Bootskauf leicht gemacht

21.04.2014 |  Von  |  Allgemein, Schiff
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Bootskauf leicht gemacht
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Was können Sie von einem kleinen Ratgeber für den Kauf eines Bootes erwarten? Den Stein der Weisen? Natürlich nicht. Aber jeder Ratgeber ist grundsätzlich nützlich, hat man selbst Kaufentscheidungen zu treffen, die nicht zum „Tagesgeschäft“ gehören – und dazu zählt zweifelsfrei der Kauf eines Bootes.

Gerade aufgrund der Vielfalt bei Motorbooten ist es sinnvoll, sich vor der Anschaffung intensiv sachkundig zu machen, will man nicht schon vor dem Erwerb unnötig „Geld versenken“.




Wo, wie und wozu – das sind die Kernfragen vor dem Bootskauf!

Wer sich dazu entschlossen hat, ein Wasserfahrzeug anzuschaffen, muss sich verdeutlichen, dass die Vielfalt bei Booten fast erdrückend ist und die Möglichkeiten, wie man ein Boot einsetzen kann, nicht minder vielfältig. Darum sollte vor dem Kauf klar sein, wo man seine Neuanschaffung benutzen möchte, wie man es fahren will und wozu es eingesetzt werden soll. Ferner ist zu überlegen, wie oft man das neue Motorboot pro Jahr nutzen kann.




Hilfestellung leisten dabei verschiedene Verbände und Organisationen – zum Beispiel der Internationale Bodensee-Motorboot-Verband oder diverse Landesjachtverbände. Doch auch einschlägige Messen, Verkaufsbörsen oder Sportveranstaltungen rund ums Boot versprechen professionelle Hilfe bei der Anschaffung. Im Kreise dieser ausgewiesenen Experten ist man als Kaufinteressent nicht nur gut aufgehoben, jene können auf Tipps und Kniffe für den Kauf weitergeben.

Gerade dann, wenn man sich selbst nicht sicher ist, wie das Boot ausgestattet sein soll, welche Grösse und welche Leistung für einen selbst empfehlenswert sind, ob das präferierte Boot nur für Binnengewässer oder auch fürs offene Meer und Küstenregionen geeignet ist, finden sich hier kompetente Ansprechpartner.

Wo, wie und wozu – das sind die Kernfragen vor dem Bootskauf  (Bild: Hellen Sergeyeva / Shutterstock.com)

Wo, wie und wozu – das sind die Kernfragen vor dem Bootskauf (Bild: Hellen Sergeyeva / Shutterstock.com)





Sportbootführerschein ist oft Pflicht

Neben den notwendigen Informationen über zwingend vorgeschriebene Versicherungen, die technischen Eckdaten eines Bootes und was hinsichtlich des Naturschutzes zu beachten ist, darf man nie vergessen: In vielen europäischen Ländern ist ein Sportbootführerschein Pflicht, steuert man ein Boot mit mehr als fünf PS Kraftentwicklung an der Propellerwelle. Hierbei ist es auch völlig unerheblich, ob man nun ein Schlauchboot mit Motor steuert, ein Sportboot, einen Daycruiser, ein Halbkajütenboot, ein Kajütboot oder eine Motorjacht.

Ist das Leistungsmaximum für den führerscheinfreien Betrieb erreicht, geht es ohne Führerschein nicht mehr. Dabei gilt es zu beachten, dass bei einem Motorboot das Mindestalter von 16 Jahren für den Erwerb des Führerscheins gilt. Aber gerade dann, wenn man den Sportbootführerschein erwirbt, hat man die Möglichkeit, mit Fachkundigen zu sprechen. Dort ist es leicht zu erfahren, wie die regional oft sehr unterschiedlichen Kosten aufgesplittet sind. Denn es gilt vor der Anschaffung zu bedenken, dass für die Unterbringung des Bootes im Winter und auch in der Saison sowie für den Transport per Trailer Zusatzkosten vakant werden. Der Kauf eines Bootes ist auf jeden Fall weit anspruchsvoller als der Kauf eines Autos, welches man am Strassenrand parken kann.

Marina in Genf (Bild: Tupungato / Shutterstock.com)

Marina in Genf (Bild: Tupungato / Shutterstock.com)

Was Sie beim Kauf eines Bootes beachten sollten

Der Erwerb eines Bootes stellt in den seltensten Fällen ein Alltagsgeschäft dar, wie es vergleichsweise bei einem Auto, einem Motorrad, einem Scooter oder einem Wohnmobil sowie Wohnwagen der Fall ist – obwohl auch der Wohnwagen und das Wohnmobil schon komplexer hinsichtlich der Kaufentscheidung sind, was aber dem Kauf eines Bootes längst nicht ebenbürtig ist. Wer sich also ein Wasserfahrzeug zulegt, hat sich im Normalfall lange Gedanken gemacht und sich Sachkundigkeit erworben. Und doch muss man auch nach der Entscheidungsfindung weiterhin wachsam sein, denn was den Preis, die Qualität und den Service rund ums Boot angeht, lauern reichlich Stolperfallen.




