Land Rover Defender – Geländewagenproduktion wird 2015 eingestellt

18.06.2014 |  Von  |  Auto, Land Rover
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Land Rover Defender – Geländewagenproduktion wird 2015 eingestellt
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Seit der Gründung des Rover-Tochterkonzerns im Jahr 1948 zählt der Land Rover Defender zum Repertoire des britischen Automobilherstellers. Doch die 67-jährige Tradition soll Mitte 2015 mit der Einstellung der Produktion ein mehr oder weniger überraschendes Ende finden. Es gibt allerdings noch Hoffnung: Ein Nachfolger ist für frühestens 2019 angekündigt.

Erfahren Sie in diesem Artikel, warum der Land Rover Defender ein solch erfolgreiches Fahrzeugmodell wurde, warum die Produktion eingestellt werden muss und wie die Zukunftspläne für einen neuen Land-Rover-Geländewagen aussehen.



Das Ende einer Geländewagen-Legende: Warum war der Defender so beliebt?

Nach fast 70 Jahren wird die Produktion des Land Rover Defender auslaufen. Noch ist das Fahrzeug für gut 36.000 CHF erhältlich. Der Geländewagen hat quasi Kultstatus erreicht und findet weltweit noch gerne Verwendung in unterschiedlichsten Einsatzszenarien: ob in der Forst- und Landwirtschaft, auf Expeditionen, zur privaten Nutzung sowie bei Feuerwehr, Rettungsdienst, Bergwacht, Hilfsorganisationen oder beim Militär.

Für seine Eigenschaften wird der Land Rover Defender von seinen Nutzern geschätzt. Die hohe Modularität ist durch drei Basisvarianten mit unterschiedlicher Fahrzeuglänge gesichert, die wiederum mit drei unterschiedlichen Dachvarianten (geschlossen mit/ohne zusätzliche Fenster und Plane) und weiteren, spezifischeren Aufbauten kombinierbar sind. Das Fahrzeug bietet dem Fahrer durch die erhöhte Sitzposition eine gute Rundumsicht, die Geländegängigkeit ist höher als im alltäglichen Einsatz benötigt. Darüber hinaus bietet der Land Rover Defender in der 3,5-Tonnen-Klasse sehr viel Stauraum, da der Innenraum bewusst minimalistisch ausgestattet ist.

Das Grundprinzip eines robusten, modularen und unkomplizierten Geländewagens ohne viel Schnickschnack hat sich durchgesetzt. Interessant: Laut Hersteller sind noch etwa drei Viertel aller jemals produzierten Defender funktionstüchtig. Die Geländegängigkeit ist durch eine Wattiefe von 50 Zentimetern, einen permanenten Allradantrieb sowie ein sperrbares Mitteldifferenzial und eine hohe Achsverschränkung ebenso gewährleistet wie durch die extrem kurze Getriebeübersetzung. Doch warum wird die Produktion dann überhaupt eingestellt?



Produktionsende war absehbar – Sicherheit und Motoreffizienz klare Schwachstellen

Das Produktionsende kommt zunächst unerwartet, insbesondere für Fans des kantigen Geländewagens, die die Vorteile des Fahrzeugs schätzen. Doch das Modell hat auch seine Schattenseiten: Es ist weder besonders schnell noch besonders komfortabel oder effizient. Das macht treuen Defender-Anhänger natürlich nichts aus, jedoch der Europäischen Union.

Durch den Aufbau und die Form des Fahrzeugs ist ein adäquater Fussgängerschutz nicht gewährleistet, wodurch es bei Unfällen zu schwersten Verletzungen kommen kann. Zudem ist auch die Motorisierung nicht mehr zeitgemäss, die Motoren erfüllen kaum mehr die Anforderungen an einen modernen, effizienten und umweltfreundlichen Antrieb des 21. Jahrhunderts. Durch den stabilen Kastenrahmen kommt der Defender auf ein Gewicht von mehr als 1800 Kilogramm, obwohl viele Bauteile aus leichtem Aluminium gefertigt sind. Effiziente Fahrleistungen werden durch die suboptimale Aerodynamik weiter eingeschränkt.



Nachfolger angekündigt: Elemente des Ur-Defender werden übernommen



Im April 2014 hat Land Rover im Rahmen der New York Auto Show 2014 mit dem Vision Discovery bereits einen Ausblick auf ein Nachfolgemodell gegeben. Allerdings zeigt diese Preview keinesfalls die Serienversion, welche frühestens 2019 erwartet wird. Eines ist jedoch sicher: Die Grundprinzipien eines modularen, praktischen und robusten Defenders werden sich auch im neuen Modell wiederfinden.

Allerdings wird die Karosserie eine Runderneuerung erhalten, ebenso die Motorenpalette und die sonstige Technik. Es bleibt mit Spannung abzuwarten, wie der Hersteller das neue Modell, dass die Lücke des Defenders füllen soll, umsetzen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt sind weder Details zur Optik und Namensgebung noch zum konkreten Produktionsbeginn, Verkaufsstart oder zum Preis bekannt.

Land Rover: Eine Automarke mit Tradition – und vielen Besitzerwechseln. (Bild: sippakorn / Shutterstock.com)

Land Rover: Eine Automarke mit Tradition – und vielen Besitzerwechseln. (Bild: sippakorn / Shutterstock.com)

Land Rover: Eine Automarke mit Tradition – und vielen Besitzerwechseln

Die Automarke Land Rover hat eine ehrenwerte Tradition. Sie entstand 1948 als Baureihe des britischen Automobilkonzerns Rover. Diese wurde 1978 vom Konzern ausgegliedert und als eigenständige Marke innerhalb der Jaguar-Rover-Triumph-Firmengruppe weitergeführt. 1994 erfolgte der Verkauf von Land Rover an BMW, nur sechs Jahre später wurde die Marke von der Premier Automotive Group aufgekauft, welche zum US-Automobilkonzern Ford gehört. Ford wiederum verkaufte Rover an die indische Tata-Gruppe, die Konsumgüter und Dienstleistungen unterschiedlichster Art hergestellt, vertreibt und anbietet.

Trotz der unterschiedlichen Besitzer der Marke Land Rover sind die Fahrzeuge vom Grundprinzip kaum verändert, am stärksten ist dies beim Land Rover Defender erkennbar. Kritiker bemängeln, dass die Verantwortlichen in bestimmten Bereichen Versäumnisse hätten entstehen lassen – etwa wenn es darum geht, die Fahrzeuge zu modernisieren. Im Falle des Land Rover Defender gab es zuletzt 2007 zwar ein Update, allerdings löste dieses nicht das Problem, bestimmte EU-Auflagen zu Fussgängerschutz und Effizienz zu erfüllen. Es scheint, als seien der technische Fortschritt und die damit verbundene Modellpflege durch häufige Orientierungswechsel und Neupositionierungen am Markt vernachlässigt worden.



 

Oberstes Bild: © Fingerhut – Shutterstock.com


1 Kommentar


  1. leider nimmt man mit der Abschaffung des Defender eines der letzten wirklichen Arbeitsfahrzeuge vom Markt.
    Die EU-Politiker scheint es nicht zu interessieren wie in abgelegen Gebieten, mit sehr wenig Fussgängern, wichtige Versorgungsarbeiten ausgeführt werden sollen. Wahrscheinlich mit dafür total unbrauchbaren Livestyle SUV’s.
    Oder werden diese Politiker als Lastenträger eingesetzt?

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