Dynamisches Premium-SUV: Kaufberatung BMW X3

24.01.2015 |  Von  |  Auto
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Dynamisches Premium-SUV: Kaufberatung BMW X3
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Der BMW X3 ist ein Erfolgsmodell. Über eine Million verkaufte Exemplare sprechen für sich. Wer einen X3 fährt, kann die Gründe dafür nachvollziehen. In der zweiten Generation ist das Kompakt-„SAV“, wie es die Münchner Autobauer gerne nennen, ein ausgereiftes Fahrzeug.

Wer also vorhat, einen X3 neu oder gebraucht zu erwerben, kann nichts grundsätzlich falsch machen. Dennoch gilt, vor allem im anspruchsvollen Premium-Segment: Auf die Details kommt es an.






Der X3 ist laut seinen Erschaffern ein SAV, ein Sports Activity Vehicle – im Gegensatz zum allzu utilitaristischen SUV. Wie auch immer, auf den Sport kommt es an, und davon hat der X3 schon immer genug unterm Blech gehabt. Mehr als genug sogar, fanden Tester reihum bei der ab 2003 hergestellten Baureihe E83. Doch nicht nur das zu straff abgestimmte Fahrwerk wurde bemängelt, sondern auch der zu triste und billig wirkende Innenraum. Dem Erfolg des X3 hat all dies keinen Abbruch getan; nichtsdestotrotz hat BMW getreu seinem Credo „Freude am Fahren“ nachgebessert, und zwar in beiden beanstandeten Punkten.

Mit einem X3 erwirbt man heute ein SUV, das limousinenähnliche Fahreigenschaften mit Komfort und Sportlichkeit kombiniert. Der Innenraum ist deutlich aufgewertet worden und mutet jetzt wirklich premium-like an. 2014 kam sogar noch die Coupé-Variante X4 dazu, sodass Kaufinteressenten eine breite Palette an Optionen zur Verfügung steht.


Der X4 ist noch ein Stück dynamischer als der X3. (Bild: © BMW Presse)

Der X4 ist noch ein Stück dynamischer als der X3. (Bild: © BMW Presse)


Für wen ist ein X3/X4 interessant?

Trotz aller Perfektion bleiben X3 und X4 Kompromisse zwischen Sportlichkeit, Gelände- und Alltagstauglichkeit. Echte Sportwagenfreaks dürften deswegen auf die Modelle genauso wenig abfahren wie Landwirte oder Förster, die einen Buddy fürs ganz Grobe brauchen. Geeignet ist er hingegen für Familien, zumindest wenn sie nicht Laderaumansprüche à la Sharan haben. Mit 550 Liter Kofferraumvolumen bietet der X3 ordentlich Platz, genauso wie für Front- und Fondpassagiere.

Der X4 kommt ein gutes Stück sportlicher daher, bei ihm ist die Kopffreiheit im Fond eingeschränkt (wenn auch nicht schlecht), das Kofferraumvolumen beträgt nur noch 500 Liter. Die Zielgruppe machen hier eher individualistische Singles oder Paare aus. Dennoch ist auch der X4 nicht ganz unpraktisch, genauso wie der X3 kann lässt sich seine Rückbank 40:20:40 umklappen. Insgesamt zielt der X4 noch mehr auf Premium-Ansprüche ab, dazu passen sein rund 4000 Franken höherer Grundpreis bei vergleichbarer Motorisierung und die bessere Serienausstattung. Passend zum sportlichen Charakter sind z.B. die variable Sportlenkung sowie die Performance Control standardmässig an Bord. Bi-Xenon-Scheinwerfer und elektrische Heckklappenbetätigung runden das gut 2000 Franken teure Paket ab.


