Krankenkasse: Höchster Anstieg der Prämien seit 2010

12.07.2014 |  Von  |  Publi-Artikel
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Krankenkasse: Höchster Anstieg der Prämien seit 2010
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Mit den Prämien ihrer Versicherten finanzieren Schweizer Krankenkassen die Spitäler, die Praxisausstattung für Untersuchungen, die Labortechnik sowie die Versorgung mit Medikamenten. Diese Kosten steigen von Jahr zu Jahr, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass. Dementsprechend werden auch die Prämien erhöht.

Während die Prämien in den Jahren seit 2010 nur gering anstiegen, sollen laut Blick.ch die Versicherten für 2015 nun 4,5 % mehr bezahlen. Diesen prozentualen Anstieg hatte der Schweizer Krankenkassen-Dachverband Santésuisse verkündet.

Dachverband beschwichtigt: Im Durchschnitt nur normale Erhöhungen

Schweizer Krankenkassen kassierten in Spitzenjahren der Prämienerhöhungen bis zu 9 % mehr als in den Vorjahren. Seit 2010 bleiben die Erhöhungen mit 1,5 bzw. 2,2 % hingegen „moderat“. Die Erhöhung für 2015 um 4,5 % stellt somit einen langjährigen Mittelwert und keinesfalls eine Spitzenerhöhung dar, erklärt Santésuisse. Die höheren Kosten der Krankenkasse werden unter anderem damit begründet, dass sowohl in der Arztpraxis als auch im Spital ambulante Leistungen intensiv in Anspruch genommen worden seien. Weiterhin komme die Finanzierung der Spitäler über die Prämienbeiträge der Krankenversicherten hinzu. Die Prämienentwicklung kann sich pro Krankenkasse und Kanton prozentual unterschiedlich auswirken.

Prämiensenkung nicht in Sicht

Die Prämienerhöhung der Krankenkassen mag ein Anreiz für die Volksinitiative „öffentliche Krankenkasse“ gewesen sein, eine Veränderung der Prämienentwicklung anzustreben. Doch das Ergebnis der am 28. September 2014 stattgefundenen Abstimmung zeigt, dass sich die Patienten im bisherigen – wenn auch kostspieligen – System der privaten Schweizer Krankenkasse (derzeit 61) trotz harscher Kritik aus allen Richtungen besser aufgehoben fühlen als in einer „Einheitskasse“. Das ursprüngliche Argument, dass durch eine Einheitskasse die Prämien sinken und Kosten eingespart würden, wurde bereits durch kantonsübergreifende Rechenbeispiele widerlegt. Nur die prozentualen Anstiege wie Spitzenwerte um 9 % oder Erhöhungen von 4,5 % für das Jahr 2015 hätten dadurch „milder“ ausfallen können. Doch es blieb fraglich, ob die bisher gute medizinische Versorgung für alle Bevölkerungsgruppen dann erhalten bleiben würde.

Einheitsbetrag für Grundversorgung?

Je nach privater Schweizer Krankenkasse und je nach Versicherungsvertrag variieren die Prämienanstiege. Denkbar wäre es, für die Grundversorgung künftig einen Einheitsbetrag einzuführen – unabhängig von Alter, Gesundheitszustand und Kanton. Dann aber könnten die Prämien für Zusatzleistungen von jeder Krankenkasse individuell berechnet werden, was zu Unterschieden in der allgemeinen Betreuung aller Patienten führen würde und nicht zu einer besseren Versorgung. Dies würde sich eher verteuernd auf die künftigen Prämienentwicklungen auswirken.

Junge Erwachsene müssen höhere Prämien zahlen

Laut Schweizer Krankenkassen-Dachverband Santésuisse müssen vor allem junge Erwachsene mit einem starken Prämienanstieg rechnen – dies ist statistisch ein allgemeiner Trend. Mit einer einheitlichen Entwicklung ist angesichts der verschiedenen Versicherer in den einzelnen Kantonen und der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Land nicht zu rechnen. Demnach stellt der Prämienanstieg von 4,5 % einen Mittelwert dar, der in einigen Fällen durchaus niedriger, in anderen aber auch höher ausfallen kann.

 

Oberstes Bild: © fotomek – Fotolia.com

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