Wiederauferstehung – Borgward kehrt nach Bremen zurück

02.11.2016 |  Von  |  News

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Rückkehr einer Traditionsmarke nach Bremen oder eine Wiederauferstehung – so könnte man die beabsichtigte Fertigung des Automobilherstellers Borgward in Bremen bezeichnen. Die Hansestadt war bereits ab den 1920er Jahren bis Anfang der 1960er Jahre Heimat von Borgward.

Mit den Marken Borgward, Lloyd und Goliath produzierte das Automobilunternehmen hier einst rund 1.2 Millionen Fahrzeuge. Der Baubeginn für die neue Fertigung ist für Anfang 2017 geplant, Produktionsstart ist im darauffolgenden Jahr 2018. „Mit unserer Rückkehr nach Bremen schlagen wir die Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft“, so Ulrich Walker, Vorstandsvorsitzender der Borgward Group AG.

Rationale Argumente und emotionale Beweggründe

Neben rationalen Argumenten wie etwa der logistischen Anbindung zum Überseehafen, der guten Verfügbarkeit von Fachkräften oder der hervorragenden Zulieferindustrie hat sich das Unternehmen Borgward auch aus emotionalen Gründen für Bremen entschieden. „Mit diesem Schritt bekennen wir uns zu unserer eigenen Herkunft. Natürlich hat die Rückkehr auch eine symbolische Bedeutung. Wir stehen heute am Anfang einer erfolgreichen Kooperation zwischen Stadt, Land und Borgward“, erläutert Ulrich Walker weiter.

Ebenso begeistert zeigt sich Christian Borgward von der Entscheidung. Der Enkel des Firmengründers Carl F.W. Borgward und Vorsitzende des Aufsichtsrates der Borgward Group AG sieht seine vor über zehn Jahren gestartete Initiative für die Wiederbelebung der Marke endgültig realisiert. Wo genau die Fertigung entsteht, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Derzeit werden nach Angaben Walkers intensive Gespräche über den finalen Standort mit potenziellen Produktionspartnern, Grundstückseignern und dem Bundesland Bremen geführt.

Produktionsstart mit elektrischen SUV-Modellen

Am Standort Bremen werden in der Anfangsphase zwischen 50 und 100 Arbeitsplätze entstehen. Geplant ist im ersten Schritt eine SKD-Fertigung mit einer Jahreskapazität von bis zu 10‘000 Fahrzeugen. Im ersten Schritt erfolgt der Aufbau einer Fertigungshalle mit rund 10‘000 Quadratmetern Grundfläche. Daran wird sich ein ähnlich grosses Freigelände anschliessen. Bei steigenden Produktionszahlen werden sich dann auch die Beschäftigtenzahlen und die Investitionen erhöhen. Die Anfangsinvestitionen belaufen sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Gemäss der Ankündigung von Borgward, zunächst mit elektrisch angetriebenen SUV-Modellen in Europa zu starten, wird das Premierenmodell aus Bremer Fertigung ein Borgward BX7 mit vollelektrischem Antrieb sein. Weiter geplant ist auch die Fertigung der Elektro- und Plug-in-Hybrid-Modelle der Baureihe BX5 und weiterer Modelle.

Von Anfang an auf Industrie 4.0 eingestellt

Fertigung, Prozesse und Einrichtungen im Borgward Werk Bremen werden sich von Beginn systemtechnisch am Industriestandard 4.0 orientieren. Im Fokus des Fertigungsaufbaus steht die intelligente „smarte“ Fabrik – der geplante Produktionsprozess wird die steigende Komplexität in der Automobilfertigung beherrschen und hocheffizient sein. Neben den bereits kommunizierten Borgward-Zulieferern wie Continental, Kuka, Schäffler/SKF, BorgWarner, Webasto werden bei der Fertigung vollelektrischer Fahrzeuge Bosch und der Elektronikkonzern LG für Batterien entscheidende Rollen spielen.

Die Bremer Borgward Fertigung wird in enger Zusammenarbeit mit dem ebenfalls nach neuesten westlichen Standards aufgebauten Borgward Werk im chinesischen Miyun nahe Peking agieren. Hier ist eine der weltweit modernsten Automobilfabriken entstanden – sowohl was die Fertigungstechnologie als auch das Qualitätsmanagement, die Umweltverträglichkeit, die Logistik oder die sozialen Aspekte für die dortigen Borgward Mitarbeiter betrifft.

Jetzt schon ein Erfolg – der Borgward BX7

Der BORGWARD BX7 ist ein Modell für den weltweit populären Markt der Large-Mid-Size-SUVs. Im Premierenmarkt China sorgt der 4.70 Meter lange Newcomer nach seinem Marktstart im Juni diesen Jahres für Furore: Bereits 15‘000 Bestellungen liegen im Reich der Mitte vor. Der Wagen überzeugt die Kunden dort mit innovativem Allradantrieb sowie Multiple Interaction, dem fortschrittlichen Online-Kommunikations- und Entertainment-System.

Ausgezeichnete Sicherheit garantiert das umfassende und intelligente Insassen-Schutzkonzept PROTECT: Wegweisende Fahrdynamiksysteme und unterstützende Fahrerassistenzsysteme wirken vorbeugend und können Kollisionen verhindern. Für den Fall der Fälle schützen eine hochstabile Fahrgastzelle mit exakt definierten Crashzonen und die passiven Rückhaltesysteme zuverlässig und können die Folgen eines Unfalls entscheidend mindern.

 

Artikel von: BORGWARD Group AG
Artikelbilder: © mmuenzl – shutterstock.com

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