Wann übernimmt die Krankenkasse Impfkosten für Rota-Virus & Co?

28.04.2015 |  Von  |  Publi-Artikel
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Grippewellen halten über die letzten Jahre Spitäler und Hausärzte gleichermassen in Atem, wobei sie nicht immer saisonal auftreten. Das Rota-Virus gehört zu den häufigsten, ganzjährig auftretenden Viren bei Kleinkindern. Es ist seit Jahren für zahlreiche Hospitalisierungen im Kindesalter verantwortlich.

Die Kinder sind langwierig mit Fieber, Durchfällen und allgemeiner Übelkeit belastet, zudem ist die Ansteckungsgefahr hoch. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, Kinder gegen das Rota-Virus zu impfen, die Erkrankung befindet sich allerdings nicht im nationalen Impfplan. Und genau dies wäre eine Grundlage, damit die Kosten für diese Schutzimpfung seitens der Krankenkasse übernommen werden und nicht aus finanziellen Gründen eine sinnvolle Vorbeugung ausgelassen würde.

Kinderkrankheiten flächendeckend und durchdacht entgegenwirken

Auswertung für das letzte Jahrzehnt zeigen, dass in neun von zehn Fällen das Rota-Virus für eine Einweisung von Kindern mit Brechdurchfall verantwortlich ist. Für andere Kinder, die sich mit einer anderen Erkrankung im gleichen Spital befindet, kann es zu einer zusätzlichen Belastung durch das hochansteckende Virus kommen. Aktuell hat sich die Eidgenössische Kommission für Impffragen noch einmal intensiver mit dem Thema Rota-Virus befasst und spricht nun von einer regelrechten Durchseuchung der schweizerischen Bevölkerung. Selbst Babys sind bereits häufig vom Virus betroffen, der je nach Gesundheit des Kleinkindes durchaus zu einer lebensbedrohlichen Gefahr werden kann.

Die Kommission verleiht deshalb ihrem Vorschlag Nachdruck, dem Rota-Virus einen festen Platz im nationalen Impfplan einzuräumen und so eine obligatorische Schutzimpfung einzuführen. Dies hat sich in anderen Bereichen von Kinderlähmung bis Mumms als erfolgreich erwiesen und dafür gesorgt, dass in Mitteleuropa Erkrankungen dieser Art äusserst selten sind oder fast als ausgerottet gelten. Auch in Nachbarländern wie Deutschland oder Frankreich gibt es entsprechende Empfehlungen, eine Impfung gegen Rota-Viren in den nationalen Impfplan aufzunehmen. Die vorbeugende Massnahme ist eine Schluckimpfung, sodass eine sehr einfache Impfpraxis umgesetzt werden kann und den Kindern der gefürchtete Stich mit der Spritze erspart bleibt.



Krankenkasse übernimmt meist die Kosten

Auch wenn auf freiwilliger Basis eine Impfung bereits möglich ist, lassen die meisten Familien in ihre Entscheidung den Kostenaspekt einfliessen. Unabhängig von der Art der Erkrankung ist ein Serum zur Schutzimpfung vergleichsweise teuer, wenn dieses aus privater Tasche gezahlt werden muss. Die Kommission macht sich deshalb auch dafür stark, dass die Krankenkasse die Kosten für die Schutzimpfung übernimmt. Dies hat sich bereits für eine grosse Zahl anderer Impfungen etabliert, sofern diese dem grundlegenden Schutz von Kindern und Erwachsenen dienen. Freiwillig wird die Krankenversicherung die Kosten nicht übernehmen, sofern das Rota-Virus nicht im nationalen Impfplan steht.

Bei der Kostenübernahme für Impfungen, die auf Einzelrisiken eingehen und keinen flächendeckenden Schutzcharakter besitzen, sieht das anders aus. Der klassische Fall sind Schutzimpfungen vor Reisen in exotische Länder, in denen Viren und Erreger zu finden sind, die es in der Schweiz nicht gibt. Von der Krankenversicherung werden teure Impfkosten für diese speziellen Gefahren nicht auf die Gesamtheit der Mitglieder abgewälzt und sind dementsprechend vom versicherten Mitglied selbst zu tragen. Wer dies bei seinen Reisevorlieben nicht dauerhaft privat zahlen möchte, findet bei einigen Krankenkassen eine Zusatzversicherung, die solche Sonderkosten übernimmt und deren fortlaufende Beiträge niedriger sind als die regelmässigen Impfkosten.

Individuell abschätzen: Vor- und Nachteile einer Impfung

Auch beim Rota-Virus gibt es Kritiker – ähnlich wie bei anderen Schutzimpfungen –, die eine flächendeckende Impfung nicht befürworten. Da jedes Serum zu individuellen Nebenwirkungen führen kann, sollten Eltern sich genau überlegen, ob sie eine Impfung als übervorsichtige Massnahme bewerten oder ob ihnen der Schutz ihres Nachwuchses wichtig ist. Ausserdem stossen sich viele Kritiker daran, dass für eine flächendeckende Impfung aller Kinder hauptsächlich finanzielle Gründe angeführt werden, um den Spitälern in der Schweiz teure Behandlungs- und Unterbringungskosten zu ersparen. Wem überfüllte Kinderstationen bekannt sind, bei denen ein Grossteil der Patienten über den Rota-Virus verfügt, wird das Argument des Kostenvorteils nicht eingeschränkt gelten lassen.

 

Oberstes Bild: © JAKKRIT SAELAO – shutterstock.com

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