Der Innenraum der aktuellen X3 und X4 wirkt deutlich hochwertiger als bei der X3-Baureihe E83. (Bild: © BMW Press)

Der Innenraum der aktuellen X3 und X4 wirkt deutlich hochwertiger als bei der X3-Baureihe E83. (Bild: © BMW Press)


Die Motoren: von sparsam bis sportlich

Wem an SUVs das U wichtiger ist als das S, wird mit einem der 2,0-Liter-Basismotoren im wahrsten Sinne des Wortes gut fahren. Schon der Benziner ist mit 184 PS ordentlich motorisiert, der Diesel in seiner neu aufgelegten Fassung bringt es gar auf 190 PS und 400 Nm, die bereits ab 1750 Touren anliegen. Sportlich geht es mit den Sechszylindern zu, wobei vor allem der 3,0-Liter-Biturbo im 35d richtig Dampf macht. Aufgrund des hohen Gewichts von X3/X4 (ca. 1,9 Tonnen) passen die Diesel besser, da sie schon bei niedrigen Umdrehungen ein hohes Drehmoment entwickeln. Aber auch der 3-Liter-Turbobenziner im 35i ist ein vorzügliches Aggregat, braucht zwar höhere Drehzahlen, klingt dafür aber richtig schön sportlich-röhrig.

Tipp: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet sicher der 20d. Sportwagen-gleiche Fahrleistungen bei geringem Verbrauch gibt es im 35d. Der kostet allerdings viel in der Anschaffung.

Die Benzinmotoren.

In Sachen Antrieb folgen X3 und X4 dem Trend des Downsizings: kein V8, kein grossvolumiger Sauger, stattdessen Turbomotoren. Aber die haben es in sich. Hier die Benzinvarianten.

20i (4 Zylinder, 1997 ccm)




  • 184 PS
  • 270 Nm (1250-4500/min)
  • 0-100 km/h in 8,1 s (sdrive Autom.) bzw. 8,2 (xDrive Autom.) bzw. 8,4 s (xDrive manuell)
  • 210 km/h Spitze
  • Normverbrauch: 7,0 (sDrive) bis 7,7 Liter S (xDrive manuell)

28i (4 Zylinder, 1997 ccm)




  • 245 PS
  • 300 Nm (1250 – 4800/min)
  • 0-100 km/h in 6,5 s (nur Autom.)
  • 230 km/h Spitze
  • Normverbrauch: 7,3 Liter S

35i (6 Zylinder, 2979 ccm)

  • 306 PS
  • 400 Nm (1200 – 5000/min)
  • 0-100 km/h in 5,5 s (nur Autom.)
  • 245 km/h Spitze
  • Normverbrauch: 8,3 l S

Die gesamten technischen Daten aller X3-Modelle finden Sie hier, die der X4-Modelle hier.

Das Schaltgetriebe gerät bei X3/X4 übrigens zum Nischenprodukt und ist nur für die Basis-Vierzylinder erhältlich. Macht aber nichts: Die Achtgang-Automatik schaltet so perfekt und unbemerkt, dass nur echte Schalthebel-Fetischisten das Herumrühren und Gekuppele vermissen werden. Und wer wirklich sportlich die Gänge wechseln will, sollte die Sportautomatik nehmen – meiner Meinung nach lassen die Schaltwippen am Lenkrad viel eher Rennfeeling aufkommen als der olle Knüppel in der Mittelkonsole.








Fahreigenschaften – Dynamik meets Komfort

BMWs haben qua Abstammung fahraktiv zu sein, und dieses Versprechen lösen X3 und X4 auch ein. Allerdings nicht ohne jenen Komfort zu bieten, den man sich von einem SUV wünscht. Ganz klare Empfehlung: das adaptive Dämpfersystem (1520 Franken), mit dem sich via Fahrerlebnisschalter in der Mittelkonsole die Programme Comfort, Sport und Sport+ anwählen lassen. Sportfreaks sollten unbedingt das M Sportpaket zubuchen, welches unter anderem eine sportliche Fahrwerksabstimmung, die Sportautomatik sowie diverse optische Kleinode bietet.

Tipp: Das M Sportpaket beinhaltet alles, was das Sportlerherz höher schlagen lässt, und erhöht zudem den Wiederverkaufswert deutlich.

