Auto-Innenraum feucht: Erhöhtes Unfall- und Gesundheitsrisiko

12.10.2019 |  Von  |  Auto
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Auto-Innenraum feucht: Erhöhtes Unfall- und Gesundheitsrisiko
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Es passiert immer wieder, vor allem aber bei älteren Fahrzeugen: Die Fenster sind von innen beschlagen, die Sitze sind klamm. Vor allem wenn es draussen kälter und nasser wird, ist dieses Phänomen für viele Autofahrer ein Ärgernis. Die kalte Luft kann nicht so viel Feuchtigkeit speichern wie warme, folglich gibt sie diese an die Umgebung, also Oberflächen, ab. Das klingt zunächst sehr natürlich, ist im Autoinnenraum aber eher unerwünscht.

Auf Dauer können feucht-kalte Sitze nicht nur unangenehm sein, sondern auch die Gesundheit gefährden. Beschlagene Scheiben und ständiges Wischen mit einem Schwamm sind zudem ein Verkehrsrisiko. Steigen die Temperaturen wieder, können unangenehme Gerüche oder sogar Schimmel entstehen. Spätestens wenn Stockflecken am Dachhimmel oder in den Sitzen auftauchen, sollten Sie aktiv werden.

Welche Gefahren birgt Feuchtigkeit im Innenraum?

Feuchte Luft im Auto lässt die Scheiben beschlagen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie bei geschlossenen Fenstern und ausgeschalteter Lüftung fahren. Dann setzt sich die Feuchtigkeit Ihrer Atemluft auf den Fensterscheiben ab und Sie können schon bald nichts mehr sehen. Dagegen hilft: Fenster kurz öffnen, das Gebläse auf höchste Stufe einschalten und auf die Windschutzscheibe richten, die Fenster mit einem Schwamm abwischen.

Anders sieht es aus, wenn die Scheiben immer wieder über Nacht von innen beschlagen sind oder sich bei wärmeren Temperaturen sogar Kondenswasser bildet. Das ist ein Anzeichen dafür, dass die im Fahrzeug befindliche Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Besonders in der kalten Jahreszeit kann dieses Thema sehr lästig sein: Die Scheiben können nämlich sogar von innen gefrieren, sodass Sie auch dort Eiskratzen müssen. Ist die Luft auch weiterhin feucht, gefrieren die Scheiben unter Umständen immer wieder während der Fahrt, sofern die Heizung nicht die erforderliche Leistung bringt.

Welche Ursachen gibt es und wie kann man entgegenwirken?

1. Tür- und Fensterdichtungen

Meistens sind die Tür- und Fensterdichtungen daran schuld. Je älter das Fahrzeug, umso länger musste es Temperaturschwankungen standhalten. Auch das tägliche Öffnen und Schliessen der Türen und Fenster trägt dazu bei, dass die Dichtungen beansprucht werden. Der Austausch ist mitunter sehr teuer: Allein der Materialpreis lässt so manchen Autofahrer schwer atmen. Hinzu kommt der Arbeitsaufwand. Generell werden Dichtungen von Türen, Fenstern und Heckklappe gerne vernachlässigt. Ein Riss beim Einladen, ruckartiges Öffnen, wenn die Türen wieder einmal kleben: All das sorgt für einen Verschleiss, den viele Autofahrer nicht oder nur unterbewusst wahrnehmen.

Kontrollieren Sie also zunächst selbst alle Dichtungen auf poröse Stellen. Es gibt spezielle Pflegestifte, mit denen Sie die Dichtungen regelmässig behandeln sollten. Diese sorgen dafür, dass das Gummi lange geschmeidig bleibt. Ist eine Dichtung defekt, sollten Sie diese austauschen. Für handwerklich Begabte ist das mitunter auch selbst zu erledigen. Wenn Sie sich selbst daran versuchen, achten sie jedoch unbedingt darauf, dass die Dichtung danach wirklich dicht hält und korrekt sitzt.

2. Defekte Lüftung

Funktionieren Heizung und Lüftung nicht richtig, sollten Sie diese unbedingt austauschen lassen. Im Winter bei eisigen Temperaturen mit von innen gefrorener Scheibe zu fahren, ist ein stark erhöhtes Unfallrisiko. Übergangsweise können auch kleine Heizlüfter für den Zigarettenanzünder helfen, die vorne auf dem Armaturenbrett befestigt werden. Diese helfen zumindest, dass die Frontscheibe nicht vereist. Zudem raten Experten, die Fenster von innen regelmässig zu reinigen. Die Wischspuren vom Schwamm sowie Verunreinigungen können bei Gegenverkehr blenden und die Sicht erheblich beeinträchtigen. Saubere, fett- und nikotinfreie Scheiben beschlagen darüber hinaus nicht so schnell.


Funktioniert der Heizlüfter deines Autos nicht optimal, so steigt das Risiko eines Unfalls enorm an.
Bild: everest4 – shutterstock.com


3. Wasserabläufe kontrollieren

Das können Sie häufig selbst machen: Wenn die Wasserabläufe nicht in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs aufgeführt sind, hilft das Internet. Jedes Auto hat rundherum Abläufe für Regenwasser. Diese können sich durch Blätter, Pollen und Insekten zusetzen, wodurch das Wasser nicht mehr korrekt abfliessen kann.

Es ist daher von vornherein sinnvoll, das Auto regelmässig zu reinigen und auch aus den Lüftungsgittern unterhalb der Scheibenwischer vorne die Blätter zu entfernen. Das hat also nicht nur optische Gründe. In der Reserveradmulde befindet sich übrigens auch häufig ein Wasserablauf. Ist der Kofferraum undicht, kann sich beim Reserverad unbemerkt Feuchtigkeit sammeln.

4. Nasse Kleidung / Gegenstände / Fussmatten

Nasse Gegenstände, offene Behältnisse sowie durchnässte Kleidung oder Fussmatten können ebenso für die Feuchtigkeit verantwortlich sein. Im Winter sind Gummimatten empfehlenswert. Darin sollte allerdings kein Wasser stehen, da dieses an den Fenstern kondensieren kann.



Ist der Innenraum feucht, aber die Schadstelle (Dichtung o. Ä.) bereits beseitigt oder einfach nicht auffindbar, können Luftentfeuchter helfen. Diese gibt es auch speziell für Autos. Ein bis zwei kleine Beutel werden hinter die Scheibe gelegt und nehmen die Feuchtigkeit auf. Sind sie voll, können sie ausgeschüttet, in der Mikrowelle, auf der Heizung oder im Backofen getrocknet und wiederverwendet werden. Es gibt sie in verschiedenen Designs, so dass es nicht direkt ins Auge fällt, um was es sich dabei handelt.

 

Titelbild: rivermo74 – shutterstock.com


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