Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt

24.08.2017 |  Von  |  Auto, Motorrad, News
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Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt
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Laut einer Befragung der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung hält sich nur eine Minderheit der Autofahrenden immer an die Geschwindigkeitsbeschränkung, auch wenn sich ein Grossteil darüber im Klaren ist, dass sie kontrolliert werden könnte.

Mit Alkohol verhält es sich anders: Nur ein kleiner Teil der Automobilisten gibt an, unter Alkoholeinfluss zu fahren, auch wenn nur wenige erwarten, in eine Alkoholkontrolle zu geraten. Dies sind zwei von vielen Erkenntnissen aus der neuen bfu-Statistik STATUS.

Unfälle sind eine Herausforderung für unsere Gesellschaft. Pro Jahr verletzen sich in der Schweiz über 1 Million Menschen bei Nichtberufsunfällen, mehr als 2300 sterben dabei. Im STATUS, der Statistik der Nichtberufsunfälle und des Sicherheitsniveaus in der Schweiz, publiziert die bfu jedes Jahr Zahlen zum Unfallgeschehen, zum Verhalten und zur Einstellung. So zeigt eine von der bfu bei Automobilisten durchgeführte Befragung, dass Autofahrende unterschiedlich mit den Risikofaktoren Alkohol und Geschwindigkeit umgehen. Nur eine Minderheit (zwischen 19 und 37 %, je nach Ortslage) hält sich immer an die Geschwindigkeitslimiten, auch wenn 60 % damit rechnen, in eine Kontrolle zu geraten. Beim Alkohol verhält es sich anders. Die Mehrheit der Befragten erwartet kaum, in eine Alkoholkontrolle zu geraten und 8 % geben an, sich oft oder gelegentlich nach zwei Gläsern Alkohol noch hinters Steuer zu setzen.

Roland Allenbach, Leiter Forschung der bfu, folgert daraus, dass im Gegensatz zum Alkohol, Autofahrende die Risiken von überhöhter oder unangepasster Geschwindigkeit fälschlicherweise als gering einschätzen. „Oft werden Geschwindigkeitsübertretungen als Kavaliersdelikte angesehen, die keine Gefahr für die Bevölkerung darstellen“, so Allenbach. Dass zu schnelles Fahren kein Kavaliersdelikt ist, zeigen die Unfallzahlen: Überhöhte oder unangepasste Geschwindigkeit ist einer der Hauptgründe von schweren Verkehrsunfällen.

Die Befunde zeigen auch, dass Geschwindigkeitskontrollen wichtig sind, um Unfälle auf den Strassen zu vermindern. Für die Unfallverhütung ist wichtig, dass die Polizei ein Mindestmass an Kontrollen durchführt und darüber berichtet wird. So sollten die Kontrollen teils angekündigt und die Resultate veröffentlicht werden. Dies erhöht die Kontrollerwartung, was einen positiven Effekt auf die Verkehrssicherheit hat.

 

Quelle: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Artikelbild: Symbolbild © Durch Mmaxer – shutterstock.com



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