Ein Seifenkistenrennen für Klein und Gross!

09.01.2015 |  Von  |  Allgemein, Auto, Messen/Events
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Ein Seifenkistenrennen für Klein und Gross!
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Rennfahren macht grossen Spass, und nicht nur die bekannten Rennserien ziehen bei jeder Veranstaltung unzählige interessierter Zuschauer und natürlich viele ambitionierte Rennfahrer an. Wer an den bekannten Rennserien wie der Formel 3000 und der Formel 1 teilnehmen will, braucht eine Rennfahrerlizenz. Auch für das Publikum sind diese Events eher selten und zudem meist recht teuer.

Wen der Kitzel sportlicher Auseinandersetzungen auf vier Rädern reizt und bei wem vor allem der Spass im Vordergrund steht, kommt bei einem sogenannten Seifenkistenrennen ganz auf seine Kosten. Man benötigt lediglich ein wenig Fantasie, grossen Bastelspass und ein kleines Augenzwinkern.

Gedenktafel Seifenkistenrennen am Vortaunusmuseum Oberursel (Bild: Dontworry, Wikimedia, GNU)

Gedenktafel Seifenkistenrennen am Vortaunusmuseum Oberursel (Bild: Dontworry, Wikimedia, GNU)

Seifenkistenrennen für gross und klein

Was bei den ganz Kleinen meist mit einem der legendären Bobbycars beginnt, führt später oft zu dem Wunsch, das eigene Können auch in grösseren Fahrzeugen zu erproben. Während manche ihre Freude am Rennspass auf einer Kartstrecke ausleben, basteln andere mit viel Spass und Fantasie an Fahrzeugen, die ganz ohne Motor trotzdem grossen Rennspass bieten.

Die Rede ist natürlich von Seifenkisten – interessante Vehikel auf vier Rädern, die mit einer Menge Holz gebastelt werden. Eine einfache mechanische Lenkung, spartanische Sitze und oft sogar der Verzicht auf Bremssysteme bestimmen den Stil der ungewöhnlichen Fahrzeuge, die allein durch die Schwerkraft angetrieben so manche Hügel hinuntersausen.

Spass an den selbstgebauten Fahrzeugen haben längst nicht mehr nur kleine Rennsportfans. Auch die Grossen fahren gern mit den störrischen Gefährten ein Rennen und setzen dabei vor allem auf ihre Fahrkünste. Weder eine ausgereifte Technik, noch Aerodynamik zählen bei einem solchen Wettrennen, sondern nur das Tempo, das man mit den flotten Kisten erreicht.

Seifenkistenrennen am Berner Klösterlistutz im Jahre 2005. (Bild: Peter Berger, Wikimedia, GNU)

Seifenkistenrennen am Berner Klösterlistutz im Jahre 2005. (Bild: Peter Berger, Wikimedia, GNU)

Wie baut man eine Seifenkiste?

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich eine eigene Seifenkiste zu bauen. Ein ausrangierter Handwagen oder ein ähnliches Gefährt kann die Grundlage für das unkomplizierte Fahrzeug bilden. Um das Fahrgestell herum wird dann eine Art Monocoque gebaut, das die äussere Hülle für den Fahrersitz bildet – aber meist keinen grossen Komfort. Einfache bzw. gar keine Bremsen gehören genauso zum Standard wie unterschiedlichste Lenksysteme, die oft als Seilzuglenkung ausgestaltet werden. Vor allem geht es aber darum, dass die rollende Kiste fährt. Und das möglichst schnell.




Ein ambitionierter Bastler sucht sich irgendwo passende Räder, bringt diese an selbstgebauten Achsen an und setzt dann die Karosserie auf. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind davon abhängig, welches Grundmaterial zur Verfügung steht und natürlich auch davon, wie gross die Bastelkünste des künftigen Rennfahrers sind.

Eine Seifenkiste beim Völkersbacher Brunnenfest. (Bild: Martin Dürrschnabel, Wikimedia, CC)

Eine Seifenkiste beim Völkersbacher Brunnenfest. (Bild: Martin Dürrschnabel, Wikimedia, CC)

Wo kann man fahren?

Theoretisch lassen sich Seifenkisten überall dort fahren, wo abschüssiges Gelände mit einem möglichst sanften Gefälle vorhanden ist. Befestigte Wege oder Strassen sind der beste Untergrund für ein Seifenkistenrennen. Natürlich dürfen keine Strassen und Wege benutzt werden, auf denen öffentlicher Verkehr fährt oder auf denen sich Fussgänger bewegen. Die Unfallgefahr wäre sonst viel zu hoch.




Bei einem organisierten Seifenkistenrennen sollten Bäume, gefährliche Kurven und andere Hindernisse gut abgesichert werden. Dazu werden meist Stroh- oder Heubündel genutzt. Das Verletzungsrisiko bei einem Crash wird so erheblich gesenkt.






Seifenkistenrennen 2007 in Otterndorf (Bild: Niclas Röse, Wikimedia, GNU)

Seifenkistenrennen 2007 in Otterndorf (Bild: Niclas Röse, Wikimedia, GNU)

Das Seifenkistenrennen

Rennen finden meist als Einzelrennen statt. Alle Rennfahrer starten dabei einzeln und es wird um die beste Zeit gefahren. Oft werden Zusatzpunkte für das lustigste oder schönste Design oder für die ausgereifteste Technik innerhalb der bestehenden Regeln vergeben. So gewinnt nicht unbedingt der waghalsigste Fahrer mit der besten Zeit, sondern eventuell der Fahrer mit der meisten Handwerkskunst und Fantasie beim Bau der Seifenkiste.

Wann finden Seifenkistenrennen statt?

Die besten Jahreszeiten für ein Rennen sind Frühjahr und Herbst. An trockenen Tagen können die selbstgebauten Fahrzeuge dann auf einer trockenen Strecke gut bewegt werden. Auch der Sommer eignet sich gut für ein Rennen, doch bei hochsommerlichen Temperaturen macht das Fahren mit einem Helm nicht immer Spass. Auch der Transport der Seifenkisten kann im Sommer eine schweisstreibende Angelegenheit sein.




Geeignete Anlässe für ein Rennen gibt es viele. Neben Feier- und Festtagen kann ein Rennen beispielsweise auch als Teil eines Dorffestes durchgeführt werden. Organisatorisches Geschick ist dabei allerdings von Vorteil. Wenn eine geeignete Strecke gefunden und durch die Behörden freigegeben ist, sollte das Organisationskomitee auch an die Bereitstellung geeigneter Sanitäter oder anderer Rettungskräfte denken, denn ein Seifenkistenrennen führt manchmal zu kleineren oder grösseren Blessuren. Bestenfalls nehmen Spezialisten auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnik die Seifenkisten vor dem Rennen technisch ab, um so bauartbedingten Unfällen vorzubeugen.




Zudem ist ein Seifenkistenrenne auch ein Highlight für die Besucher, die mit Speisen und Getränken versorgt werden sollten und die den Spass um das unmotorisierte Wettrennen hautnah miterleben können.

 

Oberstes Bild: Seifenkistenrennen macht grossen Spass. (© Dontworry, Wikimedia, GNU)

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