Kurvenreiche Strassen weltweit: Spektakuläre Routen von Hawaii bis nach Norwegen

 Linksherum, Rechtsherum: Manche Strassen führen nicht auf direktem Weg ans Ziel, sondern winden sich in Serpentinen über Bergflanken, durch Täler oder entlang spektakulärer Küsten. Für Reisende bedeutet das: Tempo herausnehmen, aufmerksam bleiben – und unterwegs immer wieder neue Ausblicke geniessen.

Einige Strecken bringen es dabei auf eine stattliche Anzahl an Windungen. Von Hawaii bis Norwegen: Mietwagen-Anbieter Sunny Cars stellt sieben aussergewöhnlich kurvenreiche Strassen rund um den Globus vor.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hawaii: Der Hana Highway zählt 620 Kurven und 59 Brücken.
  • Italien: Auf der Südtiroler Seite führen 48 Haarnadelkurven zum Stilfser Joch.
  • Österreich: Die Grossglockner Hochalpenstrasse verläuft auf 48 Kilometern durch 36 Kurven.
  • Norwegen: Der Trollstigen windet sich in elf Haarnadelkurven den Berg hinauf.
  • Weitere Strecken: Sunny Cars stellt auch Sa Calobra, den Col de Turini und die Transfăgărășan vor.

Hawaii: 620 Kurven auf der Strecke nach Hana

Eine besondere Insel-Kulisse begleitet Reisende auf dem Hana Highway auf Maui. Von Kahului bis Hana sind es nur rund 52 Meilen beziehungsweise 84 Kilometer – trotzdem braucht die Fahrt Zeit. Der Grund: Die Strasse auf Hawaii beinhaltet 620 Kurven und 59 Brücken. Viele der Richtungswechsel sind eng, hinzu kommen teilweise einspurige Brücken. Dafür führt die Strasse durch üppigen Regenwald und vorbei an Wasserfällen und eindrucksvollen Küstenlandschaften. Statt alpiner Felswände bestimmen hier tropische Vegetation und der Pazifik die Aussicht. Gerade die hohe Zahl der Kurven macht deutlich, warum bei dieser Strecke weniger die zurückgelegten Kilometer als vielmehr der Weg selbst das Ziel der Reise ist.



Italien: 48 mal an den Steilwänden des Stilfser Jochs entlang

Beim Stilfser Joch beziehungsweise Passo dello Stelvio gehören die Kurven zu den beliebtesten Fotomotiven der gesamten Strecke. Auf der Südtiroler Seite führen allein 48 Haarnadelkurven hinauf zum Pass. Die Strasse erreicht eine Höhe von rund 2.758 Metern und zieht sich in engen Serpentinen durch die hochalpine Landschaft. Insgesamt ist die historische Passstrasse rund 49 Kilometer lang und verbindet Südtirol mit der Lombardei in Italien. Wer von Prad im Vinschgau hinauffährt, erlebt besonders auf der Nordrampe die charakteristische Abfolge eng übereinanderliegender Kehren. Oben öffnet sich der Blick auf die Bergwelt rund um die Ortlergruppe. Auch deshalb gehört die Strassenführung selbst ebenso zum Erlebnis wie das Panorama am höchsten Punkt.



Österreich: 36 Kehren auf 48 Kilometern

Die Grossglockner Hochalpenstrasse verbindet Salzburg und Kärnten und kombiniert Bergpanorama mit einer besonders kurvenreichen Streckenführung. Auf 48 Kilometern geht es durch 36 Kurven hinauf in hochalpines Gelände. Das Hochtor liegt auf 2.504 Metern, der höchste befahrbare Punkt befindet sich auf der über eine Stichstrasse erreichbaren Edelweiss-Spitze auf 2.571 Metern. Unterwegs führt die Strasse durch unterschiedliche Höhenlagen und eröffnet immer wieder Ausblicke auf die umliegenden Gipfel – darunter den Grossglockner, Österreichs höchsten Berg. Bergseen und Wasserfälle liegen ebenso entlang der Route wie Ausgangspunkte für Spaziergänge und Wanderungen.



