bfu: Weniger Tote und Schwerverletzte mit Alkohol-Wegfahrsperren

23.02.2018 |  Von  |  Auto, News
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bfu: Weniger Tote und Schwerverletzte mit Alkohol-Wegfahrsperren
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Am Dienstag diskutiert der Nationalrat die Einführung von Alkohol-Wegfahrsperren für Personen, denen der Führerausweis wegen wiederholten Fahrens in stark angetrunkenem Zustand auf unbestimmte Zeit entzogen wurde.

Die Massnahme ist umstritten, der Ständerat will darauf verzichten. Unverständlich findet dies Brigitte Buhmann, Direktorin der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, und hofft, dass sich in der grossen Kammer die Sicherheitsbefürworter durchsetzen.

Ursprünglich beschloss das Parlament die Einführung der Alkohol-Wegfahrsperren im Rahmen von Via sicura. Personen, denen der Führerausweis wegen wiederholten Fahrens in stark angetrunkenem Zustand auf unbestimmte Zeit entzogen wurde, sollen damit wieder ein Fahrzeug lenken dürfen. Voraussetzung dafür ist, dass sie – nachdem sie die Behebung des Fahreignungsmangels nachgewiesen haben – ihr Fahrzeug während fünf Jahren mit einer Sperre ausrüsten.

Nun soll die nachweislich wirksame Massnahme gekippt werden, bevor sie überhaupt in Kraft getreten ist. Stimmt der Nationalrat als zweite Kammer der Streichung zu, sind die Alkohol-Wegfahrsperren in der Schweiz definitiv vom Tisch. „Der Verzicht wäre ein fatales Zeichen für die Verkehrssicherheit in unserem Land. Eine Berechnung der bfu von 2012, als Via sicura vom Parlament verabschiedet wurde, zeigt: Damit lassen sich jedes Jahr bis zu 5 Tote und 60 Schwerverletzte vermeiden“, stellt bfu-Direktorin Brigitte Buhmann fest.

Für die Argumente der Gegner hat sie deshalb kein Verständnis: „In anderen Ländern sind die Erfahrungen mit Alkohol-Wegfahrsperren sehr positiv. Durch die technischen Fortschritte ist die Ausrüstung der Autos deutlich preiswerter und die Handhabung einfacher geworden. Zudem trifft die Massnahme nicht die breite Masse der Automobilisten, sondern zielt einzig auf notorische Wiederholungstäter, die bereits mehrfach bewiesen haben, dass sie mit der Eigenverantwortung nicht umgehen können“, so Brigitte Buhmann.

Alkohol-Wegfahrsperren schränken die Freiheit nicht ein. Im Gegenteil: Sie geben fehlbaren Lenkern eine Chance, ihr Fahrzeug in kontrollierter Form wieder zu benutzen. Allerdings sorgt diese Massnahme auch zuverlässig dafür, dass Personen in angetrunkenem Zustand ihr Auto nicht mehr fahren können. Dadurch ist sie viel wirksamer als die heute oft angewendete, eigentlich strengere Abstinenzauflage, denn sie kann viel weniger einfach umgangen werden und reduziert zuverlässig die hohe Rückfallquote nach einem alkoholbedingtem Sicherungsentzug.

Fahrzeuglenker, die mehrfach mit sehr hohen Alkoholwerten in eine Polizeikontrolle geraten, scheinen sich nur schwer an die vorgegebenen Regeln halten zu können oder zu wollen. „Diese Personengruppe reagiert kaum auf Sensibilisierungskampagnen, hält sich oft nicht an Auflagen und stellt mit ihrem Verhalten eine grosse Unfallgefahr für sich und andere Verkehrsteilnehmende dar“, warnt Brigitte Buhman.

Die bfu-Direktorin befürchtet, dass sich mit dem Verzicht auf Massnahmen wie Alkohol-Wegfahrsperren die Ziele für die Unfallzahlen im Strassenverkehr nicht erreichen lassen, welche das Bundesamt für Strassen gesetzt hat: „Wenn es bis 2030 pro Jahr weniger als 100 Verkehrstote und weniger als 2500 Schwerverletzte geben soll, müssen wir auch Massnahmen wie Alkohol-Wegfahrsperren umsetzen.“

 

Quelle: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Artikelbild: oldbunyip – shutterstock.com

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