Was leistet eine schweizerische Krankenkasse bei Unfällen?

07.04.2015 |  Von  |  Publi-Artikel
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Unfälle im Haushalt, der Freizeit oder im Urlaub stellen ein Risiko für Schweizerinnen und Schweizer in jedem Lebensalter dar und führen schlimmstenfalls zu Wochen und Monaten voller Behandlungen, Reha-Massnahmen oder einer bleibenden Invalidität.

Damit sich der Schock eines Unfalls nicht im Portemonnaie fortsetzt, möchten sich Schweizer Bürger auf eine umfassende Kostenübernahme durch ihre Krankenkasse verlassen können.

Tatsächlich bietet die Grundversicherung mit ihrer Orientierung am gesetzlichen Leistungskatalog einen Basisschutz, der in vielen Situationen jedoch nicht ausreicht. Abhängig von den individuellen Risiken, einen Unfall zu erleiden, denken deshalb viele Bürger über den Abschluss einer Zusatzversicherung speziell in diesem Gesundheitsbereich nach.

Was von Krankenkassen bei einem Unfall erwartet werden darf

Arbeitnehmer in der Schweiz unterliegen der gesetzlichen Regelung, über eine obligatorische Unfallversicherung zu verfügen. Sofern die Beschäftigung innerhalb der Schweiz besteht und mehr als acht Stunden pro Woche in Anspruch nimmt, muss zunächst nicht über den separaten Abschluss einer eigenständigen Unfallversicherung nachgedacht werden. In diesem System werden Standardleistungen geboten, die verschiedene Behandlungssituationen klar umreissen und durch Fristen verdeutlichen, wie lange Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung zu erwarten sind. Die Leistungen werden nicht explizit durch die Krankenkasse erbracht, weshalb ein Vergleich ihrer Unfallleistungen im Falle einer obligatorischen Absicherung nicht lohnt.

Ist ein obligatorischer Schutz für einen Erwerbstätigen in der Schweiz gegeben, sollte dieser die Unfalldeckung bei seiner Krankenkasse ausschliessen. Hierdurch vermeidet er nicht nur eine Überdeckung in diesem Bereich, vielmehr wird er keinen Zusatzbeitrag für den Unfallschutz zahlen müssen. Sollte keinerlei Schutz durch die obligatorische Unfallversicherung vorliegen und der Schweizer Bürger auch keinen privaten Versicherungstarif abgeschlossen haben, springen die Krankenkassen bei der Kostenübernahme nach Unfällen ein. Auch hier bieten die meisten Krankenkassen eine vergleichbare Performance, kleinere Unterschiede sind je nach Anbieter dennoch zu finden. Ob diese individuell für einen Wechsel der Krankenversicherung ausreichen oder überhaupt Sinn ergeben, ist im Einzelfall zu überprüfen.

Über den Abschluss einer privaten Unfallversicherung nachdenken

Selbst im Wissen um die Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen bzw. die obligatorische Unfallversicherung ist das Interesse an einer privaten Absicherung über die letzten Jahrzehnte stetig gestiegen. Dies erklärt sich vorrangig durch den Wunsch, starke Leistungen von einer Unfallversicherung erwarten zu dürfen, die im gesetzlichen System nicht geboten werden. Gerade wer eine stärkere Einschränkung durch einen Unfall bis hin zur dauerhaften Invalidität fürchtet, wird hierfür zumindest finanziell anständig entschädigt werden wollen. Auch das Risiko einer temporären oder dauerhaften Berufsunfähigkeit liegt vor, die jedoch gesondert abzusichern ist und nicht über die Leistungen einer privaten Unfallversicherung abgedeckt wird.

Stärker als im gesetzlichen System weisen private Versicherungsanbieter grosse Unterschiede bei der Tarifgestaltung auf. Deckungssummen gehen weit über die Standards der gesetzlichen Krankenkassen und obligatorischen Versicherer hinaus, ausserdem können Zusatzleistungen von der Haushaltshilfe bis zum Taschengeld als täglicher Satz während der Reha in Anspruch genommen werden. Selbstverständlich spiegeln sich solche Extras in den monatlich oder jährlich zu zahlenden Prämien wider, eine Abwägung dieser Kosten mit den individuell gewünschten Leistungen ist dringend anzuraten. Vor allem ist hierbei wichtig, Risikosituationen für Unfälle richtig einzuschätzen und zu erkennen, dass häufiges Reisen oder die Ausführung von Extremsportarten das persönliche Unfallrisiko signifikant erhöhen.

Bei Unfällen nicht nur auf das gesetzliche System vertrauen

Auch wenn es wie bei vielen Versicherungen eine Frage der Finanzierbarkeit ist – tendenziell ist der Abschluss einer privaten Unfallversicherung eher anzuraten. Selbst wenn ein obligatorischer Schutz besteht, lässt sich dieser vergleichsweise günstig um Zusatzleistungen ergänzen, die in einer Unfallsituation gravierende Folgen finanziell abfedern. Dies gilt umso stärker, falls der obligatorische Schutz fehlt und alleine auf die Leistungen der gesetzlichen Grundversicherung vertraut werden müsste. Damit ein Zusatzschutz fair und günstig zu finanzieren ist, lohnt vor dem Vertragsabschluss ein ruhiger und sachlicher Blick auf die schweizerische Versicherungslandschaft, um attraktive Tarife zu fairen Konditionen abzuschliessen.

 

Oberstes Bild: © blurAZ – shutterstock.com

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