Wie tausche ich meine Autobatterie richtig aus?

17.06.2016 |  Von  |  Auto
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Wie tausche ich meine Autobatterie richtig aus?
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Meist sind nur ein paar Schrauben zu lösen, um die Autobatterie im Auto austauschen zu können. Aber viele Autofahrer überlassen diese Arbeit dann meist doch lieber der Fachwerkstatt. Auch wenn es natürlich immer angebracht ist, einen Austausch bei zu gering eingeschätztem eigenen Wissen aus Vorsicht den Profis zu überlassen, so ist es doch eigentlich gar nicht so schwer, wenn man weiss, wie es geht.

In diesem Artikel gibt es alles rund um das Thema Batterie im Fahrzeug und über deren einfachen Wechsel.

Batteriezustand ermitteln

Der Wechsel der Scheibenwischerblätter, das Überprüfen des Füllstandes vom Motoröl oder auch der Radwechsel gehören zu den Arbeiten, die der Autofahrer mit ein wenig handwerklichem Geschick ganz leicht selber durchführen kann.

Zu diesen Wartungsarbeiten gehört von Zeit zu Zeit auch die Kontrolle der Autobatterie und wenn nötig auch der Tausch des defekten Akkus gegen einen Neuen. Aber wie stellt man nun fest, ob die Batterie noch genügend Spannung ans Bordnetz liefert? Hier gibt es ein paar ganz einfache Testverfahren:

  • Zum einen der Kurztest ohne Multimeter: Dafür stellt man den Wagen bei Dunkelheit einfach frontal vor eine Hauswand oder eine ähnliche Fläche, auf die das Licht der Autoscheinwerfer projiziert werden kann. Dann muss das Abblendlicht bei ausgeschalteter Zündung eingeschaltet werden. Wird nun schon nach kurzer Zeit das Licht der Scheinwerfer immer dunkler und springt der Motor dann auch nur mit Mühe wieder an, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Batterie nicht mehr genügend Saft liefert.
  • Spannungstest mit Multimeter: Handelsübliche Messgeräte gibt es im Fachhandel schon für kleines Geld. Das rote Kabel am Messgerät hält man nun, nachdem das Auto schon einige Stunden nicht mehr gefahren wurde, an den Pluspol der Batterie. Das schwarze Kabel kommt an den Minuspol. Eine noch gut funktionierende Batterie sollte bei diesem Test noch zwischen 12,4 und 12,7 Volt liefern. Beträgt der Messwert weniger als 12 Volt, ist es Zeit für einen neuen Akku.

Die grössten Feinde der Autobatterie sind die extreme Kälte im Winter und der Kurzstreckenbetrieb. Die Batterie wird dabei nur kurz geladen und muss dennoch an die vielen Verbraucher (Heckscheibenheizung, Sitzheizung usw.) eine hohe Spannung abgeben. Im Winter kann man die Lebensdauer der Batterie durch eine Unterstellung des Fahrzeuges in einer kälteisolierten Garage erhöhen. Doch was ist zu tun, wenn das Fahrzeug weit weg von zuhause oder der nächsten Werkstatt plötzlich nicht mehr anspringen will? Für einen solchen Fall empfiehlt es sich, immer einen Satz Starthilfekabel an Bord zu haben.

Starthilfe geben, aber richtig

Mit Starthilfe gelingt es noch den Weg in die nächstgelegene Werkstatt zu schaffen. Diese Vorgehensweise sollte eingehalten werden:

  1. Beide Motoren erst einmal ausgeschaltet lassen
  2. Rote Klemme des Starthilfekabels an den Pluspol der Spenderbatterie
  3. Rote Klemme an den Pluspol der Empfängerbatterie
  4. Schwarze Klemme an den Minuspol der Spenderbatterie
  5. Schwarze Klemme an den Motorblock des Empfängers
  6. Den Spendermotor anlassen
  7. Den Empfängermotor anlassen
  8. Schwarze Klemme beim Empfänger entfernen
  9. Schwarze Klemme beim Spender entfernen
  10. Rote Klemme beim Empfänger entfernen
  11. Rote Klemme beim Spender entfernen

Starthilfe geben (Bild: SpeedKingz – Shutterstock.com)

Starthilfe geben (Bild: SpeedKingz – Shutterstock.com)


Was tun beim unvermeidbaren Akku-Wechsel

Was sollte man nun aber tun, wenn auch das Fremdstarten keine langfristige Lösung mehr darstellt? Ganz klar, nun muss eine neue Batterie her. Der Tausch ist eigentlich auch für Laien kinderleicht und dauert nur wenige Minuten. Ein Besuch in der Werkstatt ist in diesem Fall eigentlich nur Geldverschwendung.

