geschützt. Sollte es dennoch zu einer Bremsung kommen, liegt lediglich das Körpergewicht im 3-Punkt-Gurt, sodass üblicherweise nur leichte Verletzungen zustande kommen können.

Welche Eigenschaften sind bei einer Sitzerhöhung erwähnenswert?

Wie im Ratgeberteil schon erwähnt bietet ein Autokindersitz mit Rückenlehne den höchsten Sicherheitsgrad. An der Seite gibt es hier einen Aufprallschutz, eine Halterung am Sitz und der Sitz ist noch dazu festgeschnallt und durch das Gurtsystem gesichert.

Nichts desto trotz schützt natürlich eine Sitzerhöhung ohne eine Rückenlehne ebenso. Diese ist leider nicht auch in der Lage, den Körper seitlich gut zu schützen. Ohne jeglichen Seitenschutz kann somit nicht verhindert werden, dass dein Kind im Schlaf zur Seite kippt.  Es ist wichtig, dass der Körper möglichst auch gegen ruckartige seitliche Bewegungen geschützt wird. Hierbei schützt der Gurt an sich schon optimal gegen Fliehkräfte und Bewegungen, allerdings ist es nicht auszuschliessen, dass auch ein Anstossen an die Autotür möglich ist, wenn eine Sitzerhöhung nicht davor schützt.

Das Kippen nach vorne ist dabei weitaus gefährlicher, obwohl die Gurte zwar verhindern, dass dein Kind nicht aus der kompletten Sitzkonstruktion fällt, doch die sensiblen und empfindlichen Kopf-, Hals- und Nackenbereiche sind vor den Neigungen nach vorne in keiner Weise geschützt und liegen einfach offen.

Die Variante mit Rückenlehne ist somit bei diesem Punkt von Vorteil. Aus diesem Grund ist es verpflichtend eine Sitzerhöhung laut der Strassenverkehrsordnung zu verwenden. Möchtest du also die Sicherheit deines Kindes steigern, ist ein Autokindersitz mit einer Rückenlehne sehr empfehlenswert.

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Wie sieht die Sicherheit für mein Kind aus bei Seitenairbags?

Generell sorgt ein Seitenairbag, wie bei einem Erwachsenen für mehr Sicherheit bei einem möglichen Unfall, wenn das Kind entsprechend der Gebrauchsanweisung in der Sitzerhöhung angeschnallt ist. Es ist jedoch zu beachten, dass gerade auf längeren Fahrten zwischendurch den Sitz des Gurtes zu kontrollieren. Sollte sich dein Kind möglicherweise im Schlaf mal drehen und vielleicht sogar aus dem Gurt herausdrehen, kann der Seitenairbag unter Umständen zur Gefahr werden.

 

Artikelbild: Evgeniy Kalinovskiy – shutterstock.com

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