Mercedes – 2018 X-Klasse, Formel 1 und Elektromobilität – Quo vadis?

02.08.2017 |  Von  |  Mercedes-Benz, News
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Mercedes – 2018 X-Klasse, Formel 1 und Elektromobilität – Quo vadis?
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Erst kürzlich hat Mercedes mit der 2018 X-Klasse einen Pickup präsentiert, den es so noch nicht gibt. Mit dem Modell will Mercedes den Premium-Sektor im Pickup-Bereich erschliessen und erhofft sich damit das Füllen einer Lücke. Schaut man sich das Modell an, stellt man schnell fest, dass es vollgestopft ist mit Technik und sowohl aussen als auch innen der Bezeichnung Premium absolut gerecht wird.

Obwohl es sich um ein Nutzfahrzeug handelt, erfüllt es höchste Ansprüche an Komfort, Ausstattung und Sicherheit und ist gleichzeitig dynamisch, kraftvoll und auf der Strasse wie im Offroad-Bereich gleichermassen zuhause.

Als Vorbild diente – das ist sicherlich unbestritten – der Nissan Navara, denn nicht nur bauseitig, sondern wahrhaftig haben die Modelle einiges gemeinsam. Durch die Allianz zwischen Mercedes und Renault-Nissan basiert der Rahmen auf dem japanischen Navara-Pickup, aus dem ebenfalls bald der Renault Alaskan hervorgehen wird (siehe auch: Bilanz einer Partnerschaft von Oktober 2016).

Aufgrund der langen Geschichte im gewerblichen Fahrzeugmarkt überrascht dieser Schritt von Mercedes nicht wirklich, allerdings geht Mercedes hier einen Schritt weiter, als die meisten Experten es vermutet hätten. Als Abgrenzung vom Navara und Alaskan plant Mercedes zum Verkaufsstart im November 2017 eine deutlich höherwertige technische Ausstattung, was den Kunden dazu bewegen soll, den Premium-Mercedes Preis für das Modell zu zahlen.

Neuausrichtung des Unternehmens

Neben dem ersten Pickup des Premiumherstellers gibt es weitere interessante Entwicklungen beim grossen Autobauer. Im traditionellen Motorsport ist Mercedes seit Jahren eine Grösse, die nicht nur mit am Start ist, sondern das Feld teilweise sogar dominiert. Dies zeigt sich eindrucksvoll, wenn man sich die Quote für die Konstrukteursweltmeisterschaft bei Betway anschaut.

Mit 1/10 (Stand 28.07.2017) gilt es als nahezu sicher, dass Mercedes den Titel für sich entscheidet, denn Ferrari liegt mit einer Quote von 11/2 bereits weit abgeschlagen auf dem zweiten Rang; von den übrigen Teams ganz zu schweigen, denn hier liegt die Wahrscheinlichkeit jenseits der 1000/1. Trotz positiver Resultate hat sich Mercedes kürzlich für den Ausstieg aus der DTM entschieden, in der nun mit BMW und Audi lediglich zwei Hersteller übrig bleiben.

Dies könnte gar dazu führen, dass die DTM nicht länger überlebensfähig ist. Zwar will sich Mercedes mit möglichst vielen Titels aus der Serie verabschieden, aber die Entscheidung ist endgültig. Gleichzeitig verkündete der Konzern jedoch, dass er in der Formel E-Serie, die auch bald in die Schweiz kommen wird, einsteigen wird. Dies ist konsequent, da Mercedes bis zu 10 Milliarden Euro in die Entwicklung von Elektroautos investieren wird, wie Daimler Forschungs- und Entwicklungschef Thomas Weber ankündigte. Daimler rechnet gar damit, dass schon 2025 bereits etwa 10 bis 15% der verkauften Fahrzeuge einen Elektroantrieb haben werden.


Rennwagen von Mercedes AMG (Bild: © ZRyzner - shutterstock.com)

Rennwagen von Mercedes AMG (Bild: © ZRyzner – shutterstock.com)


Elektromobilität und Mercedes – passt das zusammen?

Elektromobilität hat für Mercedes bereits heute einen sehr grossen Stellenwert, der in Zukunft noch weiter zunehmen wird. Mit der Formel E, in die 2018/2019 auch BMW einsteigen wird, zeigt Mercedes, welch hohe Priorität der Hersteller diesem Bereich zuordnet. Noch vor dem Einstieg von Mercedes und BMW wird Audi in der Formel E starten, sodass alle grossen Premiumhersteller bald in der Elektroserie am Start sind.

Derzeit ist Mercedes noch weit davon entfernt, ein Elektroauto mit 500 Kilometern oder mehr Reichweite anzubieten. So bleibt es beim Smart weiterhin bei 150 Kilometern und die im kommenden Jahr erscheinende S-Klasse wird eine reine Elektroreichweite von gerade einmal 50 Kilometern haben. Zukünftige Plugin-Hybride sollen aber schon eine Reichweite von 100 Kilometern erreichen.

Bereits 2018 soll der erste SUV von Mercedes auf den Markt kommen, der mit zwei Elektromotoren ausgestattet ist, 400 PS Leistung bietet und eine Reichweite von 500 Kilometern erreichen soll. Der Neubau der Akkufabrik in Kamenz in Sachsen zeigt ausserdem, wie erst es dem Hersteller mit der Elektromobilität ist. Auch die Produktion dort soll schon im kommenden Jahr aufgenommen werden und es sollen neben Akkus für Elektroautos auch solche für den Einsatz in Häusern gebaut werden.

Die Lehre aus dem Dieselskandal

Keine Frage, nachdem Daimler – wie andere Autobauer auch – durch den Dieselskandal mächtig unter Druck geraten ist, ist das Aufpolieren des Images wichtiger denn je. Obwohl dieaktuellen Meldungen stark am Ansehen des Autobauers gekratzt haben und Imageschäden daraus entstanden sind, ist es gleichzeitig auch ene einmalige Chance, gerade jetzt dem Umbruch in ein neues Zeitalter der Elektromobilität zu wagen. Jetzt gilt es also, das Vertrauen zurückzugewinnen, einen Neuanfang zu starten und sich schnellstmöglich technologisch und wirtschaftlich zu festigen sowie gegebenenfalls neu zu positionieren.

Die Aktivitäten von Daimler sind konsequent und mutig zugleich, aber natürlich ist der Zeitpunkt zur Neupositionierung so günstig wie nie zuvor, denn das Risiko ist überschaubarer, wenn ohnehin eine Krise droht. Der Elektroauto-Markt ist daher eine willkommene Möglichkeit zu zeigen, dass Innovationsfreude, Marktmacht und Zukunftsorientiertheit keine Fremdwörter sind.

 

Artikelbild: © r.classen – shutterstock.com

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