Einzig erhaltener Sportwagen Laurin & Klement BSC von 1908 im SKODA Museum

12.11.2018 |  Von  |  News, Oldtimer, Škoda
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Einzig erhaltener Sportwagen Laurin & Klement BSC von 1908 im SKODA Museum
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Der Sportwagen Laurin & Klement vom Typ BSC feiert in diesem Jahr seinen 110. Geburtstag und zieht rechtzeitig zu diesem Jubiläum in die Ausstellung des ŠKODA Museums in Mladá Boleslav ein.

Der Oldtimer wurde in den vergangenen zwei Jahren aufwendig restauriert. Zuvor hatte ein Expertenteam anhand von Originalzeichnungen und anderen historischen Quellen den Auslieferungszustand rekonstruiert. Besonders bemerkenswert: Alle wichtigen mechanischen Komponenten des fahrbereiten Einzelstücks sind Originalteile, der Motor trägt die authentische Seriennummer, mit der der Sportwagen 1908 die Werkshallen in Mladá Boleslav verliess.

Andrea Frydlová, Leiterin des ŠKODA Museums, sagt: „Der sportlich konzipierte Laurin & Klement BSC aus dem Jahre 1908 ist das einzige erhaltene Exemplar von insgesamt zwölf hergestellten Fahrzeugen. Nach der umfassenden Überholung von Fahrwerk, Motor, Getriebe und weiteren Baugruppen sowie dem Einbau einer neuen Elektrik erhielt der Laurin & Klement BSC eine Karosserie, die exakt nach den historischen Quellen gefertigt wurde. Der 1.399 cm3 grosse Zweizylinder erwacht wieder zuverlässig nach nur wenigen Umdrehungen der Handkurbel zum Leben. Der Sportwagen zählt jetzt zu den wertvollsten Exponaten des ŠKODA Museums in Mladá Boleslav.“

Laurin & Klement BSC mit zahlreichen Filmauftritten

Der einzige erhaltene Laurin & Klement BSC, der jetzt im ŠKODA Museum zu besichtigen ist, wurde am 12. Juli 1908 fertiggestellt. Die Motornummer 5635 bestätigt die Originalität des Fahrzeugs. Die rollende Rarität wechselte oftmals seine Besitzer und erfuhr zahlreiche Modifikationen. So wurde der L&K BSC für den Film ,Dědeček automobil‘ (Grossvater Automobil) von Alfréd Radok, der am 27. März 1957 in die tschechoslowakischen Kinos kam, zum Rennwagen umgebaut. Später wurden die Form der Motorhaube und der Kotflügel sowie viele Details am BSC verändert – auch für weitere Filmauftritte. Alle wesentlichen mechanischen Teile jedoch blieben im Original erhalten und das über all die Jahre stets fahrbereite Fahrzeug zählte zu den Fixsternen der tschechoslowakischen Oldtimerszene.

Im Jahre 2016 fand der einzigartige Laurin & Klement BSC seinen Weg in den Bestand des ŠKODA Museums in Mladá Boleslav. Hier analysierten Experten zunächst ausführlich den Zustand des Fahrzeugs und recherchierten seine Historie in Archiven. Anschliessend begann eine aufwendige zweijährige Restaurierung mit dem Ziel, den BSC wieder an seinen Auslieferungszustand von 1908 zu bringen. Der Laurin & Klement BSC zählt nun zu den wertvollsten Exponaten des ŠKODA Museums in Mladá Boleslav.




Die Geschichte der BS-Modellfamilie

Nach dem Start der Fahrradproduktion Ende 1895 erweiterte das Unternehmen von Václav Laurin und Václav Klement das Angebot ab 1899 um Motorräder. Nur wenige Jahre später, ab Ende 1905, präsentierten die Unternehmer die Serienversion ihres ersten Automobils: die Laurin & Klement Voiturette A. In den folgenden zwei Jahren entwickelten die jungen Automobilbauer die Modellpalette weiter und setzten mehrere tiefgreifende konstruktive Änderungen um. Die schnell steigende Nachfrage nach den modern konzipierten Fahrzeugen aus Mladá Boleslav mit ihrem schon damals guten Preis-/Leistungsverhältnis liess die Produktionszahlen in die Höhe steigen – von einigen Dutzend im Jahre 1906 bis auf fast 500 Automobile des Jahrgangs 1908.

Eine wichtige Position nahm in jenen Jahren die Modellreihe BS ein. Im Gegensatz zu den zunächst gebauten Modellen Voiturette Typ A, B und B2 mit Zweizylinder-V-Motoren besass der BS einen Reihen-Zweizylinder mit 1.399 cm3 Hubraum und 10 PS (7,4 kW) Leistung. Weil sich das aufstrebende Unternehmen bereits damals konsequent an den Bedürfnissen der Kunden orientierte, leitete Laurin & Klement von der BS-Familie spezifische Ausführungen für unterschiedliche Kundengruppen wie Ärzte oder Geschäftsleute ab. Die Modellreihe umfasste mindestens sechs verschiedene Radstände von 1.905 bis 2.380 Millimeter und fünf Spurweiten von 1.120 bis 1.300 Millimeter. Auf dieser Basis bot der Hersteller zahlreiche Karosserieausführungen an. Die Bandbreite reichte von Personen-Voiturettes – die französische Bezeichnung für Kleinwagen – über Taxis bis hin zu leichten Nutzfahrzeugen. Zwischen 1908 und 1909 entstanden so 66 L&K-Fahrzeuge der Baureihe BS.

Zu den wertvollsten Versionen zählen zwölf Fahrzeuge in der sportlichen Ausführung BSC. Deren Motorleistung wurde von den serienmässigen 10 PS (7,4 kW) auf 12 PS (8,8 kW) gesteigert. Der erste BSC rollte am 10. Juni 1908 aus den Werkshallen von Laurin & Klement, der letzte am 20. Oktober 1908. Der sportliche Typ BSC wurde sowohl als fahrbereites Chassis angeboten als auch als Komplettfahrzeug mit Karosserie. Das Chassis, für das Kunden individuelle Karosserien nach ihrem Geschmack anfertigen lassen konnten, kostete 5.000 K – so die Abkürzung für Österreichungarische Kronen. Ein Komplettfahrzeug mit offener Zweisitzer-Standardkarosserie war bei L&K für 5.500 K erhältlich.

 

Quelle: ŠKODA AUTO Deutschland
Bildquelle: ŠKODA AUTO Deutschland

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