Norwegen: Elf Windungen am Trollstigen

Beim Trollstigen geht es in elf markanten Haarnadelkurven die steile norwegische Bergflanke hinauf. Die Strasse gehört zur Norwegischen Landschaftsroute Geiranger–Trollstigen und liegt rund 19 Kilometer von Åndalsnes entfernt. Zwischen schroffen Bergen, Wasserfällen und tief eingeschnittenen Tälern windet sie sich hinauf zum Stigrøra auf rund 858 Metern Höhe. Gerade aus der erhöhten Perspektive lässt sich die Strassenführung gut erkennen: Die einzelnen Kehren liegen eng übereinander und ziehen sich in einem Zickzackmuster durch die Landschaft. Trollstigen ist damit nicht nur eine Verbindung durch das Gebirge, sondern selbst eine der bekanntesten Strassenattraktionen Norwegens. Aufgrund der Lage im Gebirge ist die Strecke saisonabhängig, daher sollte die aktuelle Befahrbarkeit stets vor einer Reise geprüft werden.



Spanien: Kurvenkunst auf dem Weg nach Sa Calobra

Auf Mallorca führt die Strasse nach Sa Calobra mitten durch die Serra de Tramuntana. Die Strecke hinunter zur Küste misst rund 14 Kilometer und überwindet dabei etwa 900 Höhenmeter. Zahlreiche Kurven bestimmen den Verlauf – ihr bekanntester Abschnitt ist der Nus de sa Corbata, der „Krawattenknoten“. Dort beschreibt die Strasse eine aussergewöhnliche 360-Grad-Schleife und führt über beziehungsweise unter sich selbst hindurch. Schon die Anfahrt wird damit zu einer Sehenswürdigkeit. Zwischen den Kurven öffnet sich der Blick auf die schroffen Felsen der Tramuntana und schliesslich auf die Küste. Am Ende der Strasse liegt Sa Calobra, von wo aus Reisende zum Torrent de Pareis gelangen, dessen Mündung zwischen hohen Felswänden liegt.



Frankreich: Rallye-Feeling am Col de Turini

Beim Col de Turini treffen Bergstrasse und Motorsportgeschichte aufeinander. Der Pass liegt in den französischen Seealpen und erreicht eine Höhe von 1.607 Metern. Seine Strasse ist von zahlreichen engen Kehren geprägt und wurde insbesondere durch die Rallye Monte Carlo bekannt. Sie verbindet unter anderem La Bollène-Vésubie beziehungsweise Lantosque mit Sospel und führt durch eine Landschaft aus bewaldeten Hängen, Berggipfeln und Tälern. Aussichtspunkte entlang der Strecke bieten Gelegenheit für Zwischenstopps. Gerade die dicht aufeinanderfolgenden Serpentinen machten den Pass über die Jahre auch über Frankreich hinaus bekannt. Für Autofahrende ausserhalb des Rallyesports heisst es selbstverständlich: nicht die Motorsportler zum Vorbild nehmen, sondern die kurvige Strecke in angemessenem Tempo geniessen.



Rumänien: Serpentinen durch die Karpaten

Die Transfăgărășan durchquert die rumänischen Karpaten und verbindet die Regionen Walachei und Siebenbürgen. Über mehr als 150 Kilometer zieht sich die Strasse durch die Berglandschaft und ist von zahlreichen Serpentinen, engen Kurven und Kehren geprägt. Dabei wechseln sich steile Anstiege und kurvenreiche Abschnitte mit Ausblicken auf schroffe Gipfel, tiefe Täler, Schluchten und Bergseen ab. Zu den bekanntesten Punkten entlang der Strecke gehört der Bâlea-See hoch in den Bergen. Gerade in den höher gelegenen Abschnitten zeigt sich aus der Vogelperspektive die charakteristische Strassenführung mit ihren eng aufeinanderfolgenden Schleifen. Aufgrund ihrer Höhenlage ist die Befahrbarkeit stark saisonabhängig, vor der Anreise empfiehlt sich daher immer ein Blick auf die aktuelle Wetter- und Verkehrslage.

 

Quelle: Sunny Cars / w&p
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