Die einsamsten Motorradrouten Europas

05.05.2020 |  Von  |  Motorrad, News

Insgesamt ist Europa relativ dicht besiedelt, doch von Norden bis Süden, von Osten bis Westen finden sich immer wieder einsame Regionen.

Motorradfahrer, die es mögen, wenn die Strassen leer und die Landschaften weit sind, begeben sich auf eine Tour der besonderen Art: Entweder ganz allein oder mit ein paar motorisierten Freunden im Gepäck, lässt es sich am besten durch steile Kurven und über imposante Höhen düsen.

Stilfser Joch Passstrasse als Königin der Alpenstrassen

Die Stilfser Joch Passstrasse gehört zu den Strecken, die Motorradfahrer innerlich zum Jubeln bringen. Sie befindet sich im Vinschgau in Südtirol und schmückt sich mit dem verheissungsvollen Titel „höchste Passstrasse Italiens“. Bis zu 2758 Meter geht es in die Höhe, unterwegs warten auf Südtiroler Seite 48 Kehren darauf, rasant genommen zu werden. Die Fertigstellung der „Königin der Alpenstrasse“ erfolgte im frühen 19. Jahrhundert innerhalb von kurzen fünf Jahren. Seitdem hat sich die Streckenführung kaum geändert. Das Panorama: wirklich beeindruckend.

Die Dynamik: phänomenal. Ein kurzer (oder längerer) Halt am Reschensee lohnt sich allemal, vor allem bei warmem Sommerwetter. Hier hat sich ein wahres Paradies für Surfer, Angler und Wanderer und natürlich auch für Badefreunde gebildet. Aus dem Wasser ragt ein romanischer Turm heraus, der davon zeugt, dass die Seestauung im Jahr 1950 ein ganzes Dorf verschluckte: ein allemal interessanter, aber auch ziemlich romantischer Anblick.

Strada Statale 163 Amalfitana als Relikt aus der Römerzeit

Die Römer schlugen diese Strasse einst in die rauen Klippen, seitdem wurde sie zwar längst modernisiert, doch die umliegende Landschaft hat sich ebenso wie der Abenteuerwert kaum verändert. Die Strada Statale liegt in Süditalien, sie zieht sich von Sorrento bis nach Amalfi.

Die Panoramastrecke ist somit „nur“ etwa 40 Kilometer lang, aber sie hat es wirklich in sich. An einer Seite des Weges ragen die Felsen in die Höhe, während sich auf der anderen Seite das Tyrrhenisches Meer blauschimmernd bis zum Horizont erstreckt. Die Aussichtspunkte mit ihren Haltebuchten sollten auf jeden Fall genutzt werden, denn hier bietet sich ein Feuerwerk für die Augen, das seinesgleichen sucht. Wenn es nun darum geht, den Abend auf kurzweilige Art herumzubringen, kommen verschiedene Aktivitäten in Frage. Die ruhigen Stunden lassen sich gut für etwas Geselligkeit und ein kleines Kartenspiel wie Poker nutzen. Beispielsweise existiert ein gutes Dutzend verschiedener Varianten des Pokerspiels, die sich bereits mit zwei Spielern unterhaltsam spielen lassen. Aber Vorsicht: Dabei können viele Stunden unbemerkt vorübergehen!



Nockalmstrasse in Österreich als sanfte Abwechslung

Für alle Motorradfreunde, die es lieber etwas sanfter mögen, bietet sich ein Ausflug nach Österreich an. Die Nockalmstrasse gilt als Perle der Hochalpenstrasse, jedoch ohne starke Steigungen. Auf 35 Kilometern Länge reihen sich 52 Kehren aneinander, hinzu kommen etliche „normale“ Kurven. Regelmässig fällt der Blick auf dichte Zirbelwälder und die rundlichen Nockberge. Den nördlichsten Punkt bildet die Kärntner Gemeinde Innerkrems, im Süden liegt die Ebene Reichenau. Ein touristisches Ausflugsziel ganz in der Nähe stellt der Alpen Wildpark Feld am See dar. Er liegt im schönen Gegendtal und beherbergt vor allem heimisches Wild. Angegliedert ist ein typisch österreichischer Buschenschank, auch als Heuriger bekannt. Dort gibt es besten heimischen Wein, ebenso wie Most, manchmal auch Schnaps und Bier: Perfekt also für ein kleines Stück Gemütlichkeit! Wichtig ist natürlich, sich nicht beschwipst auf Motorrad zu begeben, sondern eine fussläufige oder mit dem Taxi erreichbare Unterkunft für die Nacht zu buchen.

Caldera auf Santorini als Kurzstrecke beim Inselhopping

Wer kein Problem damit hat, sein Bike auf eine Fähre zu hieven, um auf die griechische Insel Santorini überzusetzen, wird mit einem wahren Leckerbissen belohnt. Das sehenswerte Eiland punktet mit einem abenteuerlichen Parcours entlang der bekannten Caldera, also dem kesselförmigen Vulkan, der zwischen den Ortschaften Oia und Fira liegt. Diese Strecke ist nur 12 Kilometer lang, aber sie lässt sich durchaus mehrmals fahren, um den bezaubernden Blick auf das Ägäische Meer innig zu geniessen. Nach diesem Erlebnis lockt das Santo Wines, ein Weingut mit Aussichtsterrasse, um neben den Augen auch den Gaumen zu verwöhnen. Auf einer spannenden Führung erfahren Besucher alles Wichtige über den Weinanbau und die Verarbeitung der Trauben. Anschliessend gibt es natürlich das eine oder andere Gläschen zu trinken.

Transfogarascher Hochstrasse als rumänische Traumstrecke

Verborgen im rumänischen Hinterland befindet sich die wohl beste Motorradstrecke ganz Europas: die Transfogarascher Hochstrasse. Hier können sich Biker auf 90 Kilometern richtig austoben, aber bitte mit Vorsicht, denn der Parcours schmückt sich mit vielen engen Kurven, darunter auch riskanten Haarnadeln. Die Abfahrten fallen teilweise sehr scharf aus, die langgezogenen S-Kurven feuern die Fliehkräfte an. Es handelt sich wieder einmal um eine Gebirgsstrasse mit luftigen Höhen und Panorama-Garantie. Die höchste Erhebung befindet sich 2042 Meter über dem Meeresspiegel. Ambitionierte Motorradfahrer starten in der Grossen Walachei und folgen der Strecke bis nach Siebenbürgen – oder andersherum. Aber Achtung: Die Gegend ist teilweise ziemlich einsam, was dazu führen könnte, das auf Pausen sämtlicher Stress von der Seele fällt. Abends in der vorgebuchten Unterkunft spricht nichts dagegen, sich einen Film auf dem mitgebrachten Notebook anzuschauen oder die Gesellschaft anderer Hotelgäste zu suchen.

Wer jetzt ins Träumen geraten ist, der weiss genau: Es wird Zeit für die nächste grosse Tour!

 

Titelbild: Pra Chid – shutterstock.com

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