Das M Sportpaket





  • M Aerodynamik-Paket
  • Lenkrad-Schaltwippen
  • sportliche Fahrwerkabstimmung
  • variable Sportlenkung (ab 200 PS)
  • BMW Individual Exterieurumfänge
  • 18-Zoll-M-Speiche 368
  • Sportsitze vorn
  • M-Lederlenkrad mit Multifunktion
  • adaptive Geschwindigkeitsregelung

Aber zurück zum Komfort. Hier bietet BMW einen wahren Dschungel an Ausstattungsoptionen, die aber glücklicherweise in sinnvollen Paketen zusammengefasst sind. Einzigartig auf dem Automobilmarkt ist beispielsweise das Head-Up-Display (CHF 1520), mit dem Informationen wie Navigation, Telefongespräche oder Geschwindigkeit direkt auf die Windschutzscheibe projiziert werden. Verfügbar ist es im Innovationspaket. Sehr empfehlenswert auch das Comfort-Paket, das unter anderem mit elektrisch betätigbarer Kofferraumklappe daherkommt; vielleicht sollte es sogar der Komfortzugang werden, bei dem man zum Öffnen der Heckklappe nicht mal die Hände braucht. Alle Familienväter mit kleinen Kindern wissen, dass dieses Feature nicht dekadent, sondern durchdacht ist.

Tipp: Unter allen Sonderausstattungen hat der Komfortzugang den grössten Alltagsnutzen – bei gerade mal 810 Franken Einmalkosten.

Die Diesel.

18d sDrive (4 Zylinder, 1995 ccm)

  • 150 PS
  • 360 Nm (1500-2250/min)
  • 0-100 km/h in 9,5 s (Autom.) bzw. 9,8 s (Autom.)
  • 195 km/h Spitze
  • Normverbrauch: 5,0 l D/100 km

20d (4 Zylinder, 1995 ccm)

  • 190 PS
  • 400 Nm (1750 – 2250/min)
  • 0-100 km/h in 8,1 s
  • 210 km/h Spitze
  • Normverbrauch: 5,2 Liter d/100 km (manuell 5,4 l)

30d (6 Zylinder, 2993 ccm)

  • 258 PS
  • 560 Nm (1500 – 3000/min)
  • 0-100 km/h in 5,9 s (nur Autom.)
  • 230 km/h Spitze
  • Normverbrauch: 5,9 l D

35d (6 Zylinder, 2993 ccm, Biturbo)

  • 313 PS
  • 630 Nm (1500 – 2500/min)
  • 0-100 km/h in 5,3 s (nur Autom.)
  • 245 km/h Spitze
  • Normverbrauch: 6,1 l D

Multimedia und Konnektivität

Autos werden heutzutage immer mehr zu fahrenden Online-Hotspots. Ob das so sinnvoll ist, sei mal dahingestellt, denn schliesslich ist jedes vernetzte Gerät ein potenzielles “Angriffs”ziel für Geheimdienste und “Abgriffs”ziel für den Hersteller, der damit kostenlose Marktforschung betreiben kann. Wie auch immer, ConnectedDrive Services (ab 480 Franken) ist jedenfalls ein eindrucksvolles Tool: ein paar Klicks mit dem iDrive-Button, und schon hat man einen echten Menschen an der Strippe, der einem den Tisch im Restaurant reserviert (Concierge Services, 340 Franken) oder das nächste Ziel aufs Naiv legt. Ich persönlich ziehe es vor, die SIM-Karte draussen zu lassen und ganz “altmodisch” die Destinationen per Hand einzugeben – oder per Sprache, wofür es allerdings das Navigationssystem Professional (3430 Franken) braucht.



Natürlich kann der X3 auch Internet (CHF 140) und sogar eine Napster-Flatrate. Wichtiger ist jedoch, dass in der Schweiz DAB-Tuner, Freisprecheinrichtung mit USB-Schnittstelle und das Multifunktionslenkrad schon zur Serienausstattung gehören.

BMW Individual. Wenn schon, denn schon!

Die Individualisierung kann man freilich auf die Spitze treiben, oder sich einfach den X3 zusammenstellen, in dem man sich am wohlsten fühlt. Da wären für akustische Exzesse das Harmann Kardon Soundsystem für 1500 Franken zu nennen sowie das Panorama-Glasdach (1500 Franken) für Licht-Liebhaber. Elf Lackierungen und 13 verschiedene Leichtmetallräder runden die Palette ab.

 

Titelbild: © BMW Presse


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