Immer mehr Schweizer auf Prämienverbilligung der Krankenkasse angewiesen

22.04.2015 |  Von  |  Publi-Artikel
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Immer mehr Schweizer auf Prämienverbilligung der Krankenkasse angewiesen
Jetzt bewerten!

Die Kosten im Schweizer Gesundheitssystem sind über die Jahre sukzessive gestiegen, was sich nicht zuletzt in der Beitragsbelastung erkennen lässt. Ohne einen Zuschuss durch den Arbeitgeber wie in anderen Nationen fällt es einer wachsenden Zahl an Schweizer Bürgern schwer, die monatlichen Kosten für die Absicherung ihrer Gesundheit aufzubringen.

Hiermit sind nicht einmal sinnvolle Zusatzversicherungen gemeint, bereits die Grundversorgung durch die Krankenkasse wird für immer mehr Einwohner des Landes zur finanziellen Herausforderung. Wie aktuelle Zahlen der grossen Krankenkassen aufzeigen, liegt das Niveau bei der Grundversicherung bereits auf einem hohen Niveau und dürfte in den nächsten Jahren noch steigen.

Prämienverbilligungen liegen über vier Milliarden

Bei Vorlage des Jahresabschlusses 2014 der CSS als einer der grössten Krankenkassen hierzulande wurde aktuell deutlich gemacht, dass mehr als jeder vierte Grundversicherte des Unternehmens auf eine Prämienverbilligung angewiesen war. Hiermit liegt die CSS sogar noch auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Knapp 30 Prozent der Einwohner hierzulande sind auf eine entsprechende Unterstützung von den Kantonen und Gemeinden angewiesen. Hierbei hängt es von der Bewertung der zuständigen Behörden ab, in welchem Rahmen die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Versicherten nicht ausreichen, um die Krankenversicherungskosten alleine zu tragen. Im Falle der Mitglieder der CSS lag der Anstieg des Personenkreises im letzten Jahr bei 1,2 Prozent.

Die gesamte Schweiz betrachtet, werden jährlich mehr als vier Milliarden Schweizer Franken als Subventionen dieser Art gewährt. Im Falle der CSS wurden jedem Mitglied durchschnittlich 1.800 Franken im Laufen des letzten Jahres als Subventionen gewährt. Auch dieser Wert ist gegenüber den Vorjahren angestiegen und wird aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Zum einen sorgen hierfür höhere Kosten für medizinische Behandlungen, zum anderen haben die wenigsten Haushalte hierzulande Aussicht auf eine deutliche Verbesserung ihrer finanziellen Verhältnisse. Auf Dauer kann somit nur ein echter Systemwechsel dazu führen, dass Gemeinden und Kantone nicht noch stärker belastet werden.



Kalkulation zukunftsweisender Prämien eine Herausforderung

In verschiedenen Kantonen wurde auf die Entwicklungen der letzten Jahre bereits reagiert, indem die Einkommensgrenze für die Gewähr einer Prämienverbilligung hochgesetzt wurde. Unabhängig von diesem wenig sozialen Schritt löst dies das Problem nicht, sondern bereinigt lediglich die statistischen Zahlen. Ist ein Patient selbst bei Überschreiten der neu angelegten Grenze nicht in der Lage, die Kosten für seine Krankenversicherung alleine zu tragen, übernehmen die Kantone eine Erstattung in Richtung Krankenkasse in grösserem Umfang. Zu einer echten Entlastung führen solche Massnahmen also nicht, während die Politik in der Aussenwirkung einen extrem unpopulären Schritt zu Lasten sozial Schwacher ginge.

Sachlich betrachtet reichen die Prämien in der Grundversicherung der Schweiz nicht aus, um das Gesundheitssystem dauerhaft zu tragen. Eine logische Konsequenz wäre deshalb, über einen generellen Anstieg der Beiträge nachzudenken, der sich politisch jedoch nur schwer durchsetzen liesse. In dieser Situation erscheint es kontraproduktiv, noch stärker auf eine Prämienverbilligung zu setzen. Zudem liefern sich die Krankenkassen hierzulande einen extrem Preiskampf und buhlen mit immer neuen Rabatten um die Gunst neuer Mitglieder. Eine kurzfristige Lösung für das Problem ist kaum abzusehen, auf lange Sicht wird sich der Anstieg der Beiträge jedoch kaum vermeiden lassen und gerade einkommensschwache Haushalte noch stärker belasten.

Prämien durch den Wechsel der Krankenkasse absenken

Durch das grosse Spektrum an Versicherern hierzulande bleibt allen Betroffenen wenigstens die Möglichkeit, sich über lohnenswerte Angebote der Konkurrenz zu informieren. Immer mehr Schweizer erkennen für sich, dass vergleichbare Leistungen zur Absicherung der eigenen Gesundheit bei anderen Krankenkassen günstiger zu erhalten sind. Eine sachliche Analyse der Tariflandschaft hierzulande bietet sich an, um für Einsparungen nicht alleine auf die Prämienverbilligung angewiesen zu sein, die als System dauerhaft kaum tragfähig ist. Auch im Falle eines Beitragsanstiegs der eigenen Krankenversicherung ist dies eine Option, um dieser Zusatzbelastung zu entgehen und weiterhin kostenbewusst abgesichert zu bleiben.

 

Oberstes Bild: © Casper1774 Studio – Shutterstock.com

Über Agentur belmedia

Die Agentur belmedia GmbH beliefert die Leserschaft täglich mit interessanten News, spannenden Themen und tollen Tipps aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nahezu jedes Themengebiet deckt die Agentur belmedia mit ihren Online-Portalen ab. Wofür wir das machen? Damit Sie stets gut informiert sind – ob im beruflichen oder privaten Alltag!



Ihr Kommentar zu:

Immer mehr Schweizer auf Prämienverbilligung der Krankenkasse angewiesen

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.