Solarenergie an Bord

09.06.2014 |  Von  |  Schiff
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Solarenergie an Bord
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Wenn Sie sich für erneuerbare Energie interessieren, haben Sie sicherlich schon über die Installation einer Solaranlage an Bord Ihres Bootes nachgedacht. Wir geben Ihnen einen Überblick über den Nutzen und die Einsatzmöglichkeiten von Sonnenenergie an Bord und erläutern die verschiedenen Modelltypen und ihre Vorteile. Übrigens: Gute Solaranlagen können Sie ruhig gebraucht kaufen – und sie erhöhen den Wert Ihres Bootes, wenn Sie es selbst einmal wiederveräussern wollen.

Zunächst führen wir zehn Gründe für die Anschaffung einer Solaranlage an:



1. Die Solaranlage kann flexibel eingesetzt werden: Als Hauptstromquelle bei ausreichender Sonneneinstrahlung an heissen Tagen oder in entsprechenden Breitengeraden und als Stützstromquelle, wenn die Sonnenstunden abnehmen oder Sie in die nördliche Hemisphäre zurückkehren (Solarenergie lässt sich auch mit Wind- und Wassergeneratoren kombinieren, wenn keine Sonne scheint oder der Energiebedarf besonders hoch ist).

Sie können ausserdem über die Anzahl der installierten Solarmodule bestimmen, welchen Anteil der Solarstrom an Ihrem Gesamtenergieverbrauch haben soll. So geniessen Sie die Vorteile dieses von der Natur gestifteten Energiegeschenks ohne jedes Risiko, auf einmal ohne Strom dazustehen.

2. Sie können die Solarpanels ausserdem zur Ladeerhaltung Ihrer Batterien oder Wiederaufladung in gebrauchsfreien Perioden nutzen und so die Lebensdauer Ihrer Batterien verlängern.

3. Moderne Solaranlagen (siehe die Typenbeschreibung weiter unten) lassen sich problemlos selbst installieren beziehungsweise mobil verlegen – selbst wenn Sie keinerlei Erfahrung mitbringen.



4. Nach der einmaligen Installation sind Solarpanels komplett wartungsfrei. Ihnen entstehen auch während der Nutzungsdauer keine weiteren Folgekosten und der Pflegeaufwand ist, wenn überhaupt erforderlich, minimal.

5. Moderne Solaranlagen sind absolut sicher und deshalb auch die perfekte Energiequelle, wenn etwa Kinder mit an Bord sind. Sie bedürfen keinerlei externer, anfälliger Mechanik, arbeiten mit niedrigen Spannungen und sind völlig emissionsfrei.



6. Ihre sehr lange Lebensdauer, der ausserordentlich niedrige Wertverlust, die kaum vorhandene Abnutzung und der umsonst gewonnene Strom machen Solaranlagen zu sehr wirtschaftlichen Energiegeneratoren, die nach einigen Jahren ihre Anschaffungskosten leicht amortisieren.



7. Mit modernen Solar-Kleinanlagen gehen Sie kein technisches Risiko ein. Die Technologie ist nun schon viele Jahre erprobt und funktioniert nachgewiesenermassen. Wenn Sie ein hochwertiges Produkt erwerben, können Sie mit einer ausfallsicheren und zuverlässigen Stromzufuhr rechnen.

8. Durch die unauffällige Optik und leichte Installation ausserhalb des Sichtfeldes der Nutzer stören Solaranlagen auch optisch nicht und verändern die Ästhetik Ihres Bootes nur minimal. Viele Bootseigner finden sogar, dass die Anlage Ihrem Boot eine interessante optische Komponente hinzufügt.

9. Mit einer Solaranlage legen Sie sich nicht fest, da sie jederzeit modular erweiterbar ist. Einzelne Module können ausserdem ausgetauscht werden, ohne dass die Anlage als Ganzes darunter leidet.

10. Moderne, kleine Solaranlagen weisen ab einer Nutzungsdauer von etwa fünf Jahren eine positive ökologische Bilanz („ökologischer Fussabdruck“) auf – nicht zuletzt, weil sie inzwischen fast vollständig rezyklierbar sind.

