Die Autobatterie – Gebrauch, Pflege & Wartung

16.07.2014 |  Von  |  Auto, Zubehör
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Die Autobatterie – Gebrauch, Pflege & Wartung
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Die Autobatterie – auch Starterbatterie genannt – stellt in einem Kraftfahrzeug den für das Anlassen des Verbrennungsmotors benötigten Strom zur Verfügung. Während der Fahrt wird die Autobatterie von der Lichtmaschine fortlaufend aufgeladen und sorgt als Speichermedium für eine dauerhafte und gleichmässige Versorgung der vorhandenen elektrischen Verbraucher.

Warum streiken viele Autobatterien ausgerechnet im Winter?

Bei einer Temperatur zwischen 15 und 25 Grad Celsius kann eine Autobatterie ihre optimale Leistung entfalten. Je mehr die Aussentemperatur absinkt, desto geringer wird jedoch die Lade- und Versorgungskapazität der Batterie. So verfügt eine Autobatterie bei Minus 18 Grad Celsius nur noch über etwa die Hälfte ihrer Normalleistung. Gerade bei grosser Kälte wird jedoch die volle Energie der Starterbatterie dringend benötigt, da die höhere Zähigkeit des Motoröls den Startvorgang wesentlich erschwert. Weist die Batterie ein fortgeschrittenes Alter auf und wurde sie ungenügend gewartet, ist dann ihr Exitus meist unausweichlich.

Es ist daher wichtig, Autobatterien regelmässig zu warten und zu pflegen. Vor allem im Winter sollte der Flüssigkeitsstand herkömmlicher Batterien regelmässig kontrolliert werden. Ist der Wasserpegel unter die Sollmarkierung gesunken, muss nachgefüllt werden. Dazu ist unbedingt destilliertes Wasser zu verwenden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich im Inneren der Batterie Ablagerungen bilden. Auch ist darauf zu achten, dass Lichtmaschine und Regler ordnungsgemäss arbeiten. Ist dies nicht der Fall, wird der batterieinterne Prozess der Elektrolytenspaltung beschleunigt, was die Lebensdauer der Batterie verkürzt.




Der technische Fortschritt hat allerdings auch vor Autobatterien nicht Halt gemacht. In den letzten Jahren haben wartungsfreie Autobatterien zunehmend den Markt erobert. Diese stellen ein in sich geschlossenes System dar, in dem die Zersetzung der Elektrolyten in Wasserstoff und Sauerstoff äusserst langsam erfolgt, was eine entsprechend lange Lebensdauer der Batterie zur Folge hat. Derartige Akkumulatoren können auf zerstörungsfreie Weise nicht geöffnet werden, ein Nachfüllen von Wasser ist bei diesem Batterietyp aber auch nicht notwendig.




Ebenso ist die Ladespannung der Batterie kontinuierlich zu überprüfen, dies gilt sowohl für herkömmliche als auch für wartungsfreie Akkumulatoren. Die reguläre Stromspannung beim Ladevorgang liegt zwischen 13,8 und 14,4 Volt, Werte darüber oder darunter sind für die Batterie schädlich. Ist die Ladestromspannung zu hoch, verlieren auch wartungsfreie Batterien schnell an Wasser. Dies führt zu einem drastischen Absinken der Ladespannung, wodurch die Kapazität der Batterie innerhalb kurzer Zeit unwiederbringlich verloren geht. Liegt die Spannung unter dem Minimum von 13,8 Volt, so kann es vorkommen, dass die Autobatterie von der Lichtmaschine nicht vollständig aufgeladen wird. Dadurch steht für den Startvorgang weniger Energie zur Verfügung. Dauert diese Unterversorgung längere Zeit an, wird die Leistungsfähigkeit der Batterie dauerhaft beeinträchtigt.






Richtiges Laden einer Autobatterie. (Bild: Joe Belanger / Shutterstock.com)

Richtiges Laden einer Autobatterie. (Bild: Joe Belanger / Shutterstock.com)

Richtiges Laden einer Autobatterie

Ist die Starterbatterie so stark entladen, dass der Anlasser des Fahrzeugs damit nicht mehr gestartet werden kann, besteht die Möglichkeit, die Batterie mit einem speziell für Autobatterien entwickelten Ladegerät aufzuladen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Batterie noch nicht zu alt ist und regelmässig gewartet wurde.




Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Klemmen Sie die Batteriekabel (Minus- und Pluspolklemme) ab und bauen Sie die Starterbatterie aus dem Auto aus.
  • Verbinden Sie das Batterieladegerät mit der Batterie, indem Sie die Pluspolklemme des Ladegerätes mit dem Pluspol der Batterie und den Massepol der Batterie mit der Minusklemme des Ladegerätes verbinden.
  • Stellen Sie das Ladegerät auf Ladestrom (1/10 der Batteriekapazität) und schalten Sie es ein.

Lassen Sie nun das Ladegerät laufen, bis die Batterie vollständig aufgeladen ist. Achten Sie dabei auf eine gute Belüftung des Raumes. Sollte sich die Batterie zu stark erwärmen – über 55 Grad Celsius – ist der Ladevorgang zu unterbrechen, bis sich die Batterie abgekühlt hat. Sobald der Ladevorgang abgeschlossen ist, sollte nach einer Wartezeit von etwa zwei Stunden die Säuredichte der Batterie mittels Aräometer oder Refraktometer gemessen werden. Bei zu niedrigem Wasserstand ist destilliertes Wasser nachzufüllen. Anschliessend wird die Starterbatterie wieder ins Auto eingebaut und die Batteriekabel werden angeschlossen.




Tipps für eine lange Lebensdauer der Batterie

Wird Ihr Fahrzeug über einen längeren Zeitraum nicht benutzt, sollten Sie die Batterie unbedingt abklemmen. Der Anschluss eines sogenannten Erhaltungsladegerätes sorgt in diesem Fall für eine vollständige Konservierung der Batteriekapazität, da das Tool eine vollständige und zugleich schonende Entladung der Starterbatterie veranlasst. Die Batterie sollte allerdings auch in entladenem Zustand nicht über mehrere Monate unbenutzt gelagert werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Spannung unter den kritischen Wert von 11,8 Volt absinkt und somit die Batterie Schaden nimmt. Lässt sich eine Lagerdauer von mehreren Monaten nicht vermeiden, ist zu empfehlen, die Starterbatterie vor dem Entladen vollständig aufzuladen. Wenn Sie hierfür ein Schnellladegerät verwenden, sollten Sie mit diesem lediglich 70% der Batteriekapazität aufladen. Für den Rest ist ein Gerät mit geringerem Ladestrom zu wählen.

 

Oberstes Bild: © Joe Belanger – Shutterstock.com


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