Wer die Anschaffung eines eigenen Bootes auf lange Sicht geniessen will, der sollte vor allem auf die Qualität achten. Billiger kann nicht nur oft teuer sein, sondern auch nasse Füsse im wahrsten Sinne des Wortes nach sich ziehen. Gerade der Kauf eines Bootes ist absolute Vertrauenssache. Besonders wenn man bedenkt, dass man unter dem Bug keine Strasse, sondern viel, viel Wasser mit oft nicht unerheblichem Tiefgang hat.

Zertifizierungen lohnen sich

Wer sich ein Boot kauft, fährt in der Regel immer dann gut, wenn das Boot Zertifizierungen nachweisen kann. Gebräuchlich ist dabei die IMCI-Zertifizierung (International Marine Certification Institute), die für einen hohen Standard hinsichtlich der Qualität steht. Kauft man dergestalt zertifizierte Boote im Fachhandel, bringt das noch die Gewissheit mit sich, dass man auf Gewährleistung, auf Wartung und auch einen Reparaturservice – ebenso für den Trailer – zurückgreifen kann. Das klingt preisintensiv? Ja, aber beim Bootskauf sollte nicht der Preis, sondern die eigene Sicherheit im Vordergrund stehen – besonders dann, wenn man nicht alleine fährt und eventuell Kinder mit im Boot sitzen.

Der Boot-Discounter wird eher nicht den besten Service und das beste Rundum-Paket bieten können. Wer nun ein Boot kauft, welches zwischen 2,5 und 24 Meter Länge aufweist, um es erstmalig im Bereich der EU zu steuern, der muss bedenken, dass eine Konformitätserklärung (CE) zwingend vorgeschrieben ist. Der Hersteller und möglicherweise der Importeur müssen das gegenzeichnen. Steuert man ein Boot ohne CE-Zulassung auf europäischen Gewässern, kann das teuer und unangenehm werden. Ein Bussgeld droht, das Boot kann an die nicht nur sprichwörtliche Kette gelegt werden und es droht der Verlust des Versicherungsschutzes. Alles in allem sehr ärgerlich – und unnötig teuer.

Mit dem Boot auf dem Genfer See unterwegs (Bild: upstudio / Shutterstock.com)

Mit dem Boot auf dem Genfer See unterwegs (Bild: upstudio / Shutterstock.com)

Papier ist beim Bootskauf nicht geduldig – Vertragswerk ist das A und O




Beim Kauf eines Bootes ist peinlich genau darauf zu achten, dass der Kaufvertrag umfangreich gehalten wird, um so Käufer und Verkäufer zu schützen. Boot und Ausrüstung müssen peinlich genau beschrieben sein. Auch der Ort der Übergabe und der Termin der Lieferung sind genau festzuhalten. Nach der Lieferung ist das Abnahmeprotokoll für eventuelle Regressansprüche äusserst wichtig. Vordrucke für diese Art der Verträge kann man sich problemlos über die Landesverbände besorgen, die gerne aushelfen und dabei die Interessen von Verkäufer und Käufer zu gleichen Teilen berücksichtigen.

Neu oder gebraucht – das ist hier die Frage

Neben der Klärung des Finanzpolsters, welches einem potenziellen Bootskäufer zur Verfügung steht, sollte die Beantwortung der Frage im Vordergrund stehen, in welchem Gewässer man fahren will und wie oft man dazu die Möglichkeit hat. Wird es ein kleines Sportboot, um damit mit der Familie die Ferien zu geniessen, oder soll es das hochseetaugliche Gefährt werden, auf dem man Kapitänsaufgaben wahrnehmen will? Sind Sportboote auch neu für annehmbare Preise zu erwerben, wird es dann richtig teuer, wenn die Jacht Luxusansprüchen entsprechen soll.

Wer jedoch im Moment der Kaufentscheidung bereits weiss, er wird das Boot an einer sehr überschaubaren Anzahl von Tagen im Jahr nutzen, auch der sollte für den Einstieg auf die gebrauchte Variante zurückgreifen. Wichtig ist beim Gebrauchtboot, dass man einen kostengünstigen Sachverständigen hinzuzieht. Der erkennt die Bootsstruktur, sieht auch versteckte Schäden an Deck oder gar Rumpf und weiss, wie man Trockenfäule beim Holz transparent macht und ob der Motor rund läuft oder eher verkaufsfit gemacht wurde.

 

Oberstes Bild: Was gibt es Schöneres, als im Sommer die umliegenden Seen mit dem eigenen Boot zu erkunden? (Bild: photogearch /Shutterstock.com)

Über Christian Erhardt

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