Solarenergie. (Bild: foxbat / Shutterstock.com)

Solarenergie. (Bild: foxbat / Shutterstock.com)

Welche Solaranlage für welches Boot?

Wenn Sie ein kleineres Boot nutzen, viel unterwegs sind, aber dennoch hinsichtlich Ihrer Ausstattung so flexibel sein möchten wie möglich, dann eignen sich am besten semi-flexible Solarmodule. Sie lassen sich biegen und folgen so dem individuellen Winkel des Daches. Ihr Edelstahlrücken und die nutzungsorientiert verarbeiteten Kunststoffe, die die Solarzellen schützen, machen diese Modelle absolut seewasserfest. Sie können sie alternativ fest montieren oder variabel aufstellen.

Wenn Sie noch mehr Mobilität wünschen, können Sie zu hochflexiblen Modulen greifen. Diese lassen sich sogar auf Deck ausrollen, da sie trittfest sind. Gleichzeitig sind sie bestens für eine blitzschnelle Verstauung geeignet. Allerdings spiegelt sich so viel Flexibilität in dem schlechtesten Preis-Leistungs-Verhältnis der drei vorgestellten Anlagetypen wider.

Die dritte Alternative, fest eingebaute Hochleistungsmodule, sind eher für grössere Jachten geeignet. Sie sind weder trittfest noch flexibel und werden meist auf dem Steuerhaus oder am Heck mittels eines Geräteträgers installiert. Sie orientieren sich an den Modellen, die eigentlich für die Nutzung auf Häusern konzipiert sind. Deshalb bieten sie aber auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

So errechnen Sie Ihren Energieverbrauch

Um für sich zu definieren, welches Modell das geeignete ist, sollten Sie sich ungefähr über Ihren Energieverbrauch im Klaren sein. Gehen Sie dabei einmal die folgende Checkliste durch und machen Sie sich Notizen, damit Sie eine Grundlage für das Beratungsgespräch mit Ihrem Solaranlagen-Hersteller schaffen.

  • Wie viele Verbrauchsbatterien nutzen Sie (der Durchschnitt sind zwei Verbrauchsbatterien zu 88 Ah)?
  • Wie viel verbraucht Ihre Starterbatterie?
  • Mit welcher Elektronik ist Ihr Boot ausgestattet und welche davon nutzen Sie regelmässig/täglich?
  • Haben Sie eine isolierte Kühlbox, einen Laptop, ein Handy und einen Seefunkempfänger?
  • Welche Leuchten der Innen- und Aussenbeleuchtung sollen auf jeden Fall konstant nutzbar sein?
  • Wie viel verbrauchen Ihre Positionslichter, falls Sie auf offener See sind?

Dem gegenüber steht die Leistung Ihrer Solarmodule, die sowohl vom Modell als auch von der durchschnittlichen Sonneneinstrahlung abhängen. Bleiben Sie in der Schweiz und Umgebung, dann können Sie mit maximal 1000 W pro qm rechnen. Gute Solarpanels haben zwar einen theoretischen Wirkungsgrad von 18 %. Tatsächlich aber wird meist nur einige Male am Tag die mögliche Spitzenleistung erreicht. Manchmal ist der Einfallswinkel aufgrund der Bootsausrichtung ungünstig, dann wieder kommt es zur Verschattung oder umgekehrt zur Modulaufheizung.

Realistisch sind vier Spitzenerträge am Tag, also viermal 180 W geteilt durch die Anzahl der Tagesstunden (zwölf). Das ergibt ein Durchschnittsergebnis von 60 Ah – das sich allerdings bereits verdoppelt, wenn Sie im Sommer im Mittelmeer oder in der Karibik unterwegs sind. Gleichen Sie diesen Wert also mit Ihrem Verbrauch ab und Sie bekommen einen ersten Eindruck davon, was Solarenergie für Sie auf Ihrem Boot leisten kann.



 

Oberstes Bild: © Olaf Speier – Shutterstock.com


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