Der Porschejäger – Mercedes-AMG GT

13.11.2014 |  Von  |  Neuwagen
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Der Porschejäger – Mercedes-AMG GT
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Der neue Mercedes-AMG GT verfügt zwar nicht über spektakuläre Flügeltüren wie der SLS aus der Edelschmiede, aber das schmälert den fantastischen Gesamteindruck kein Stück, denn er ist dadurch auch weitaus bezahlbarer.

Das Marktsegment beim neuen AMG GT ist – im Vergleich zum SLS, der den Luxus-Sektor der Sport-Fahrzeuge bei Mercedes bedienen soll – deutlich abgesteckt: Man will mit diesem wilden Tier auf vier Rädern den 911er aus dem Hause Porsche attackieren. Ja, nicht mehr BMW ist das ausschliessliche Ziel von Mercedes, wie oft vermutet wird. Doch wird der Kampf gegen Porsche auch gelingen? Schauen wir genau hin.

Um fast 70’000 Franken ist der Mercedes-AMG GT preisweiter als der SLS, dessen Produktion mittlerweile eingestellt wurde, und ja, der Verzicht auf die Türen, die sich nach oben öffnen, dürfte einen erheblichen Anteil daran haben, dass der Preis mit knapp 140’000 Franken fast schon moderat zu nennen ist. Mit dem Preis ist der GT dann in einer Range angekommen, die ihn auch für den passionierten 911er-Fahrer attraktiv werden lässt. Und selbst die Grossgewachsenen unter den Sportfahrern werden sich hier erwärmen können, denn im Innenraum des GT ist reichlich Platz.

Klare Linien im Design des klassischen Sportwagens

Schon beim ersten Blick auf den Mercedes-AMG GT wird sehr deutlich, wohin die Reise gehen soll: zu den Kunden des 911 von Porsche, unter denen gerade die Schweizer mit der Swiss Edition des Carrera ihre eigene Sondermodellserie erhalten haben. Ja, die äussere Form lässt sich unter Umständen mit der eines Porsche verwechseln – besonders was die Dachlinie in Eiform angeht, die sich nach hinten verschlankt – schaut man nicht gar so genau hin. Doch nicht nur im Dachbereich ist der GT ein typischer Sportwagen, der allen aerodynamischen Ansprüchen genügen soll. Kurzes Heck, richtig lange Motorhaube, die erahnen lässt, was an Power unter ihr steckt, und der Verzicht auf viele Kanten, die nur für Luftverwirbelungen sorgen, die unnötig abbremsen. Das Aggregat sitzt gut getimt hinter der Vorderachse und das Getriebe wurde ausgewogen nach hinten verlegt. So sprechen wir nur von einer minimalen Hinterachslastigkeit, die beim Verteilungsverhältnis von 47 % zu 53 % absolut marginal ist.

Wer den Mercedes-AMG GT von hinten auf sich zufliegen sieht, kann es schon auf den ersten Blick mit der Angst zu tun kriegen. Der senkrechte Grill mit dem Stern, der von zwei Querstreben eingerahmt wird, sieht bösartiger als bösartig aus. Die grossen Lufteinlässe sagen deutlich: Hier brummt etwas, das nach satt Kühlung auf mannigfaltige Art verlangt. Das LED-Tagfahrlicht rundet den bösen Blick perfekt ab. Doch das Sichtvergnügen wird man nur kurz haben und danach die Heckansicht – wenn auch die nur kurz – geniessen dürfen. Die bewährten Rückleuchten der S-Boliden lachen einen an, und zwei Monsterrohre zeigen, aus welcher Öffnung der Biturbo mit satten vier Litern an Hubraum seinen heissen Atem verströmt. Ein Anblick, an den sich so mancher Fahrer eines „verökoten“ Panamera wird gewöhnen müssen.


Klare Linien im Design des klassischen Sportwagens (Bild: © S_Photo - shutterstock.com)

Klare Linien im Design des klassischen Sportwagens (Bild: © S_Photo – shutterstock.com)


Beginn einer neuen Ära ohne Achtzylinder?

Kernstück des Boliden aus Stuttgart, der sympathischen Landeshauptstadt Baden-Württembergs, ist der völlig neue Motor. Weg geht der Weg vom Achtzylinder-Saugermotor. Dafür heulen hier 462 PS, von denen aus 600 Newtonmeter auf die kurze Reise zu den hinteren Pneus geschickt werden. Gesteuert wird das Ganze von einer Siebengang-Schaltung, die keine Wünsche mehr offen lässt. Wem das hinsichtlich der PS „zu billig“ ist, der kann die S-Variante des GT kaufen und dann nochmals rund 50 PS mehr auf den Asphalt werfen.

Damit rammt der Mercedes auch den 911er-Turbo in den Boden, denn die 3,8 Sekunden, in denen sich der Bolide von 0 auf 100 km/h katapultiert und die flotten 312 Stundenkilometer im Top Speed sind ein echtes Brett! Und mit 161’000 Franken ist der Mercedes verglichen mit dem 911er-Turbo, der knapp 200’000 Franken kostet, ja fast „geschenkt“. 9,3 Liter auf 100 Kilometer soll der Marschflugkörper aus Stuttgart nur fressen – ein Wert, bei dem sicherlich auch die Ingenieure leicht gegrinst haben, als sie ihn veröffentlicht sahen. Bei forschem Fahrstil und dem Ausreizen der Leistungsdichte, das der Wagen fast fordert, dürfte der Wert sattsam über den theoretischen Werten liegen.



Was die Planzahlen hinsichtlich des Absatzes angeht, schweigt man sich bei Mercedes noch aus. Dass er aber die 10’000 Fahrzeuge schnell knacken wird, die vom SLS veräussert wurden, darf als faktisch angenommen werden. Gerade in Übersee, also den USA, wo man derartige Fahrzeuge aus deutscher Schmiede abgöttisch liebt, dürfte diese Zahl schnell pulverisiert werden. Immerhin handelt es sich hier um einen Wagen, der es bequem mit dem Besten vom Besten auf dem überschaubaren Markt der Sportwagen spielend leicht aufnehmen kann – in der Leistung und auch im Preis. Darum steht fest: Der Startknopf, der dafür sorgt, dass der Motor böse bollert, wird schnell von einer fünfstelligen Zahl von Sportwagenfreunden gedrückt werden.

 

Oberstes Bild: © Thilo Parg / Wikimedia Commons – Lizenz: CC BY-SA 3.0

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