Wer sich natürlich die Finger partout nicht schmutzig machen will und auch nicht auf jeden Franken achten muss, der kann dafür natürlich auch in die Werkstatt fahren. Wie es dennoch in der heimischen Garage problemlos klappt, soll nun erläutert werden. Werkzeug ist ausser einer Zange und einem Schraubenschlüssel in der richtigen Grösse bzw. einem Steckschlüssel mit passendem Aufsatz keines weiter nötig.

Lassen sich die Kabel schlecht von den Polen lösen bzw. leisten diese beim Wiederaufziehen grossen Widerstand, so hilft die Zange beim Weiten der Anschlüsse. Ebenfalls hilfreich: Polspray oder Polfett. Diese Pflegeprodukte helfen gegen das Ausblühen der Pole, also einer Art Oxidation. Diese macht sich durch weisse oder leicht grünliche Verkrustungen an den Polen bemerkbar und verschlechtert den Kontakt zwischen Pol und Polklemme. So wechselt man die Batterie:

  1. Der Motor muss ausgeschaltet sein und alle elektrischen Verbraucher im Auto sollten ausser Betrieb sein.
  2. Nach dem Öffnen der Motorhaube sollte nun zunächst die Polklemme am Minuspol gelöst werden, so dass danach das schwarze Verbindungskabel vom Pol abgezogen werden kann. Nun ist der gesamte Stromkreislauf im Fahrzeug unterbrochen. Dadurch werden nun alle Einstellungen am Radio, am Infotainmentsystem und auch im Bordcomputer gelöscht. Wenn das verhindert werden soll, so sollte man die auszuwechselnde Batterie mit einem kleinen Akkustartgerät oder einer Spenderbatterie überbrücken.
  3. Nun kann die Schraube, die das rote Kabel am Pluspol fixiert, ebenfalls gelöst werden. Danach wird auch dieses Kabel abgezogen.
  4. Jetzt können die Fixierungsschrauben an der Halterung der Batterie mit dem Schraubenschlüssel gelöst werden. Somit ist der Akkublock nicht mehr fest mit dem Auto verbunden und kann nun mit etwas Muskelkraft aus dem Motorraum entfernt werden.
  5. Dann ist es nach kurzem Säubern des Batterieträgers Zeit, die neue Batterie aufzusetzen.
  6. Beim Wiederanschliessen wird nun in umgekehrter Reihenfolge zum Ausbau vorgegangen. So wird zunächst das rote Kabel wieder an den Pluspol angeschlossen und dann mit der Schraube fest fixiert.
  7. Dann folgt das schwarze Kabel, dessen Klemme an den Minuspol angeschlossen wird.
  8. Zum Abschluss sollten die Pole noch mit etwas Polspray bzw. Polfett eingefettet werden.


Was muss beim Kauf einer neuen Batterie beachtet werden?

Die nötigen Kfz Teile erhält man bei fast allen Anbietern am Markt, wie beispielsweise Autoteile Meile. Wichtig ist, dass man sich vor dem Kauf informiert, welche Gehäusebauform, Spannung, Kapazität und Kaltstartstrom vom Hersteller gefordert werden. Dabei orientiert man sich am besten an der alten Batterie oder wirft einen Blick in die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs. Auch hier findet man alle geforderten Batterieeigenschaften auf einen Blick.

Fazit

Eine neue Batterie ins Auto einzusetzen ist also gar nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick für den Laien erscheint. Mit wenig Werkzeug, etwas Geschick und der richtigen Reihenfolge ist das Ganze ein Kinderspiel.

 

Artikelbild: © Joe Belanger – Shutterstock.com

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